Atmen Sie sich schlank!

Phyllis Kuhn
Durch richtiges Atmen abnehmen
Wer abnehmen will, braucht vor allem Sauerstoff im Bauch, denn das regt die Verdauung an © Alamy

Ein- und wieder Ausatmen soll die Pfunde purzeln lassen? Aber das machen wir doch sowieso den ganzen Tag – sogar mit olympischer Ausdauer – und nehmen trotzdem nicht ab. Der Fehler: Die meisten Menschen atmen nicht richtig.

Durch zu flaches Einatmen füllen wir unsere Lungen zwar mit etwa zwei Litern Sauerstoff pro Minute, die Körperzellen und übrigen Organe wollen aber mehr. Wussten Sie, dass Sie bei sportlicher Bestätigung eigentlich bis zu 57 Liter Sauerstoff benötigen? Bei flacher Atmung ist jedoch ab den Rippen Schluss mit der optimalen Sauerstoffversorgung.

 

Sauerstoff lässt die Pfunde purzeln

Wer abnehmen will, braucht vor allem Sauerstoff im Bauch, um die Verdauung anzukurbeln. Dadurch wird die Nahrung besser verwertet, wir haben weniger Hunger und essen auch weniger. Und noch ein Fakt: Beim Essen nehmen die meisten von uns überwiegend Fette und Kohlenhydrate zu sich. Der Unterschied zwischen diesen Nahrungsbestandteilen ist, dass Kohlenhydrate in ihrer chemischen Zusammensetzung Sauerstoff enthalten. Leidet der Körper unter einer Unterversorgung mit Sauerstoff, verarbeitet er logischerweise zunächst die Nahrungsbestandteile, die Sauerstoff liefern. Und das sind die energiereichen Kohlenhydrate. Die Fette, die wir ja eigentlich loswerden wollen, bleiben unangetastet.

 

Stress wegatmen – Kilos wegatmen

Richtiges Atmen ist übrigens ein doppelt wirksamer Abnehmtrick: Durch mehr Sauerstoff kurbeln Sie nicht nur direkt die Fettverbrennung an. Wer richtig atmet, kann zudem Anspannung und Ängste wirksam abbauen. Diese Emotionen erhöhen den Cortisolspiegel im Blut und das führt zu einer schlechten Fettverbrennung.

Wir verraten Ihnen, wie Sie durch einfache Übungen mehr Sauerstoff aufnehmen können und so Stress und Kilos schmelzen lassen.

 

Trick Nr. 1: Vor dem Essen

Wenn wir ganz ehrlich sind, essen wir nicht nur dann, wenn wir hungrig sind, sondern auch, wenn wir Stress oder Langeweile haben. Bevor Sie also einer Heißhungerattacke nachgehen und hemmungslos Pommes Frites bestellen: Halten Sie einen Moment inne. Schließen Sie für die Übung am besten die Augen und atmen Sie durch die Nase tief ein. Stellen Sie sich dabei vor, dass der Atem von Ihren Nasenlöchern langsam die Nase hochwandert und sich von dort aus in Ihrem Kopf verteilt. Atmen Sie genauso langsam über den Mund wieder aus. Stellen Sie sich beim nächsten Atemzug vor, wie der Sauerstoff jetzt Ihren Brustraum flutet. Wiederholen Sie die Übung so lange, bis Sie bei Ihren Füßen angekommen sind. Wetten, dass der Heißhunger sich verflüchtigt hat und der Salat auf einmal auch sehr appetitlich aussieht?

 

Trick Nr. 2: Nach dem Essen

Jetzt braucht vor Allem Ihr Bauch genug Sauerstoff, um die Nahrung gut verdauen zu können. Atmen Sie dazu tief und langsam durch die Nase ein und achten Sie dabei auf Ihren Bauch. Hier soll die Luft ankommen und das sehen Sie, wenn sich die Bauchdecke hebt. Atmen Sie durch den Mund wieder aus und lassen Sie die Luft dabei langsam entweichen. Wiederholen Sie die Übung so oft es geht, nach dem Mittagessen am Schreibtisch oder abends auf der Couch. Nach einigen Atemzügen werden Sie sogar eine deutliche Wirkung spüren: Ein hörbares Glucksen im Bauch. Das tiefe Atmen hat die Verdauung angeregt und Ihr Magen ist mit viel Energie bei der Arbeit.

 

Trick Nr. 3: Vor dem Schlafen

Wann ist Ihre Verdauung am aktivsten? Richtig, wenn wir schlafen. Damit wir unseren Magen-Darm-Trakt nicht durch unnötiges Herumwälzen bei der Arbeit stören, ist tiefer erholsamer Schlaf wichtig. Dafür hilft folgende Übung: Legen Sie die linke Handfläche auf Ihre Brust, die rechte auf den Bauch. Atmen Sie nun in zwei Stufen, erst in die linke Hand, dann in die rechte Hand. Fühlen Sie dabei, wie sich die Luft unter Ihren Handflächen langsam sammelt. Atmen Sie umgekehrt wieder aus. Erst muss sich die rechte Hand senken, dann die linke. Und noch einmal langsam einatmen...Hallo, sind Sie noch da?

Hamburg, 17.08.2016

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