Nach AstraZeneca-Stopp: Das empfiehlt die EMA

Ines Fedder Medizinredakteurin

Nach weiteren Thrombose-Fällen ist die Impfung mit AstraZeneca aktuell ausgesetzt. Jetzt hat die EMA entschieden, wie es mit dem Impfstoff weitergeht. Alle Infos hier!

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Inhalt
  1. EMA-Empfehlung zum AstraZeneca-Impfstoff
  2. EMA spricht sich für AstraZeneca-Impfung aus: So geht es weiter
  3. WOH empfielt weiter mit AstraZeneca zu impfen
  4. Nach Impfstopp mit AstraZeneca: Weitere Thrombose-Fälle in Deutschland gemeldet

Nachdem die geplanten Impfungen mit dem Vakzin von AstraZeneca in Deutschland ausgesetzt wurden, hat die EMA (Europäische Arzneimittel-Agentur) heute über die Zukunft des Impfstoffs in Deutschland entschieden. Grund dafür war eine spezielle Form von schwerwiegenden Hirnvenen-Thrombosen, die in Deutschland zunächst an sechs Frauen und einem Mann auftraten und nach Bekanntgabe des Impfstopps sogar noch häufiger gemeldet wurden. Das ist die Empfehlung zur EMA bezüglich des AstraZeneca-Impfstoffs. 

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EMA-Empfehlung zum AstraZeneca-Impfstoff

"Der Expertenausschuss hat die Fälle von Blutgerinnseln analysiert", erklärt EMA-Direktorin Emer Cooke zu Beginn der Pressekonferenz. Die klare, wissenschaftliche Schlussfolgerung ist, dass AstraZeneca ein sicheres Mittel ist, welches gegen Corona hilft, erklärt Emer Cooke und verkündet im gleichen Zuge: Unsere Einschätzung ist, dass "die Vorteile die Risiken überwiegen". Somit spricht sich die EMA für eine Fortführung der Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca aus.

 

EMA spricht sich für AstraZeneca-Impfung aus: So geht es weiter

"Wir werden weiter Analysen auf den Weg bringen", sagt die EMA-Direktorin. Man müsse nun das "Bewusstsein schärfen" auch im Hinblick auf mögliche Risiken. "Über 7 Mio wurden in der europäischen Union geimpft mit diesem Vakzin. Es ist wichtig, dass alle möglichen Risiken überwacht werden." Es sei "unvermeidbar", dass auch seltene Nebenwirkungen auftreten, wenn man Millionen Menschen impft, so die Verantwortlichen bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur.

Die Nachweise, die man im Bezug auf die sehr selten auftretenden Nebenwirkungen von Thrombosen erhalten habe, würden derzeit nicht ausreichen, um zu sagen, ob diese unterwünschen Ereignisse mit dem Vakzin zusammenhängen. Bei den groß angelegten klinischen Studien sei es nicht zu diesen unterwünschten Nebenwirkungen gekommen. Das zeige, wie wichtig es ist, wachsam zu sein. Daher werde man ausdrücklich weiter mögliche Nebenwirkungen überwachen und das Bewusstsein für mögliche Nebenwirkungen zu schärfen. Auf diese müsse zudem auch nachdrücklich hingewiesen werden.

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WOH empfielt weiter mit AstraZeneca zu impfen

Zuvor hatte sich bereits die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zum Einsatz des AstraZeneca-Vakzins geäußert. Sie ist der Ansicht, dass der Nutzen des Impfstoffs die Risiken überwiegt, teilte die Organisation am Dienstag mit und empfiehlt, die Impfungen fortzusetzen. Thrombosen seien weltweit die dritthäufigste Gefäßerkrankung und die Zwischenfälle in zeitlicher Nähe bedeuten nicht unbedingt, dass es einen kausalen Zusammenhang gebe. 

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Nach Impfstopp mit AstraZeneca: Weitere Thrombose-Fälle in Deutschland gemeldet

Nachdem die Impfungen mit AstraZeneca am vergangenen Montag vorerst gestoppt wurden, ist es zu noch weiteren Fällen von Blutgerinnseln in Hirnnerven gekommen. Das meldete das Bundesgesundheitsministerium heute. Inzwischen handelt es sich um 13 gemeldete Fälle in Deutschland, die in einem zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung stehen, berichtet unter anderem "t-online.de". Drei Patienten sind demnach an den Thrombosen gestorben. Unter den 13 Betroffenen sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zwölf Frauen und ein Mann im Alter zwischen 20 und 63 Jahren.

 

 

 

 

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