Atemschutzmasken gegen Corona: Virologe erklärt, welche wirklich schützen

Ines Fedder Medizinredakteurin

Ob Atemschutzmasken im Kampf gegen Corona überhaupt schützen, darüber waren sich Experten nicht immer einig. Ein Virologe erklärt, welche Masken sinnvoll und welche Schutzmaßnahmen total unangebracht sind.

Inhalt
  1. Diese Atemschutzmaske hilft nicht bei Corona
  2. Corona-Infektion: Diese Atemschutzmasken schützen dich
  3. Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus sinnvoll?

Atemschutzmasken sind derzeit das gefragteste Gut weltweit. Die Corona-Pandemie, deren Ursprung nun auch bekannt ist, hat einen globalen Engpass bei der Lieferung beschert. Medizinisches Personal wartet weltweit vergeblich auf Lieferungen, um die vielen an Corona erkrankten Menschen entsprechend zu behandeln, ohne sich zu infizieren. Und auch die Bevölkerung wappnet sich vor der gefährlichen Tröpfcheninfektion - und das teils mit kreativen Lösungen.

Für Verunsicherung haben vor allem widersprüchliche Aussagen der Experten gesorgt. Atemschutzmasken seien nicht sinnvoll im Kampf gegen Corona. Aber auch dieser Aussage werde nun widersprochen. Deutschlands führender Virologe Christian Drosten erklärte unlängst, auch selbst gebastelte Masken seien wirksam und würden schützen. Was genau stimmt denn jetzt eigentlich? In der Sendung "Stern TV" versuchte Virologe Hendrick Streeck von der Universitätsklinik Bonn Licht ins Dunkle zu bringen. Er bringt es auf den Punkt und berichtet, welche Typen von Atemschutzmasken derzeit im Umlauf sind und welche eine schützende Funktion bei COVID-19 haben und welche nicht. 

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Diese Atemschutzmaske hilft nicht bei Corona

Aufgrund des Lieferengpasses und der immer größer werdenden Verunsicherung bei der Bevölkerung greifen viele, um eine Ansteckung mit dem Virus zu verhindern, zu unorthodoxen Lösungen. Eine Idee, die ein Zahnarzt im Netz verbreitete: eine Atemschutzmaske aus einem Kaffeefilter und einem Gummiband. Der Mundschutz sei zwar schnell selbst gebastelt, allerdings zur Abwehr von Viren völlig ungeeignet, so Virologe Hendrick Streeck. Sein Fazit: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gut Viren oder auch Tröpfchen abhält." Das Material sei zu dünn und würde zu schnell feucht werden. 

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Corona-Infektion: Diese Atemschutzmasken schützen dich

Aber nicht jeder selbsthergestellte Mundschutz sei vollkommen unwirksam bei Corona, erklärt der Experte.

Neben den medizinischen Atemmasken wie der partikelfiltrierenden Halbmaske (FFP) und der Mund-Nasen-Schutzmaske (klassische OP-Maske), wie sie vom medizinischen Fachpersonal verwendet werden, könne auch eine selbstgenähte Maske aus einem simplen Tuch oder T-Shirt während der Corona-Pandemie helfen.

Jedoch: Es hält lediglich die Tröpfchen ab, die man beim Sprechen oder Husten abgibt. Falls man bereits Träger des COVID-19-Virus ist, kann man so verhindern, andere Menschen anzustecken. Diese Masken-Arten schützen jedoch nicht davor, dass man sich selbst ansteckt.

Lediglich die partikelfiltrierende Halbmaske, die einen Filter in der Mitte trägt, verhindert, dass man die gefährlichen Viren selbst einatmet. Sie filtert die Luft, bevor sie in die Lunge gelangt. Solch eine Maske ist jedoch dem medizinischen Fachpersonal vorbehalten. 

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Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus sinnvoll?

Eine Maske zu tragen, kann also durchaus sinnvoll sein, damit sich Corona nicht weiter ausbreitet - auch, wenn sie selbst genäht ist. Denn viele Infizierten wissen gar nicht, dass sie Träger des Virus sind. Eine Maske hilft, andere Personen nicht anzustecken. Und dennoch erklärte Angela Merkel nach Absprache mit den Sprechern von Bund und Ländern, dass es in Deutschland nicht zu einer flächendeckenden Maskenpflicht kommen soll. Lediglich die Stadt Jena entschied sich, eine Maskenpflicht einzuführen.

Virologe Hendrick Streeck vertraue in dieser Hinsicht auf die Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Es brauche laut dem Experten nicht jeder einen Mundschutz tragen, weil es noch nicht eindeutig bewiesen werden könnte, dass so eine Maßnahme sinnvoll wäre. Allerdings empfiehlt der Experte: "Wenn sich jemand krank fühle, sei es definitiv sinnvoll, eine Atemschutzmaske zu tragen." Dabei sollte man natürlich im besten Falle auf die Atemschutzmasken zurückgreifen, die wirklich schützen. 

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