Autoimmunerkrankungen: Wenn der Körper sich selbst angreift

Frau mit Bauchschmerzen
Autoimmunerkrankungen wie z.B. Morbus Crohn werden immer häufiger – US-Forscher suchten jetzt nach den Auslösern © Fotolia

Sogenannte Autoimmunerkrankungen sind weit verbreitet – dennoch war ihre Entstehung bislang noch viel zu wenig erforscht. Bei der Suche nach den Auslösern ist US-Wissenschaftlern jetzt ein entscheidender Fortschritt gelungen.

Unser Immunsystem ist die Verteidigungsarmee unseres Körpers – feindliche Eindringlinge wie Viren werden von Millionen Immunzellen aufgespürt und bekämpft. Bei Menschen, die an Autoimmunerkrankungen leiden, entsteht bei diesem Prozess ein Fehler: Die Immunzellen greifen gesunde Zellen an und führen zu Leiden wie chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Lupus (Systemischer Lupus erythematodes), Rheuma oder Neurodermitis.

Wie es zu dieser Fehlfunktion des Immunsystems kommt, ist trotz intensiver Forschungsarbeit noch nicht vollständig geklärt. Mediziner gehen davon aus, dass neben genetischer Veranlagung äußere Einflussfaktoren eine entscheidende Rolle spielen. Weltweit versuchen Wissenschaftler darum, diese Einflussfaktoren zu definieren, um wirksame Vorbeugestrategien gegen Autoimmunerkrankungen entwickeln zu können.

 

Neue Studie zu Autoimmunerkrankungen

Dieses Ziel verfolgten auch die Wissenschaftler der University of Michigan in ihrer aktuellen Studie. Sie analysierten Daten von Frauen im Alter von 16-49. Dabei machten sie folgende Entdeckung: Bei Frauen, die regelmäßig Quecksilber ausgesetzt waren, wurden häufiger sogenannte Autoantikörper festgestellt – das sind Antikörper, die gegen körpereigenes Gewebe gerichtet sind und als Vorboten von Autoimmunerkrankungen gelten.

 

Wie kommt das Quecksilber in unseren Körper?

Das meiste Quecksilber gelangt durch den Verzehr von Fisch und Meeresfrüchten in unseren Körper. Der Grund: Der giftige Stoff wird von Industrieanlagen und Kraftwerken ausgestoßen und reichert sich in Flüssen und Meeren an. Doch nicht alle Fischsorten enthalten gleich viel Quecksilber. Der Tabelle können Sie entnehmen, welche Fischarten gesundheitlich unbedenklich sind und bei welchen Sorten Vorsicht geboten ist.

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Wer zwei- bis dreimal im Monat einen quecksilberhaltigen Fisch verzehrt, wird in der Regel keinen Schaden davontragen – dafür ist die Quecksilberkonzentration zu niedrig. Anders ist das bei Schwangeren: Ungeborene Babys gelten als besonders anfällig für die Auswirkungen von Quecksilber. Darum sollten werdende Mütter ihren Fischkonsum auf unbedenkliche Arten beschränken – dasselbe gilt für stillende Mütter und kleine Kinder.

Hamburg, 10. Februar 2015

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