Asthma-Killer aus dem Genlabor

Eine Asthmatikerin inhaliert
Millionen Asthmapatienten könnten von einem neuen Wirkstoff profitieren, den Marburger Wissenschaftler jetzt entwickelt haben © Fotolia

Deutsche Wissenschaftler haben einen neuen Wirkstoff gegen allergisches Asthma entwickelt – er könnte Millionen Patienten das Leben erleichtern.

Asthma ist eine der häufigsten Krankheiten weltweit. Rund 300 Millionen Menschen sind betroffenen – etwa die Hälfte davon leidet an allergischem Asthma. Diese Form der Erkrankung wird beispielsweise durch Hausstaubmilben, Pollen oder Tierhaare ausgelöst, gegen die der Betroffene allergisch ist. Mit dem Präparat „SB010“ ist Wissenschaftlern der Philipps-Universität Marburg nach jahrelanger Forschungsarbeit die Entwicklung eines neuartigen Wirkstoffs gelungen, der die Symptome bei allergischem Asthma deutlich verringern kann. Am 17. Juni wurde die Studie in der Onlineausgabe der Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ vorgestellt.

 

SB010 linderte Symptome um bis zu 34 Prozent

In einer 28-tägigen Testphase wurde die Wirksamkeit von SB010 in sieben verschiedenen medizinischen Zentren untersucht. Dabei zeigte sich: Die Inhalation des Wirkstoffs verbesserte die Lungenfunktion der Patienten deutlich und ihre Beschwerden gingen um bis zu 34 Prozent zurück.

„Die Therapie schwerer Verlaufsformen des allergischen Asthmas ist zurzeit noch unbefriedigend“, erklärt Harald Renz, Leiter des Instituts für Laboratoriumsmedizin an der Philipps-Universität Marburg. Darum forschten er und sein Team seit Jahren an nach neuen Lösungen.

„Unser Wirkstoff SB010 ist das erste Beispiel einer völlig neuen Wirkstoffklasse, der DNAzyme“, erläutert Renz. Unter „DNAzymen“ versteht man spezielle, künstliche DNA-Moleküle. SB010 hemmt ein Protein, das im Körper Entzündungen auslöst und damit für die typischen Asthmasymptome verantwortlich ist.

Die Marburger Wissenschaftler wollen SB010 nun an größeren Patientengruppen testen.

Hamburg, 19. Mai 2015

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