Augenimplantat lässt Mann wieder sehen

Ein Blinder steht an einer Ampel
Sich wieder selbstständig zurecht finden können – ohne Taststock oder Blindenhund. Das kann dank eines Augenimplantats Wirklichkeit werden... © Fotolia

Nach zehn Jahren Blindheit gab ein Implantat Allen Zderad sein Augenlicht zurück. Wir erklären, wie die neue Entwicklung funktioniert und zeigen das erste Wiedersehen des Patienten mit seiner Frau.

Retinopathia pigmentosa ist eine Augenerkrankung, bei der Sinneszellen der Netzhaut durch Mutation zerstört werden. In einem schleichenden Prozess lässt die Sehkraft der Betroffenen nach – und führt in der Regel schließlich zur Blindheit.

Dieses Schicksal traf auch Allen Zderad aus dem US-amerikanischen Minnesota. Er musste seinen Beruf als Chemiker aufgeben und war immer mehr auf fremde Hilfe angewiesen. Nachdem der 68-Jährige bereits zehn Jahre lang blind war, gab ihm eine neue Entwicklung sein Augenlicht zurück.

 

Video: Newsy Science

 

So funktioniert das Augenimplantat

Die Brille, die Allen Zderad wieder sehen lässt, heißt „Bionic Eye“ – sie wurde von Forschern der Mayo Clinic in Minnesota entwickelt. Bei dem neuen Verfahren werden 60 Elektroden in die Augen des Patienten eingesetzt. In der Innenseite der zugehörigen Brille ist eine Kamera eingebaut. Diese Kamera ist mit einem Computer verbunden, den der Patient in einer kleinen Tasche am Gürtel trägt. Der Computer sendet die Kamerabilder zu den implantierten Elektroden – die verarbeiten sie und geben sie ans Gehirn weiter.

Mit „Bionic Eye“ können Patienten nicht gut genug sehen, um Gesichter klar zu erkennen oder Bücher zu lesen, aber sie können Umrisse und Gestalten ausmachen. Für Allen Zderad reichte das aus, um seine Frau zu erkennen – denn die war das erste, was er nach zehn Jahren Blindheit sehen wollte.

Hamburg, 25. Februar 2015

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