Augenmilben – Millionen Menschen sind betroffen

Redaktion PraxisVITA
Augenmilben
Augenmilben können von Menschen und Tieren übertragen werden und lästigen Juckreiz unter dem Auge hervorrufen © youtube

Gerötete, entzündete Augen können ein Zeichen für lästige, kleine Parasiten sein: Augen-Milben. Sie legen ihre Eier auf den Wimpern ab und weigern sich hartnäckig, wieder zu verschwinden. Sind Sie auch betroffen?

Leiden Sie unterm Auge unter Juckreiz, Fremdkörpergefühl sowie ständigen Augen- und Lidentzündungen (Blepharitis)? Eine versteckte Ursache könnte ein Parasit namens Demodex folliculorum, zu deutsch, Augenmilbe sein, der es sich zwischen Ihren Wimpern bequem gemacht hat. Wir verraten Ihnen, was die Anzeichen für einen Milbenbefall sind und wie Sie die lästigen Mitbewohner wieder loswerden.

 

Milben beim Hund – Haben Sie sich angesteckt?

Augenmilben können von Menschen und Tieren übertragen werden, deshalb sind Haustierbesitzer besonders gefährdet. Da besonders Hunde häufiger von Milben befallen sind, sollten Besitzer von Hunden ihre Vierbeiner nicht mit im Bett schlafen lassen. Nachts ist Demodex folliculorum nämlich besonders aktiv, dann treten die Milben aus den Follikeln aus und wandern von Wimper zu Wimper.

Augenmilben
Augenmilben kommen besonders bei Hunden häufig vor und können an den Tierbesitzer übertragen werden© iStock

„Sie vermeiden das Licht und auch wenn es unangenehm klingt, kommen sie genau dann raus, wenn wir ins Bett gehen. Sie paaren und vermehren sich und sterben schließlich nach zwei bis drei Wochen. Ihre Nachkommen führen den Prozess jedoch fort“, erklärt Norman Herskovich, US-Augenspezialist.

Allgemein gilt: Haustiere erhöhen das Risiko für eine Übertragung mit Augenmilben. Faktoren wie Sonnenexposition, Alkoholkonsum, Rauchen, Stress, scharfe und würzige Speisen und plötzlicher Temperaturwechsel können dazu beitragen, dass sich die Milben vermehren.

 

Blick in den Spiegel – Sind Ihre Wimpern verkrümmt?

Neben ständig juckenden und gereizten Augen, können auch die Wimpern geschädigt werden. Augenmilben ernähren sich von Zellen des Haarfollikels, wodurch dieser gelockert oder verschoben wird. Außerdem können die Milben Mikroverletzungen verursachen, die dafür sorgen, dass die Hautzellen um den Follikel verhornen. Dies zeigt sich als sichtbare Ablagerung am Wimpernkranz. Ein dauernder Befall der Follikel kann schließlich sogar zu einem gestörten Wimpernwachstum führen, bei dem die Wimpern in die falsche Richtung wachsen und so die Hornhaut durch ständige Reibung zusätzlich reizen.

Da Augenmilben auch Bakterien auf ihrer Oberfläche transportieren können, drohen Lid- und Hornhautentzündungen durch eingeschleppte Streptokokken und Staphylokokken.

 

Wie werde ich Augenmilben wieder los?

Neben den Vorsichtsmaßnahmen zum Umgang mit Haustieren ist häufiges Händewaschen ratsam, das Auge sollte man am besten so selten wie möglich berühren, um eine Übertragung zu vermeiden. Stattdessen raten Experten, die Augen mit einem weichen Tuch und fünfprozentigem Teebaumöl zweimal täglich zu reinigen. Der Augenarzt kann unter dem Mikroskop verbleibende Milben und deren Eier von den Augenlidern entfernen. Wenn auch das nicht hilft, kann man den Bakterien, die die Augenentzündungen hervorrufen, mit Antibiotika zu Leibe rücken.

Im Video erfahren Sie außerdem alles, was Sie über die entzündliche Hauterkrankung Neurodermitis wissen sollten.

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