Atemlos – das Gesundgeheimnis des Luftanhaltens

Eine Frau hält die Luft an
In einigen Situationen kann Luftanhalten die Gesundheit schützen © Shutterstock

Wer Angst vor Spritzen hat, sollte vor der Injektion die Luft anhalten – denn das beugt Schmerzen vor, zeigt eine aktuelle spanische Studie. Wann ein kurzzeitiger Atemstopp unserer Gesundheit außerdem guttun kann, erfahren Sie hier.

Für ihre Untersuchung fügten die Forscher der Universität im spanischen Jaén 38 Probanden Schmerzen durch Druck auf die Fingernägel zu – währenddessen sollten die Studienteilnehmer die Luft anhalten. Anschließend wiederholten sie den Versuch und die Probanden bekamen die Anweisung, langsam zu atmen.

Beide Techniken linderten den Schmerz der Probanden, doch das Luftanhalten stellte sich als wirkungsvoller heraus. Auf einer Schmerzskala von eins bis zehn sank der empfundene Schmerz durch diese Methode durchschnittlich von 5,5 auf 5.

Die Erklärung der Studienleiter: Durch das Anhalten des Atems wird ein Signal an das Gehirn gesendet, das daraufhin die Aktivität der Nerven drosselt – als Folge sinkt das Schmerzempfinden.

 

Luftanhalten schützt das Herz vor gefährlichen Strahlen

Wenn Frauen einen Tumor in der linken Brust haben, haben sie häufig zusätzlich ein erhöhtes Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden – denn bei der Strahlentherapie wird auch das Herz den Strahlen ausgesetzt. Studien belegen, dass das Risiko desto höher ist, je länger die Strahlentherapie andauert.

In einer Anfang des Jahres veröffentlichten Studie fanden US-amerikanische Forscher einen Weg, dieses Risiko zu verringern: Wenn Patientinnen während der Bestrahlung die Luft anhalten, gerät das Herz aus der „Schusslinie“ der Strahlen. Denn durch die Zwerchfellabflachung beim Einatmen bewegt sich auch das Herz weiter nach unten und bleibt in dieser Position solange die Atemluft eingehalten wird. Für ihre Untersuchung überwachten die Wissenschaftler den Atmungsprozess der Probandinnen mittels einer speziellen Technik und konnten so den richtigen Moment für die Probandinnen abpassen, die Luft anzuhalten. Das Ergebnis der Studie: Das Herz der Studienteilnehmerinnen war einer um 62 Prozent geringeren Strahlendosis ausgesetzt als wenn sie normal atmeten.

 

Luftanhalten hilft gegen Schlaflosigkeit

Wer häufig an Einschlafproblemen leidet, sollte die sogenannte 4-7-8-Atmung ausprobieren – eine ursprünglich dem Yoga entstammende Atemtechnik, die unter Experten als Beruhigungsmittel für das Nervensystem gilt. Dabei wird vier Sekunden lang durch die Nase eingeatmet, sieben Sekunden lang die Luft angehalten und anschließend über acht Sekunden durch den Mund ausgeatmet. Diese Übung soll schlaflose Menschen schon nach 60 Sekunden ins Reich der Träume befördern.

Am wichtigsten ist laut Experten dabei das Luftanhalten: Es führt dazu, dass Sauerstoff die Lunge füllt und dann durch den Körper zirkuliert. Das hat zur Folge, dass der gesamte Organismus entspannt.

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