Ausschlag am Auge: 5 häufige Ursachen – von Neurodermitis bis Stress

Für einen Ausschlag am Auge gibt es viele mögliche Ursachen und Auslöser. Allergien, Infektionen, Erkrankungen oder auch Stress können zu einem Hautausschlag um die Augen führen. Denn die Haut ist hier besonders dünn und empfindlich.

Eine junge Frau reibt sich das Auge
Sich an den Augen zu reiben, kann den Ausschlag um die Augenpartie verschlimmern Foto: iStock/AndreyPopov

Neurodermitis, Gerstenkorn bis hin zu Stress: Die Bandbreite der Ursachen für einen Ausschlag am Auge ist vielfältig. Welche Auslöser infrage kommen und wie der Ausschlag am Auge behandelt werden kann – ärztlich und mit Hausmitteln.

Ausschlag um die Augen: Diese Symptome können auftreten

Die Hautveränderung zeigen sich meistens durch Rötungen. Oftmals geht der Ausschlag um die Augen mit roten Punkten, Pusteln, Knoten oder Körner einher. Viele leiden im Zuge dessen auch an Augenbrennen, Juckreiz, Sehstörungen, Druck- oder Fremdkörpergefühl, geschwollene, verklebte Augenlider und vieles mehr.

Genaue Ursachen und Auslöser können letztlich nur mit ärztlicher Hilfe abgeklärt werden. Deshalb ist es wichtig, keine Selbstdiagnose zu stellen, sondern bei Hautveränderungen im Augenbereich eine:n Ärzt:in aufzusuchen.

5 häufige Ursachen für einen Augen-Ausschlag

Um die Augen herum ist die Haut recht dünn und daher besonders anfällig für einen Ausschlag. Diese fünf Auslöser können dafür verantwortlich sein:

1. Ausschlag um die Augen mit roten Punkten – Periorale Dermatitis

Die periorale Dermatitis – auch „Mundrose“ oder etwas veraltet „Stewardessen-Krankheit“ genannt – ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit, die weder ansteckend noch gefährlich ist. Sie ähnelt einer Akne oder Rosazea. Meist ist die Haut „überpflegt“ und daher stark beansprucht. Typischerweise beginnt der Ausschlag in den Falten zwischen Nasenflügel und Mundwinkeln und breitet sich rund um den Mund aus. Danach kann sich die Erkrankung ausweiten oder auch separat zu einem Hautauschlag um die Augen sowie zu einem Ausschlag auf dem Augenlid führen.

Dabei können sich rote Flecken am Auge oder ein flächiger, roter Ausschlag um die Augen sowie Pusteln am Auge beziehungsweise Knoten oder Papeln bilden. Zusätzlich kann sich der Ausschlag im Augenwinkel zeigen. Ist nur der Augenbereich betroffen handelt es sich um die sogenannte periorbitale („um die Augen herum“ befindliche) Dermatitis. Bei richtiger und konsequenter Behandlung kann die periorale Dermatitis innerhalb weniger Wochen abheilen.

2. Ausschlag unter den Augen – Neurodermitis

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die nicht ansteckend ist und zu starkem Juckreiz führt. Es gibt auch allergische Formen, dann spricht man von „atopischer Dermatitis“ oder „atopischem Ekzem“. Ein Zeichen der Neurodermitis im Augenbereich ist die sogenannte Dennie-Morgan-Falte, die sich unterm Auge zeigt. Das ist eine doppelte Lidfalte am unteren Augenlid. Meist ist die Haut um die Augen auch dunkler. Der Juckreiz führt außerdem zu einem Ausschlag unterm Auge: Die Hautveränderungen zeigen sich in Form von Schuppungen, Falten und Hautrissen – vor allem durch Hautausschlag am unteren Augenlid. Das ist ein potenzielles Einfallstor für Keime.

Außerdem kann eine Neurodermitis an den Augen unter anderem zu einer Entzündung der Lidränder führen (Blepharitis). Die Lidränder jucken, sind rot und geschwollen. Es steigt auch das Risiko für eine nichtinfektiöse Bindehautentzündung (Konjunktivitis). Dazu kann es vor allem in Kombination mit einer Pollenallergie kommen, die zu einer zusätzlichen Reizung der Augen führt.

Übrigens: Die sogenannte Rosazea, bei der es sich ebenfalls um eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit handelt, kann ähnliche Beschwerden hervorrufen (okuläre Rosazea).

3. Ausschlag auf dem Augenlid durch Kontaktallergie

Tierhaare, bestimmte Inhaltsstoffe in Kosmetikprodukten oder Pollen, die durch die Luft fliegen – Kontaktallergene können bei Allergiker:innen am Auge ein sogenanntes Lidekzem auslösen. Dabei ist das Augenlid entzündet. Es können sich Schuppen bilden und die Haut kann etwas verdickt sein, meistens sind beide Lider betroffen. Oftmals entsteht ein Ekzem am Augenlid durch das unbewusste Reiben der Augen – allergieauslösende Substanzen haben so leichtes Spiel, die dünne Augenlidhaut anzugreifen.

4. Ausschlag Augenlid – Gersten- Hagel-, oder Grießkorn

Bei einem Gersten- sowie Hagelkorn handelt es sich weniger um einen Ausschlag am Augenlid als vielmehr um Entzündungen. Das Gerstenkorn ist eine akute Entzündung, die durch Bakterien verursacht wird. Dabei entzünden sich die Talg- und Schweißdrüsen im Augenlid, welches dann meist schmerzhaft geschwollen und gerötet ist.

Das Hagelkorn hingegen ist eine chronische Entzündung einer Liddrüse. Dabei bildet sich ein Sekretstau in den Talgdrüsen. Das umliegende Gewebe schwillt dann an und ist gerötet, verursacht jedoch in der Regel keine Schmerzen. Grießkörner (Milien) sind kleine Knoten, die etwa so groß wie ein Stecknadelkopf und meist weißlich gefärbt sind. Sie tauchen unter anderem um die Augen herum auf, sind jedoch harmlos und eher ein kosmetisches Problem. 

5. Ausschlag am Auge durch Stress

Starker oder anhaltender Stress kann das Immunsystem schwächen. Der Körper kann sich dann schlechter gegen äußere Einflüsse wehren und wird anfälliger für Krankheiten. So kann Stress auch einen Ausschlag ums Auge triggern, beispielsweise bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder periorale Dermatitis. Ein deutlicher Hinweis ist es, wenn sich ein Ausschlag an den Augen in stressigen Zeiten verstärkt. In dem Fall können zum Beispiel Entspannungstechniken dabei helfen, das Stresslevel zu senken.

Hautausschlag um die Augen behandeln

Wie lässt sich Ausschlag am Auge behandeln? Das ist abhängig von der Ursache. Eine erste Maßnahme ist es, auf bisherige Kosmetika, Pflegeprodukte und Parfums zu verzichten, damit die empfindliche Augenpartie weniger gereizt wird.

Ist eine periorale Dermatitis der Grund für den Hautausschlag am Auge, wird sie meist mit Antibiotika behandelt. Bei entzündeten Lidrändern ist eine tägliche Pflege des Augenlidrands nötig, indem sie vorsichtig mit feuchten Wattepads oder Wattestäbchen gereinigt werden. Außerdem können „künstliche Tränen“ helfen, das sind Augentropfen, die das Auge befeuchten. Bei allergischen Reaktionen können auch Antihistaminika (spezielle Arzneien gegen Allergien) zum Einsatz kommen oder eine Hyposensibilisierung gegen Allergieauslöser wird erwogen. Je nach Ursache kann eine dauerhafte Behandlung nötig sein.

Hausmittel: Was sie bei Ausschlag am Auge bringen – und wo die Grenzen liegen

Zur Behandlung von Hautproblemen am Auge oder Ausschlag am Augenlid sind Hausmittel kaum geeignet. Die Mittel können in die Bindehaut gelangen und weitere Reizungen und Entzündungen verursachen. Produkte aus Kamille wie Kamillentee sind beispielsweise potenzielle Allergieauslöser, daher sollte man die Augen sowie die Haut um die Augen nicht damit behandeln.

Gegen Juckreiz und Spannungsgefühle wie bei der perioralen Dermatitis werden aber Schwarzteeumschläge empfohlen. So werden sie angewendet: Zwei bis drei Beutel schwarzen Tee etwa zehn bis 15 Minuten ziehen lassen. Die Beutel sollten gut abkühlen, bevor sie mit einem sauberen Tuch auf die betroffene Haut gelegt werden. Vor allem bei geschwollen Augen oder Augenlidern kann die Kühlung die Beschwerden lindern.

Was Betroffene bei Ausschlag am Augenlid um die Augen selbst tun können

  • Wer unter Augenausschlag leidet, sollte auf Alkohol und Nikotin verzichten. Sie schwächen den Körper und den Schutzschild der Haut, das macht sie anfälliger für Krankheitserreger.

  • Direkte Sonneneinstrahlung sollten Betroffene ebenfalls meiden, um die Haut und die Augen nicht weiter zu reizen.

  • Statt der gewohnten Reinigungsmittel ist es sinnvoll, auf sogenannte Syndets zurückgreifen. Das sind Waschlotionen, die, im Gegensatz zu klassischen Seifenprodukten, dem pH-Wert der Haut ähneln und die natürliche Schutzschicht bewahren.

  • Ansonsten sollte lauwarmes Wasser zur Reinigung reichen.

  • Wichtig ist, die Haut vorsichtig trocken zu tupfen und nicht zu reiben, wenn Sie unter Ausschlag am Auge leiden.

Quellen:

Dennie-Morgan-Infraorbitalfalte, in: Altmeyers Enzyklopädie Dermatologie

Gerstenkorn, in: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V.

Hagelkorn, in: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V.

Konjunktivitis, in: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V.

Liddermatitis, in: Altmeyers Enzyklopädie Dermatologie

Lidrandentzündung (Blepharitis), in: Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e. V.

Milien, in: Altmeyers Enzyklopädie Dermatologie

Neurodermitis, in: Bundesministerium für Gesundheit

Periorale Dermatitis, in: Altmeyers Enzyklopädie Dermatologie

Periorale Dermatitis, in: msdmanuals.com

Rosazea, in: msdmanuals.com

Wenn Neurodermitis ins Auge geht, in: Deutsche Gesellschaft für Augenheilkunde