Aufgedeckt: Butter doch nicht schlecht fürs Herz

Redaktion PraxisVITA
Butter
Butter ist nicht schädlich für das Herz – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie kanadischer Wissenschaftler © Fotolia

Lange galten sogenannte gesättigte Fettsäuren, wie sie in Butter vorkommen, als gesundheitsschädlich. Doch aktuelle Studienergebnisse widersprechen dieser Ansicht. Welche Fette sind also gesund und welche nicht? Praxisvita klärt auf.

Tierische Fette verkürzen das Leben und erhöhen das Risiko von Herzerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes – so lautete lange Zeit die weitverbreitete Meinung von Experten. Als Verursacher der gesundheitlichen Probleme galten die sogenannten gesättigten Fettsäuren.

 

Was sind gesättigte Fettsäuren?

Alle Fette enthalten sowohl gesättigte als auch ungesättigte Fettsäuren – allerdings zu unterschiedlichen Anteilen. Der Unterschied zwischen den beiden Fettsäure-Arten besteht in ihrem molekularen Aufbau: Die einzelnen Atome der Fettsäuren werden durch ein Elektronenpaar zusammengehalten. Wirken zwei Elektronenpaare als Bindeglied, spricht man von einer Doppelbindung. Ungesättigte Fettsäuren zeichnen sich durch mindestens eine solche Doppelbindung aus. Die sogenannten mehrfach ungesättigten Fettsäuren weisen zwei oder mehrere solcher Doppelbindungen auf.

Gesättigte Fettsäuren kommen vor allem in tierischen Produkten wie Butter, Milch, Eigelb und Fleisch vor, aber auch in einigen pflanzlichen Lebensmitteln wie Palmöl und Schokolade. Ungesättigte Fettsäuren sind in den meisten Pflanzen- und Fischfetten enthalten – sie können helfen, Herzleiden vorzubeugen.

 

Gesättigte Fettsäuren sind doch nicht schädlich

In einer Metaanalyse von 73 Studien räumen kanadische Forscher nun mit dem schlechten Ruf der gesättigten Fettsäuren auf: Demnach erhöhen sie weder das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, noch die Wahrscheinlichkeit, an einem Herzleiden, einem Schlaganfall oder einem Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Berliner
Transfette, die in verarbeiteten Lebensmitteln wie Backwaren vorkommen, erhöhen das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen© Fotolia
 

Die wahren Übeltäter heißen Transfette

In den letzten Jahrzehnten hat außerdem eine andere Gruppe von Fetten für Negativ-Schlagzeilen gesorgt: Die sogenannten Transfette gehören zu den ungesättigten Fetten und werden industriell, meist aus pflanzlichen Ölen hergestellt. In chemischen Prozessen werden dabei flüssige Öle in feste Fette verwandelt – daher rührt der Name „gehärtete Fette“. Sie stecken vor allem in verarbeiteten Produkten wie Backwaren, Pommes frites, Frühstücksflocken, Fertigsuppen und Tiefkühlkost. Doch Transfette entstehen auch, wenn Öl in der Pfanne stark erhitzt wird.

Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass ein hoher Konsum von Transfetten mit einem größeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht. Auch die kanadischen Wissenschaftler kamen zu diesem Ergebnis: Ihre Analyse ergab, dass der vermehrte Konsum von Transfetten das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Altersherz oder Herzinfarkt zu erleiden, um 21 Prozent erhöht.

Doch wie viele Transfette sind zu viel? Mediziner empfehlen, einen Höchstwert von zwei bis drei Gramm Transfetten pro Tag (Kinder nur eineinhalb Gramm pro Tag) nicht zu überschreiten – diese Menge steckt bereits in einem Berliner.

Hamburg, 13. August 2015

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