Aspirin gegen Gliederschmerzen 1897 erfunden von Felix Hoffmann

Der Wirkstoff Salicylsäure wird aus der Weidenrinde gewonnen
Der Wirkstoff Salicylsäure wird aus der Weidenrinde gewonnen und lindert Kopf- und Gliederschmerzen © Fotolia

Eigentlich wollte er nur seinem rheumakranken Vater das Leben erleichtern. Heute ist Hoffmanns Tablette gegen Kopf- und Gliederschmerz in der ganzen Welt bekannt: Aspirin.

Der 10. August war ein Tag wie jeder andere im Sommer des Jahres 1897. Der Chemiker Felix Hoffmann experimentierte zusammen mit Kollegen im Forschungslabor des Bayer-Werkes Eberfeld bei Wuppertal. Seit Monaten schon suchte er fieberhaft nach einem Medikament, das seinen schwerkranken Vater von den quälenden Rheumaschmerzen erlösen sollte. Denn das aus Weidenrinde gewonnene Arzneimittel, das sein Vater bis dahin verwendete, hatte erhebliche Nebenwirkungen. Unter Anleitung und Anwendung der Methoden seines Chefs Arthur Eichengrün gelang es Hoffmann schließlich, aus der Rinde ein neues Pulver herauszufiltern: die Acetylsalicylsäure. Noch ahnte er nicht, welche Entdeckung er da gemacht hatte und welchen Siegeszug der neue Wirkstoff einmal in der ganzen Welt feiern würde.

 

Das Pulver nimmt die Gliederschmerzen

Schon zwei Jahre nach der bahnbrechenden Entdeckung lief die Produktion des Wunderpulvers in Wuppertal an. Bald kam es als Tablette auf den Markt und wurde zur erfolgreichsten Pille der Welt. Noch heute ist Aspirin das erste Mittel der Wahl bei Kopf- und Gliederschmerzen. Trotz etlicher Nachahmungen bleibt das Aspirin das Original und damit die Mutter aller Schmerztabletten. Aber es ist vor allem eines: ein Denkmal für den leidenschaftlichen, aber einsamen Erfinder: den emsigen Doktor Felix Hoffmann.

Info: Acetylsalicysäure

  • Bei Überdosierung kann es zu Übelkeit, bei Magenüberempfindlichkeit gar zu Mikroblutungen kommen. Greifen sie nicht bei jedem Brummschädel zur Tablette. Bei Spannungskopfschmerz hilft auch etwas Pfefferminzöl.
  • Acetylsalicylsäure hemmt die Blutgerinnung. Dieser Effekt hält bis zu sieben Tage an. Für OP-Termine gilt daher: Den Arzt informieren!
Hoffmanns einzige Liebe: die Forschung

Der am 21. Januar 1868 in Ludwigsburg geborene Unternehmersohn war schon früh von der Pharmazie fasziniert. Er schlug zunächst die Apothekerlaufbahn ein, wollte aber schon bald mehr über die Substanzen wissen, die er in seinen Salben, Säften und Zäpfchen verarbeitete, ihre Strukturen besser verstehen. Er beschloss, Chemie zu studieren und so schrieb er sich an der Münchner Maximilians-Universität ein. 1891 bestand er alle Prüfungen mit Auszeichnung, zwei Jahre später erhielt er seine Promotion. Gerade 26-jährig, wurde der ehrgeizige Doktor der Chemie von seinem Förderer, dem späteren Nobelpreisträger Professor Adolf von Baeyer an die Bayer Farbenwerke empfohlen. Das Unternehmen entdeckte zu jener Zeit gerade den Pharma-Markt für sich. Der junge Wissenschaftler stürzte sich mit vollem Elan in die Forschungsarbeit. Ein Privatleben kannte er kaum: Bis zu seinem Tod 1946 lebte der öffentlichkeitsscheue Felix Hoffmann zurückgezogen in der Schweiz; Frau und Kinder hatte er nie. Sein einziges Erbe ist die Wunderpille Aspirin, mit der er Medizingeschichte geschrieben hat.
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