Augen: Grüner Star und Makula-Erkrankung

Die Schädigung des Auges durch ein Glaukom bleibt oft lange unbemerkt
Die Schädigung des Auges durch ein Glaukom bleibt oft lange unbemerkt. Deshalb ist es wichtig, ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Vorsorge zu gehen © Fotolia

Glaukom (grüner Star) – diese Diagnose bedeutete lange Zeit eine drohende Erblindung. Auch gegen die altersbedingte Makula-Degeneration konnten Mediziner bis vor kurzem wenig tun – der Verlust der Sehkraft war nicht aufzuhalten. Doch heute gibt es Therapien, um die Krankheitsverläufe zu stoppen! Dr. Jens Jordan von der Uniklinik Freiburg erklärt die neuesten Methoden:

 

Augendruck messen

In einem gesunden Auge wird der Ausfluss des Kammerwassers durch ein empfindliches Gittergewebe reguliert. Doch dieses kann verstopfen, steif und brüchig werden. Die Folge: Die Flüssigkeit staut sich, der Augendruck steigt. Und dieser hohe Druck ist die häufigste Ursache für ein Glaukom, da er den Sehnerv unwiderruflich schädigt. "Das Tückische ist, dass Sie von der Schädigung lange Zeit nichts bemerken", erklärt Dr. Jordan. Denn das Gehirn kann die Gesichtsfeldausfälle, die dadurch entstehen, lange kompensieren. "Deshalb ist es so wichtig, dass Sie ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig zur Vorsorge gehen", sagt der Experte. Für Risiko-Patienten mit einer hohen Fehlsichtigkeit oder Glaukom-Erkrankungen in der Familie zahlen die Kassen – sonst ist mit etwa 30 Euro für die Untersuchung zu rechnen. "Grünen Star können wir zwar nicht heilen, aber wir können meist den Krankheitsverlauf aufhalten und eine Verschlechterung verhindern", sagt Dr. Jordan. Bei jeder Behandlung steigt man zunächst mit Augentropfen ein. Ist der Augendruck dennoch zu hoch oder vertragen die Patienten die Tropfen nicht, muss operiert werden. "Dabei nutzen wir ein minimalinvasives Verfahren und entnehmen mit einem kugelschreiberähnlichem Gerät ein Stück des verstopften Gewebes.

Dadurch werden die Abflusswege wieder frei", so der Spezialist. Er betont, wie wichtig es ist, dass die Patienten nach der Operation regelmäßig zur Kontrolle gehen: "Das Immunsystem reagiert auf jede Verletzung mit Heilung." Aber in diesem Fall soll das Loch ja gerade nicht wieder zuheilen – denn dann wäre das Gewebewieder verstopft. "In der Zeit direkt nach der Operation können wir aber effektiv eingreifen, sollte der Augendruck wieder ansteigen", so Dr. Jordan.

 

Injektion spritzen bei Makula-Degeneration

Bei der altersbedingten Makula-Degeneration wird die Netzhaut nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Um das auszugleichen, bildet der Körper neue Gefäße im Gewebe unter der Netzhaut. Eigentlich zur Sauerstoff-Versorgung gedacht, verändern sie die Netzhaut-Struktur so sehr, dass Sehstörungen die Folge sind. Mediziner unterscheiden zwischen der "trockenen" und der "feuchten" Form der Erkrankung. Besonders gefährlich ist die letztere: Sie schreitet schnell fort und kann zur Erblindung führen. Doch seit kurzem gibt es eine Therapie, die den Prozess aufhält. Dabei werden Medikamente in den Glaskörper gespritzt, die verhindern, dass sich neue Gefäße bilden. Vor der Injektion wird das Auge desinfiziert und örtlich betäubt. Bei der Behandlung spüren die Patienten einen leichten Druck. Das Medikament wirkt etwa vier Wochen – dann muss eine neue Behandlung stattfinden. Das ist zwar für die Patienten etwas mühsam, weil die Injektionen im Operationssaal erfolgen müssen, aber dafür ist die Erfolgsquote gut: In 40 Prozent wird der Krankheitsverlauf aufgehalten und in 30 Prozent der Fälle verbessert sich die Sehschärfe sogar. Nur bei etwa einem Drittel der Patienten tritt trotz der Therapie eine Verschlechterung ein.

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