Auswendiglernen? Mit diesem Trick ganz einfach

Verena Elson
Eine Frau sitzt am Schreibtisch und lernt
Wer sich viele Dinge einprägen muss, sollte nach dem Lernen Sport treiben – denn das verbessert die Merkfähigkeit, wie mehrere Studien zeigen © iStock

Australische Forscher haben eine Methode entdeckt, mit der Gelerntes schneller im Gedächtnis abgespeichert wird. Das Beste daran: Sie lässt sich ganz einfach umsetzen.

Das Geheimnis zum erfolgreichen Auswendiglernen heißt: Sport. Das fanden Wissenschaftler der University of New South Wales in ihrer aktuellen Studie heraus. In vier Experimenten zeigten sie 265 Probanden zunächst eine Reihe von Fotos von Gesichtern und baten sie, sich die dazugehörigen Namen einzuprägen. Anschließend ließen sie eine Gruppe fünf Minuten lang Step-Aerobic machen, die Kontrollgruppe trainierte nicht nach dem Lernen. Schließlich wurden den Probanden erneut die Bilder gezeigt und sie sollten sich an so viele Namen wie möglich erinnern. Der Zeitabstand zwischen Lern- und Testphase variierte in den Experimenten – teilweise wurden die Probanden noch am selben Tag befragt, teilweise 24 Stunden später.

 

Lern-Trick funktionierte nur bei Frauen

Auch, wenn das Ausmaß des Effekts in den verschiedenen Experimenten variierte: Der Sport nach dem Lernen verbesserte das Ergebnis – allerdings nur bei Frauen. Bei Männern gab es keinen Unterschied zwischen Sport- und Kontrollgruppe. Studienautor Dr. Steven Most: „Es ist nicht klar, ob das wirklich ein Geschlechterunterschied ist oder ob es etwas in den Studienbedingungen gab, das den Effekt bei Frauen möglich machte und bei Männern nicht.“ Solch ein Faktor könnte zum Beispiel die Auswahl ausschließlich männlicher Gesichter in drei der vier Experimente gewesen sein. Möglicherweise wäre das Ergebnis für die männlichen Probanden anders ausgefallen, wären mehr weibliche Gesichter unter den Bildern gewesen.

 

Was hat Sport mit Lernen zu tun?

Auf einen positiven Effekt von Sport nach dem Lernen hatten schon frühere Studien hingewiesen. Eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie kam dabei zu dem Ergebnis, dass er nur dann eintritt, wenn vor dem Training eine mehrstündige Pause eingelegt wird. Die aktuelle Studie widerspricht diesem Ergebnis. Allerdings unterschied sich das damalige Studiendesign auch von dem der aktuellen Untersuchung – beispielsweise wurde die Erinnerung der Probanden erst zwei Tage nach dem Einprägen und Sporttreiben getestet.

Aber wie kommt es zu dem positiven Lern-Effekt? Gehirnscans bei verschiedenen Experimenten dieser Art zeigten, dass der Sport nach dem Lernen Veränderungen im Hippocampus bewirkt – also dem Bereich des Gehirns, der für Lernen und Einprägen zuständig ist. Zudem weiß man, dass während des Sports bestimmte Botenstoffe ausgestoßen werden (z.B. Dopamin und Norephedrin), die beim Speichern von Erinnerungen behilflich sind.

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