Atemnot: Was passiert bei einer Therapie?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei Atemnot hängt die Therapie im Wesentlichen von der Grunderkrankung ab, die den Sauerstoffmangel auslöst. Wird sie erfolgreich behandelt, lassen die Beschwerden nach. Eine Heilung ist allerdings nicht in allen Fällen möglich. Beispielsweise bei einer Herzschwäche oder einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung müssen die Betroffenen als Teil der Atemnot-Therapie lernen, mit dem wiederkehrenden Luftmangel umzugehen.

Grundsätzlich gehört es bei chronischer Atemnot zur Therapie, die eigene Leistungsfähigkeit richtig einzuschätzen und sich nicht zu überlasten. Ungewöhnliche Anstrengungen sollten vermieden werden. Zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen oder Staubbelastungen in der Luft gilt es zu vermeiden. Falls es zu Sauerstoffmangel kommt, sollten eventuelle Tätigkeiten sofort eingestellt werden. Am besten setzen sich die Patienten hin und stützen sich mit leicht angewinkelten Armen auf den Oberschenkeln ab. Diese Haltung wird auch als Kutschersitz bezeichnet und erleichtert die Arbeit der Muskulatur beim Atmen.

Eine Atemnot wirksam abschwächen mit Inhalations-Medikamenten
Inhalations-Medikamente können – zum Beispiel bei Asthma – eine Atemnot wirksam abschwächen© Fotolia

Abhängig von der Ursache der Atemnot verschreibt der Arzt zudem eventuell Medikamente, die der Betroffene bei Bedarf nehmen kann, etwa bronchienerweiternde Wirkstoffe für Asthmatiker. Eine sinnvolle Maßnahme ist es auch, in Innenräumen die Fenster zu öffnen, um für sauerstoffreiche Umgebungsluft zu sorgen. Abhängig vom Krankheitsbild kann der Arzt zudem eine Sauerstofftherapie anordnen. Dabei atmet der Patient Luft mit einem erhöhten Sauerstoffgehalt ein, um den Sättigungsgrad des Blutes zu verbessern.

Falls die Betroffenen durch psychische Ursachen hyperventilieren, also zu schnell ein- und ausatmen, kann es ihnen helfen, vorübergehend in eine kleine Papiertüte zu atmen, damit der Kohlendioxidgehalt im Blut durch das verstärkte Ausatmen nicht zu stark sinkt. Der wichtigste Aspekt der Atemnot-Therapie ist hier aber das Beruhigen. In einer Therapie lernen die Patienten, sich auf solche Situationen besser einzustellen.

Anders sieht die Atemnot-Therapie in einem akuten Notfall aus, der beispielsweise durch einen Fremdkörper in der Luftröhre oder einen Insektenstich ausgelöst werden kann. Ersthelfer müssen sofort die europaweit einheitliche Notrufnummer 112 wählen. Das weitere Vorgehen hängt von der Situation ab. Bei einem Insektenstich im Hals oder Rachenraum geben Sie dem Betroffenen Eis zum Lutschen und kühlen den Hals durch Umschläge von außen, um das Anschwellen der Schleimhäute hinauszuzögern. Entfernen Sie außerdem eventuell einengende Kleidung, und sorgen Sie dafür, dass der Oberkörper hochgelagert ist. Beides erleichtert die Atmung.

Falls ein Fremdkörper die Luftröhre blockiert, unterscheidet sich die Atemnot-Therapie danach, ob es sich um Erwachsene oder um Kleinkinder handelt. Erwachsenen helfen Sie mit dem sogenannten Heimlich-Handgriff. Dabei umfassen Sie die betroffene Person von hinten, ballen eine Hand zur Faust und legen sie zwischen Bauchnabel und Brustbein des Patienten. Mit der anderen Hand umfassen Sie Ihr Handgelenk, um die Faust zu stützen. Mit der Faust üben Sie nun mehrmals hintereinander kräftigen Druck nach hinten oben aus, bis zu fünfmal. Kleinkinder unter einem Jahr legen Sie hingegen mit dem Kopf nach unten auf Ihren Schoß und schlagen flach zwischen ihre Schulterblätter, ebenfalls maximal fünfmal, wobei Sie mit der anderen Hand das Köpfchen stützen. Falls es Ihnen nicht gelingt, den Fremdkörper aus den Atemwegen eines Erwachsenen oder Kindes zu entfernen, ist dringend ärztliche Hilfe angezeigt – sorgen Sie also dafür, dass parallel jemand den Notruf tätigt.

Bei jeder Form der Atemnot ist es für die Therapie am wichtigsten, Ruhe zu bewahren beziehungsweise als Helfer die Betroffenen zu beruhigen, da Panik und Aufregung den Sauerstoffmangel verstärken. Bei Menschen mit Erkrankungen, die immer mal wieder zu einer Atemnot führen können (z. B. Asthma), können Entspannungstechniken wie Meditation oder autogenes Training die Therapie sinnvoll ergänzen. Sie tragen dazu bei, grundsätzlich zu mehr Gelassenheit zu finden.

Vorbeugung
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