Gesättigte Fettsäuren: Freispruch für die Butter?

Verena Elson Medizinredakteurin

Lange galten sogenannte gesättigte Fettsäuren, wie sie in Butter vorkommen, als gesundheitsschädlich. Doch aktuelle Studienergebnisse widersprechen dieser Ansicht. Welche Fette sind also gesund und welche nicht?

Butter
Butter ist nicht schädlich für das Herz – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie kanadischer Wissenschaftler Foto:  Fotolia

Tierische Fette verkürzen das Leben und erhöhen das Risiko von Herzerkrankungen, Schlaganfall und Diabetes – so lautete lange Zeit die weitverbreitete Meinung von Experten. Als Verursacher der gesundheitlichen Probleme galten die sogenannten gesättigten Fettsäuren.

 

Gesättigte Fettsäuren: doch nicht schädlich?

In einer Metaanalyse von 73 Studien räumen kanadische Forscher nun mit dem schlechten Ruf der gesättigten Fettsäuren auf: Demnach erhöhen sie weder das Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben, noch die Wahrscheinlichkeit, an einem Herzleiden, einem Schlaganfall oder einem Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Allerdings sollte diese Studie nicht als Freifahrschein gelten, nach Herzenslust tierische Fette zu konsumieren. Denn ein Zuviel davon fördert Übergewicht und damit entsprechende Folgeerkrankungen. Ernährungsexperten weisen außerdem darauf hin, dass es bei der Frage nach der Wirkung der Fette auf den Körper auch auf die Auswahl des Lebensmittels ankommt: Käse ist demnach beispielsweise Wurst vorzuziehen. So konnten schwedische Forscher in einer Studie zu Fett in Lebensmitteln zeigen, dass fetthaltige Milchprodukte vor Diabetes schützen.

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Die wahren Übeltäter heißen Transfette

In den letzten Jahrzehnten hat außerdem eine andere Gruppe von Fetten für Negativ-Schlagzeilen gesorgt: Die sogenannten Transfette gehören zu den ungesättigten Fetten und werden industriell, meist aus pflanzlichen Ölen hergestellt. In chemischen Prozessen werden dabei flüssige Öle in feste Fette verwandelt – daher rührt der Name „gehärtete Fette“. Sie stecken vor allem in verarbeiteten Produkten wie Backwaren, Pommes frites, Frühstücksflocken, Fertigsuppen und Tiefkühlkost. Doch Transfette entstehen auch, wenn Öl in der Pfanne stark erhitzt wird.

Zahlreiche Studien weisen darauf hin, dass ein hoher Konsum von Transfetten mit einem größeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einhergeht. Auch die kanadischen Wissenschaftler kamen zu diesem Ergebnis: Ihre Analyse ergab, dass der vermehrte Konsum von Transfetten das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung wie Altersherz oder Herzinfarkt zu erleiden, um 21 Prozent erhöht.

Doch wie viele Transfette sind zu viel? Mediziner empfehlen, einen Höchstwert von zwei bis drei Gramm Transfetten pro Tag (Kinder nur eineinhalb Gramm pro Tag) nicht zu überschreiten – diese Menge steckt bereits in einem Berliner.

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