Erschöpfung durch Pflegeverantwortung Ausgebrannt? Worauf Pflegende achten sollten

Stephanie Pingel
Ausgebrannt durch Pflege
Ausgebrannt? Wer einen Angehörigen pflegt, gerät schnell in eine Erschöpfungsspirale © jeffbergen/iStock

Wer einen Angehörigen pflegt, steht oft unter dauerhaftem Stress und fühlt sich ausgebrannt. Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre leeren Energiespeicher wieder auffüllen können.

Einen Angehörigen zu pflegen, kostet viel Energie. Und oft stellt der Pflegende dafür seine eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund. Aber der dauerhafte Stress führt schnell in eine Erschöpfungsspirale – man fühlt sich ständig müde und ausgebrannt, ein Burnout droht. Sind die Energiespeicher einmal leer, kann der Körper sich kaum noch regenerieren. Dazu kommt oft auch noch die Angst, in der Rolle des Pflegenden zu versagen.

Die Pflege deshalb einzustellen, ist in den meisten Fällen keine Option. Und das muss auch gar nicht sein: Mit ein paar Tipps können Sie sich aus der Abwärtsspirale befreien und neue Kraft tanken!

 

Setzen Sie auf Vitamin B

Gerade bei großem Stress leert sich der Vitamin-B-Speicher schnell – und je älter wir werden, desto mehr nimmt die Aufnahmefähigkeit des Körpers ab. Dabei sind gerade die Vitamine B6, B12 sowie Folsäure besonders wichtig für unsere Gesundheit: Sie unterstützen den Stoffwechsel, die Funktion von Gehirn- und Nervenzellen und versorgen uns mit Energie. Ein Mangel sorgt dagegen für noch mehr Müdigkeit und Erschöpfung – wir fühlen uns schnell ausgebrannt. Um dem vorzubeugen, ist besonders die Ernährungsweise wichtig: Gute Vitamin-B-Lieferanten sind beispielsweise Hülsenfrüchte wie Linsen, tierische Produkte wie Hühnchen- oder Putenfleisch und Blattsalate wie Feld- und Endiviensalat. Die Produkte sollten am besten zwei- bis dreimal in der Woche auf dem Speiseplan stehen. Aber auch durch Nahrungsergänzungsmittel lässt sich ein Vitamin-B-Mangel beheben. Noch besser (durch eine höhere Resorption) und schneller wirkt jedoch eine Injektionskur mit B-Vitaminen in einer speziellen Zusammenstellung. Die Injektion wird üblicherweise vom Hausarzt verabreicht.

Ausgebrannt durch Pflege
Als pflegender Angehöriger neigt man oft dazu, sich selbst zu vernachlässigen – bis man sich irgendwann völlig ausgebrannt fühlt © FredFroese/iStock
 

Mehr Zeit für mich

Natürlich möchten Sie gern rund um die Uhr für Ihren pflegebedürftigen Angehörigen da sein. Doch darunter können sowohl Ihre Gesundheit als auch Ihr Privatleben leiden. Deshalb ist es wichtig, sich selbst kleine Freiräume zu schaffen: Machen Sie sich bewusst, dass Sie nicht ganz allein die Verantwortung tragen müssen. Andere Familienmitglieder und Pflegedienste können Sie unterstützen. Professionelle Beratungsstellen helfen dabei, Ihren Alltag so umzustrukturieren, dass Sie selbst trotz der Pflege nicht zu kurz kommen. Nutzen Sie die dadurch entstehenden Freiräume, um Ihren Hobbys nachzugehen und soziale Beziehungen zu pflegen.

 

Ausgebrannt? Weitere Symptome als Warnsignal

Neben ständiger Müdigkeit und Energieverlust gibt es weitere Symptome, die darauf hindeuten, dass Sie ausgebrannt sind. Da diese recht unspezifisch sind, werden sie nicht immer als Symptom für einen drohenden Burnout erkannt. Häufige Beschwerden sind:

Wenn derlei Symptome gehäuft und anhaltend auftreten, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursachen zu ergründen und diese behandeln zu können

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