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Atorvastatin - Das beste Mittel zum Cholesterin-senken?

Redaktion PraxisVITA

Mein 49-jähriger Patient hatte vor drei Monaten einen schweren Herzinfarkt. Dank schneller Hilfe kann er heute wieder arbeiten und für seine Familie da sein. Nun heißt es, ihn vor einem weiteren Infarkt zu schützen. Seine Gefäße sind bedenklich verkalkt – das kann jederzeit überall im Körper gefährlich werden. Mein Patient sollte deshalb dringend mit dem Rauchen aufhören und mehr Sport treiben. Ich muss mit Medikamenten seinen Blutdruck und seine Cholesterinwerte senken. Über die Ernährung gelingt das leider zu wenig.

Inhalt
  1. Den Cholesterinwert senken
  2. Atorvastatin wirkt in der Leber
  3. Mögliche Nebenwirkungen von Atorvastatin
  4. Wechselwirkungen mit Atorvastatin
 

Den Cholesterinwert senken

Auch wenn immer wieder behauptet wird, Cholesterin sei unbedenklich – das ist falsch. Diese Verschwörungstheorie kostet jedes Jahr vielen Menschen das Leben. Im Fall meines Patienten helfen – neben Aspirin zur Vermeidung von Blutgerinnseln – nur Medikamente, sogenannte Statine. Ich muss das LDL-Cholesterin aufgrund seines Risikos für einen erneuten Infarkt unter 70 mg/dl senken.

 

Atorvastatin wirkt in der Leber

Ich entscheide mich für den Wirkstoff Atorvastatin – der wirkt besonders stark und ist seit Jahrzehnten bekannt. Das heißt: Wir Ärzte wissen sehr genau, wie wir damit umgehen müssen. Das Atorvastatin bremst die nächtliche körpereigene Produktion des LDL-Cholesterins in der Leber. Daher gebe ich es abends. Dann erreicht weniger Wirkstoff mehr senkenden Effekt. Bei meinem Patienten beginne ich mit 20 Milligramm. Die Enddosis ist sicher höher. Vorher habe ich im Blut das LDL, die Leber- und Nierenwerte und Muskelenzyme bestimmt. Bis auf das LDL (165) ist alles okay.

 

Mögliche Nebenwirkungen von Atorvastatin

Statine können die Muskeln angreifen. Bei ausgeprägten Beschwerden wie starkem Muskelkater ohne Grund sollte man das Medikament erst einmal absetzen, die Laborwerte kontrollieren und eventuell einen anderen Wirkstoff einsetzen. Bei leichten Symptomen kann Vitamin D oder das Coenzym Q10 helfen. Statine wie das Atorvastatin sind fettlöslich (lipophil). Das heißt: Sie gelangen ins Gehirn. Sollten Nebenwirkungen wie Alpträume auftreten, kann der Wechsel auf ein wasserlösliches Statin wie das Rosuvastatin angezeigt sein. Da dieses Medikament teurer ist, wird es nur bei Bedarf verschrieben. Grundsätzlich gilt: Je höher die Statindosis, desto stärker die Nebenwirkungen.

 

Wechselwirkungen mit Atorvastatin

Wer Statine wie Atorvastatin einnimmt, sollte weder Grapefruits noch deren Saft zu sich nehmen – die steigern den Wirkspiegel.

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