Ausschlag im Gesicht: Woher kommt er, was hilft dagegen?

Alexander Scherb

Ein Ausschlag im Gesicht ist gleich doppelt unangenehm. Man muss nicht nur die Blicke anderer Menschen ertragen, sondern hat meist auch einen Mangel oder ein anderes medizinisches Leiden. PraxisVITA nennt die häufigsten Formen von Ausschlag und sagt, was man dagegen tun kann.

Ausschlag im Gesicht: Woher kommt er, was hilft dagegen?
Foto:  PeopleImages/iStock
Inhalt
  1. Welche Formen von Ausschlag gibt es?
  2. Ausschlag im Gesicht: Die Symptome von Akne
  3. Die Ursachen von Akne
  4. Behandlungsmöglichkeiten
  5. Ausschlag im Gesicht: Die Symptome von Rosazea
  6. Die Ursachen von Rosazea
  7. Behandlungsmöglichkeiten
 

Welche Formen von Ausschlag gibt es?

Die Ursachen für einen Ausschlag im Gesicht können vielfältig sein. Von stressbedingtem Ausschlag über Unreinheiten bis hin zu falscher Ernährung gibt es viele Auslöser. Oftmals reicht dann eine Umstellung der Situation. Dies klingt sicherlich einfacher, als es letztendlich ist, aber zumindest muss hierfür meist keine medizinische Hilfe beansprucht werden. Anders verhält es sich bei Akne oder Rosazea. Bei diesen beiden Erkrankungen müssen häufig medizinische Schritte eingeleitet werden. Glücklicherweise hat die Medizin in den letzten Jahren große Fortschritte auf diesem Gebiet gemacht.

Haut kann denken
News Das Gehirn in unserer Haut

 

Ausschlag im Gesicht: Die Symptome von Akne

Akne ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von verschiedenen Akne-Typen. Die verschiedenen Formen unterscheiden sich in Auswirkung, sind aber auch oftmals fließend vorhanden. Das heißt, es können mehrere Formen der Akne gleichzeitig auftreten. Generell ist dieser Ausschlag im Gesicht eine Erkrankung der Talgdrüsen und tritt dort auf, wo diese stark vertreten sind, also auf der Brust, im Nacken, Rücken, Schultern, Oberarme und Gesicht. Folgende Formen der Akne sind am prominentesten vertreten:

  • Acne comedonica: Diese Akne-Form zeichnet sich hauptsächlich durch offene und geschlossene Mitesser aus, die nur selten entzündet sind. Sie tritt fast immer im Gesicht auf, dort im Nasen-, Kinn- und Stirnbereich.
  • Acne conglobata: Von dieser Form der Akne sind hauptsächlich Männer betroffen. Hierbei bilden sich hochentzündliche, bis zu zwei Zentimeter große Knoten. Im Verlauf verwachsen die Knoten miteinander und bilden schmerzhafte Gänge, die sich abkapseln. Sie sind auch die Ursache für die charakteristischen Akne-Narben.
  • Acne papulo-pustulosa: Bei dieser Form der Akne bilden sich neben Mitessern auch entzündliche Pusteln, sowie Papeln und fünf bis zehn Millimeter kleine Knötchen. Acne papulo-pustulosa tritt neben dem Gesicht auch auf Brust, Rücken und Oberarmen auf. Aus den Entzündungen können unterschiedliche Narbentypen entstehen. 

Natürlich gesund Die besten Hausmittel gegen Hautausschlag

 

Die Ursachen von Akne

An der Entstehung von Akne sind mehrere Aspekte beteiligt. Dabei handelt es sich um eine Talgdrüsenüberfunktion, Überbesiedlung von Bakterien, Verhornung des Talgdrüsengangs und Entzündungsreaktionen. 

  • Talgdrüsenüberfunktion und Verhornung: Diese Störungen haben hauptsächlich hormonelle Ursachen. Während der Pubertät kommt es zu einer hormonellen Überproduktion von Talg. Dieser kann meist über die Talgkanäle abfließen. Durch die zusätzliche Produktion von Horn, kann es aber auch zu einer Verhornung kommen, welche dann den Kanal verstopft. Es bilden sich offene, aber auch geschlossene Mitesser. Sie lassen sich aber leicht behandeln.
  • Eine Überbesiedlung von Bakterien und Entzündungsreaktionen sind wesentlich schwerer zu bekämpfen. Dabei handelt es sich nicht um Bakterien, die beispielsweise durch Kratzen in die Wunden gelangen. Vielmehr handelt es sich bei den Bakterien um solche, die generell auf unserer Haut leben. Das Propionibacterium acnes findet im Talgdrüsengang verbesserte Wachstumsbedingungen. Durch sie wird das Immunsystem aktiviert und es entstehen Pusteln und Knötchen. Besonders unangenehm: Die Bakterien entwickeln eine Antibiotika-Resistenz, was zum schlechteren Ansprechen von Medikamenten führt. Unbedingt sollten Cremes, Make-Up oder andere Kosmetikprodukte vermieden werden, da sie den Talgdrüsengang zusätzlich verstopfen.
  

Behandlungsmöglichkeiten

Um der Akne Herr zu werden, muss erst einmal die Form der Akne erkannt werden. Bei leichter Akne reichen bestimmte Hautpflegemittel, wie etwa Peelings oder pH-neutrale und parfümfreie Seifen. Wichtig ist, sich das Gesicht nur einmal täglich zu waschen. Mehrmaliges waschen zerstört das Hautmilieu und kann den Ausschlag im Gesicht verschlimmern. Auf keinen Fall sollten nach dem Waschen Kosmetika oder Cremes aufgetragen werden. Wenn, dann sollten Pflegecremes auf Wasserbasis genutzt werden. Übrigens ist es ein Irrglaube, dass Sonne bei Akne hilft. Die entstehende Bräune verdeckt nur den Ausschlag im Gesicht. Hilfreich ist er aber nicht, im Gegenteil, Sonne begünstigt eine Verschlimmerung! Bei schwerer Akne sollte auf jeden Fall ein Arzt konsultiert werden. Es gibt mittlerweile zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten und Therapien. Beispielsweise Antibiotikatherapien oder Hormontherapien. Der Erfolg solcher Behandlungen ist sehr hoch. Allerdings gibt es durch die Medikamente manchmal Nebenwirkungen. Hier sollten Sie den Arzt befragen. 

Unsere Haut ist eines der größten Organe unseres Körpers
Stories Das Wunderwerk Haut

 

Ausschlag im Gesicht: Die Symptome von Rosazea

Rosazea ist die häufigste Hauterkrankung im Erwachsenenalter. Meist tritt der Ausschlag im Gesicht zwischen dem 30. Und 50. Lebensjahr auf. Rosazea lässt sich frühzeitig an einer Gesichtsrötung erkennen. Hierbei sind die feinen Äderchen im Gesicht dauerhaft geweitet. Im weiteren Verlauf entstehen dadurch Knötchen und Eiterpickel. Auch Verknotungen an der Nase (umgangssprachlich Säufernase) treten auf. Am häufigsten sind Nase, Wangen, Kinn und Stirn betroffen. Rosazea verläuft in drei Stadien:

1. Stadium: Die Haut ist dauerhaft gerötet und man kann feine Äderchen an Nase und Wangen erkennen. Die Haut brennt, sticht und juckt manchmal auch. Zu Beginn klingen die Rötungen wieder ab, im weiteren Verlauf bleiben sie aber dauerhaft.
2. Stadium: Zusätzlich zur Hautrötung tauchen jetzt auch Knötchen und Eiterpickel auf. Das Erscheinungsbild ähnelt dem der Akne.
3. Stadium: Hier wuchern Bindegewebe und Talgdrüsen verstärkt. Die knotige Verdickung der Nase tritt fast ausschließlich bei Männern auf. Verdickungen können auch an Ohren, Kinn und Augenlidern auftreten.

Nachtkerze für gesunde Haut
Natürlich gesund Die besten Heilpflanzen für die Haut

 

Die Ursachen von Rosazea

Leider sind die Ursachen von Rosazea noch nicht geklärt. Zwei Theorien finden allerdings Beachtung. Die eine setzt die Haarbalgmilbe (Demodex folliculorum) in den Fokus. Sie besiedelt meist die Haut der Betroffenen sehr dicht. Eine übertriebene Immunreaktion könnte dann der Auslöser für die übermäßige Gefäßerweiterung sein. Die zweite Theorie betrachtet eine gestörte Temperaturregulierung im Gehirn. Zudem können aber auch Alkohol, zu scharf gewürzte Speisen, Stress und starke Sonneneinstrahlung den Ausschlag im Gesicht begünstigen. 

  

Behandlungsmöglichkeiten

Rosazea lässt sich schon mit einfachsten Mitteln behandeln. Bereits mit der richtigen Hautpflege können Betroffene die Symptome lindern. Eine pH-neutrale, seifenfreie Waschlotion wirkt oftmals schon Wunder. Bei Kosmetika ist Vorsicht geboten. Präparate mit Menthol und Kampfer sollten gemieden werden. Mittel, die Glycerin oder Silikonöl enthalten, werden meist gut vertragen. Auch eine regelmäßige Gesichtsmassage ist hilfreich. Ebenfalls werden Dermatokosmetika mit Pflanzenstoffen in der Regel gut vertragen und mildern die Gesichtsrötung. Wichtig ist, dass Sie die Symptome frühzeitig erkennen und entsprechend gegenwirken. Denn gegen spätere Verknotungen lässt sich nur wenig ausrichten. Verzichten Sie weitgehend auf Alkohol und scharfe Speisen. Auch ausgiebige Sonnenbäder sollten ausgeschlossen werden oder nur mit entsprechenden Sonnenschutzcremes geschehen. Es gibt mittlerweile auch genügend Medikamente, mit denen Rosazea vorgebeugt werden kann. Suchen Sie dafür am besten Ihren Arzt auf und erstellen Sie mit ihm einen Therapieplan. 

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2019 praxisvita.de. All rights reserved.