Ausgangssperren und Notbremsen: Diese Regionen in Deutschland sind betroffen

Mona Eichler Health-Redakteurin

Vielen Kreisen in Deutschland steht wegen zu hoher Inzidenzwerte eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen bevor. Ausgangssperren und Notbremsen statt Osterruhe: Wo was gilt im Überblick!

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Inhalt
  1. Notbremse in Baden-Württemberg: Stuttgart untersagt Click & Meet
  2. Kommt die Corona-Notbremse in München und Hamburg? 
  3. Brandenburg: Verschärfte Regelungen zu Ostern
  4. Ausgangssperre in Hessen: Offenbach macht den Anfang
  5. Niedersachen: Notbremse ab 150er-Inzidenz
  6. Schleswig-Holstein: Corona-Notbremse ab 1. April

Angesichts der stetig steigenden Infektionszahlen im Land, der Bedrohung durch Virusmutationen und der Warnung vor einer dritten Welle mit 100.000 Neuinfektionen pro Tag ziehen viele Regionen in Deutschland noch vor Ostern die Notbremse. Überschreitet ein Kreis drei Tage infolge eine Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche, können und sollen etwaige Lockerungen zurückgenommen und schärfere Regelungen umgesetzt werden – unter anderem nächtliche Ausgangssperren. 

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Notbremse in Baden-Württemberg: Stuttgart untersagt Click & Meet

In Baden-Württemberg gestaltet sich dies jedoch schwieriger als gedacht. Zwar liegen aktuell 32 von 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg über dem kritischen Inzidenzwert, die Notbremse gezogen haben bisher aber nur wenige – darunter Mannheim, Schwäbisch Hall, Konstanz und der Rhein-Neckar-Kreis.

Am Mittwoch (31. März) zieht Stuttgart nach und setzt folgende Regelungen um:

  • Click & Meet entfällt
  • Museen, Galerien und der botanisch-zoologische Garten Wilhelma schließen
  • Die meisten körpernahen Dienstleistungen (Kosmetik-, Tattoo- und Nagel-Studios) sind untersagt
  • Friseure müssen in der Handwerksrolle eingetragen sein, um weiterarbeiten zu dürfen

Eine nächtliche Ausgangssperre gilt in Stuttgart zunächst nicht. 

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Kommt die Corona-Notbremse in München und Hamburg? 

In Bayern haben inzwischen 64 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte die Notbremse gezogen – inklusive nächtlicher Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr und das Umschalten von Click & Meet auf Click & Collect. Der „Bayrische Rundfunk“ führt eine Liste aller Regionen, in denen die nächtliche Ausgangssperre gilt. München ist zwar noch nicht betroffen, bereitet sich aber bereits auf die Notbremse vor: Aktuell liegt der Inzidenzwert der Landeshauptstadt bei 97,4. 

Ähnlich ist es in Hamburg. Die Stadt weist aktuell eine 7-Tage-Inzidenz von 140,7 auf, hat allerdings noch keine Ausgangssperre verhängt. Medienberichten zufolge steht diese Maßnahme nun allerdings zur Diskussion. Eine Entscheidung soll demnächst fallen. 

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Brandenburg: Verschärfte Regelungen zu Ostern

Die Landesregierung von Brandenburg hat aktuell vor allem Ostern im Blick. In den Tagen vom 1. bis 6. April ist eine nächtliche Ausgangssperre geplant, die jeweils von  22 Uhr bis 5 Uhr gilt.

Von der Notbremse betroffen wären jene Landkreise, deren 7-Tage-Inzidenz drei Tage infolge über 100 liegt. 

 

Ausgangssperre in Hessen: Offenbach macht den Anfang

Als erste Kommune in Hessen hat die Stadt Offenbach die Corona-Notbremse gezogen. Anders als in Bayern oder Brandenburg gilt die nächtliche Ausgangssperre bereits ab 21 Uhr bis jeweils 5 Uhr. Die Verschärfung tritt am Dienstag um Mitternacht in Kraft und soll zunächst bis zum 18. April gelten. 

Der Kreis Groß-Gerau setzt die Ausgangssperre am Gründonnerstag ab 0 Uhr um, ebenfalls zunächst bis zum 18. April. Zusätzlich bleiben hier nach Ostern die Kindertagesstätten geschlossen. Angeboten wird eine Notbetreuung. Für Sportangebote brauchen die Teilnehmer ab Donnerstag einen tagesaktuellen negativen Corona-Test.

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Niedersachen: Notbremse ab 150er-Inzidenz

In der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen ist festgehalten, dass Ausgangsbeschränkungen ab einer Inzidenz von 150 umgesetzt werden können. Die Region Hannover macht davon nun Gebrauch. Ab Donnerstag, 1. April gilt eine zwölftägige nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 Uhr und 5 Uhr. Diese darf nur aus „triftigen Gründen“ missachtet werden: 

  • eine notwendige medizinische, psychosoziale oder veterinärmedizinische Behandlung
  • die Wahrnehmung einer beruflichen Tätigkeit 
  • der Besuch von Gottesdiensten und ähnlichen religiösen Veranstaltungen
  • Besuch naher pflegebedürftiger Angehöriger

Der Landkreis Cloppenburg geht einen Sonderweg in Niedersachen. Hier gilt die nächtliche Ausgangssperre bereits ab Mittwoch und ab 21 Uhr. 

 

Schleswig-Holstein: Corona-Notbremse ab 1. April

Die Kreise Segeberg und Pinneberg sowie die Stadt Flensburg ziehen die Corona-Notbremse am 1. April. Ab dann gelten folgende Verschärfungen: 

  • Treffen eines Haushalts mit einer weiteren Person (Kinder unter 14 Jahren ausgenommen) 
  • Einkaufen nur noch alleine möglich (Supermarkt/Discounter, Apotheken, Wochen- und Baumärkte) 
  • Einzelhandel stellt auf Click & Collect um
  • Freizeit- und Kultureinrichtungen machen ihre Angebote im Freien zugänglich
  • Kitas gehen in die Notbetreuung
  • Fahrschulen bieten Fernunterricht an

Da sowohl Ausgangssperren als auch andere Maßnahmen innerhalb der Corona-Notbremse Ländersache sind, ist es immer notwendig, sich so lokal wie möglich über geltende Bestimmungen zu informieren.  

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