Aufgewacht und gelähmt: Warum eine Schlafparalyse jeden treffen kann

Ein Mann liegt im Bett
Bei vollem Bewusstsein, aber unfähig sich zu bewegen: So erleben Betroffene eine Schlafparalyse © Shutterstock

Albtraum im Wachzustand: Bei einer Schlafparalyse fühlen sich Betroffene nach dem Aufwachen wie gelähmt. Wie es dazu kommt und warum der Zustand jeden treffen kann, erfahren Sie hier.

Eine Horrorvorstellung: Aufwachen und plötzlich keinen Muskel mehr bewegen können. Doch dieser Albtraum kann für jeden jederzeit wahr werden: Bei der sogenannten Schlafparalyse sind Betroffene bei vollem Bewusstsein, aber nicht in der Lage, zu sprechen oder sich zu bewegen – meist gelingt es ihnen auch nicht, die Augen zu öffnen. Viele geraten dadurch in Panik, einige haben sogar das Gefühl, zu ersticken, weil sie ihre Atmung nicht spüren können.

 

So entsteht die Schlafparalyse

Der Begriff Schlafparalyse bezeichnet zunächst nur den Zustand des Körpers während des Schlafs: Der Körper ist dann nahezu vollständig bewegungsunfähig – ausgenommen sind Atem- und Augenmuskulatur. Diese vorübergehende Lähmung schützt den Körper davor, im Traum ausgeführte Bewegungen tatsächlich umzusetzen. Normalerweise bekommen wir von ihr nichts mit, weil sie sofort beendet wird, wenn wir aufwachen.

Doch es kann passieren, dass die Schlafparalyse nach dem Aufwachen andauert – Mediziner sprechen dann auch von einem Wachanfall. Das Gehirn ist schon wach, aber die Muskeln sind noch im „Schlafmodus“. Die Folge: Die Betroffenen sind unfähig, zu sprechen oder sich zu bewegen. Nach spätestens zwei Minuten ist der Spuk wieder vorbei – entweder die Muskelkraft kehrt zurück oder man schläft wieder ein. Die Schlafparalyse ist zwar unangenehm, aber nicht gefährlich.

Frau wacht auf
Die Schlafparalyse ist im Normalfall ein vorübergehendes Phänomen und verliert seinen Schrecken, wenn man darüber Bescheid weiß© Fotolia
 

Auslöser einer Schlafparalyse

Im Schnitt erleben laut Studienergebnissen 25 Prozent aller Menschen mindestens einmal im Leben eine Schlafparalyse. Patienten mit einer Narkolepsie (Schlafkrankheit) sind besonders häufig betroffen, weil ihre Schlaf-Wach-Regulation gestört ist. Bei 40 bis 50 Prozent von ihnen tritt das Phänomen regelmäßig auf. Außerdem kann ein gestörter Schlafrhythmus oder ein Jetlag den Zustand herbeiführen.

 

Was kann ich gegen die Schlafparalyse tun?

Bei einzeln auftretenden Schlafparalysen ist eine Behandlung nicht notwendig. Meist genügt es den Betroffenen zu wissen, dass der Zustand nicht gefährlich ist – denn als am schlimmsten wird die Panik empfunden, die er mit sich bringen kann. Einige Betroffene berichten, dass sie der hochkonzentrierte Versuch, sich zu bewegen, aus der Lähmung befreie.

Ist aber eine Krankheit der Auslöser häufiger Schlafparalysen, kann die Behandlung dieser Grunderkrankung helfen: Bei Narkolepsie-Patienten haben sich einige Antidepressiva (trizyklische Antidepressiva und sogenannte Serotonin-Wiederaufnahmehemmer wie beispielsweise Fluoxetin) bewährt. Wenn eine Schlafparalyse im Zusammenhang mit anderen Schlafstörungen auftritt, können natürliche Mittel helfen. Tipps, wie Sie einen Jetlag schnell wieder loswerden, finden Sie hier.

Hamburg, 13. März 2015

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