Auf diese Schmerzmittel sollten Herzpatienten verzichten

Eine junge Frau gibt einer alten Frau eine Tablette
Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac sollten nach einem Herzinfarkt gemieden werden, zeigt eine aktuelle dänische Studie © Fotolia

Sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika können Herzpatienten in Lebensgefahr bringen, wenn sie zusammen mit blutgerinnungshemmenden Medikamenten eingenommen werden – das zeigt eine aktuelle dänische Studie.

Nach einem Herzinfarkt müssen Patienten in der Regel Medikamente einnehmen, die die Blutgerinnung herabsetzen (z.B. Aspirin), um einem erneuten Infarkt vorzubeugen. Schmerzmittel, die der Klasse der sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (nicht-cortisonhaltige, entzündungshemmende Mittel) angehören, zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac, können bei einer gleichzeitigen Einnahme die Wirkung dieser Medikamente unterlaufen und so das Risiko eines erneuten Infarkts erhöhen – das ist der Medizin seit Längerem bekannt.

 

Nichtsterroidale Antirheumatika erhöhen Blutungsrisiko

Eine aktuelle Studie dänischer Forscher zeigt jetzt, dass durch die gleichzeitige Einnahme beider Medikamentengruppen außerdem das Risiko für Blutungen deutlich steigt.

Für ihre Untersuchung werteten Wissenschaftler um Dr. Anne-Marie Schjerning Olsen vom Universitätskrankenhaus in Kopenhagen knapp 62.000 Patientendaten aus. Alle Studienteilnehmer hatten einen Herzinfarkt überlebt.

34 Prozent der Patienten nahmen nach ihrem Herzinfarkt mindestens ein nichtsteroidales Antirheumatikum ein, das ihnen verschrieben worden war. Die Analyse ergab, dass die Einnahme nichtsteroidaler Antirheumatika zusammen mit gerinnungshemmenden Mitteln das Risiko für Blutungen mehr als verdoppelt. Unter Blutungen sind dabei sogenannte intrakranielle Blutungen (innerhalb der Schädeldecke), gastrointestinale Blutungen (im Bereich des Magen-Darm-Trakts) und Blutungen der Atem- oder Harnwege zu verstehen. Das Risiko für neu auftretende Herz- und Gefäßerkrankungen steigt laut Studie um das 1,4-Fache im Vergleich.

Die Studienleiter weisen darauf hin, dass ihre Untersuchung nur nichtsteroidale Antirheumatika berücksichtigte, die die Patienten auf Rezept erhalten hatten – viele der Medikamente seien jedoch rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, was die Gefahr noch erhöhe.

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