Autismus-Symptome: Welche treten auf?

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Typische Autismus-Symptome konzentrieren sich auf ein grundlegendes Defizit im Bereich des alltäglichen, menschlichen Miteinanders sowie der gegenseitigen Verständigung. Charakteristisch ist zudem, dass Autisten besondere, außergewöhnliche Interessen haben und häufig in stereotype Verhaltensmuster abgleiten.

 

Bei allen Formen der Krankheit sind vier kennzeichnende Autismus-Symptome zu beobachten

Störungen in der sozialen Interaktion, also dem menschlichen Miteinander zählen zu den häufigsten der Autismus-Symptome: Autistische  Menschen können sich nur eingeschränkt oder gar nicht in die Gefühls-, Gedanken- und Vorstellungswelt anderer Menschen hineinversetzen. Ihnen fehlt das notwendige Einfühlungsvermögen für Andere, aber auch für sich selbst. Sie haben Schwierigkeiten, menschliche Beziehungen zu entwickeln und halten sich aus mangelndem Verständnis heraus häufig nicht an gesellschaftliche Normen und Regeln.

 

Autisten interessieren sich nur wenig für ihr Umfeld

Ihr Interesse an ihrem sozialen Umfeld ist eingeschränkt. In der direkten Interaktion vermeiden sie den Blickkontakt. Sie zeigen kaum Gefühle, und ihr Mienen- und Gestenspiel ist eingeschränkt. Autistische Menschen haben einen grundsätzlich anderen Blick auf die Welt. Dies zeigt sich auch durch Autismus-Symptome, die bereits im Kindesalter auftreten: Autistische Kinder spielen selten mit Gleichaltrigen. Sie ziehen es vor, alleine zu spielen und reagieren auf Annäherungsversuche nicht selten abwehrend. Besonders schwer fällt das Imitieren von unterschiedlichsten Verhaltensweisen. Dadurch fehlt ihnen eines der wichtigsten Werkzeuge für das Lernen: die Nachahmung.

Autismus
Die stundenlange Konzentration auf Einzelteile, zum Beispiel die Räder eines Autos, ist eines der häufigsten Autismus-Symptome© iStock

Einschränkungen der sprachlichen Fähigkeiten sowie eine beeinträchtigte Kommunikation: Insbesondere bei Kindern mit frühkindlichem Autismus entwickelt sich die Sprache gar nicht oder deutlich verzögert. Mitunter tritt die Sprachentwicklung als eines der Autismus-Symptome auf der Stelle. Sie ist dann durch das stereotype Wiederholen von Worten gekennzeichnet. Autistische Kinder neigen außerdem zur Neuschöpfung von Worten (Neologismen). Ihre Sprachmelodie ist wenig ausgeprägt bis monoton. Besonders schwer fällt ihnen das Wort „Ich“. Sie können sich erst spät oder gar nicht mit „Ich“ bezeichnen. All das, was andere Menschen sagen, wird wörtlich verstanden. Sprachliche oder stilistische Feinheiten und Varianten wie Ironie, Witz oder Sprichwörter können von autistischen Menschen kaum oder gar nicht gedeutet werden. Eine natürliche, selbstverständliche Gesprächsführung ist für sie nicht möglich. Sie wirken deswegen oft altklug und mechanisch und gehen wenig oder gar nicht auf die Aussagen ihres Gesprächspartners ein.

 

Lieber Teile als das große Ganze

Besondere Interessen: Autistische Kinder spielen selten mit typischen Spielsachen wie beispielsweise Autos oder Puppen. Stattdessen widmen sie sich in ihrem Spiel Teilaspekten, zum Beispiel den Rädern eines Autos. In der weiteren Entwicklung konzentrieren sie sich auch deswegen häufig auf eng begrenzte Spezialinteressen. Sie können stundenlang technische Geräte wie beispielsweise eine Waschmaschine oder eine Ampel beobachten. Fast alle autistischen Menschen sind von fließendem Wasser fasziniert.

Stereotype Verhaltensmuster ist ebenfalls eines der Autismus-Symptome: Autisten können viel Zeit damit verbringen, immer gleiche Bewegungen zu wiederholen. Sie schaukeln auf der Stelle oder vollziehen merkwürdige Verdrehungen ihres Körpers. Zudem „mögen“ sie Alltagsrituale. Auch das Essverhalten ist stereotyp und ritualisiert. Meist neigen sie zu einseitiger, ungesunder Ernährung. Neue und spontane Gegebenheiten oder Situationen können sie irritieren und verunsichern. Autisten zeigen eine ausgeprägte Angst vor Veränderung und haben ein hohes Bedürfnis nach gleichförmigen Abläufen.

 

Verkehrtes Schmerzempfinden bei Autisten

Autist
Kinder mit Autismus sind meist nicht in der Lage, Gefühlsausdrücke anderer Menschen, wie ein Lächeln, richtig zu deuten© Fotolia

Über die typischen Autismus-Symptome hinaus zeigen Betroffene weitere Auffälligkeiten. Häufig können sie im Kindesalter ihre Blasen- und Darmfüllung nicht richtig empfinden oder deuten. Sie weigern sich, zur Toilette zu gehen und wollen stattdessen lieber eine Windel. Das Schmerzempfinden kann mitunter paradox verkehrt sein: Während manche Betroffene auch nach schweren Verletzungen kaum oder keine Schmerzen spüren, reagieren sie auf leichte Berührungen mit heftigen Schmerzen. Autistische Menschen neigen zudem zu Selbstverletzungen. Sie kauen sich die Finger blutig oder reißen sich die Haare aus.

 

Inselbegabungen

Im Kindesalter sind Autisten häufig unruhig, impulsiv und haben Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. Weitere, begleitende Autismus-Symptome sind Angststörungen und Depressionen, sowohl im Kindesalter, als auch bei Jugendlichen und Erwachsenen. Die Intelligenz autistischer Menschen variiert je nach Form und Ausprägung sehr stark. Die Bandbreite reicht hier von geistiger Behinderung über durchschnittliche Intelligenz bis hin zu erstaunlichen, weit überdurchschnittlichen Fähigkeiten. Diese sogenannten Inselbegabungen beziehen sich jedoch immer auf Bereiche, die nichts mit sozialer Interaktion zu tun haben, zum Beispiel eine mathematische oder musische Begabung.

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