Aspirin gegen Corona: Schmerzmittel soll COVID-19-Verlauf mildern

Daphne Sekertzi

Die Einnahme von Aspirin kann den Verlauf einer COVID-19-Erkrankung mildern – zu diesem Schluss kommt eine US-amerikanische Studie. Demnach soll sich Aspirin nicht nur positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken, sondern auch das Sterblichkeitsrisiko erheblich reduzieren!

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Inhalt
  1. Studie: Aspirin mildert COVID-19-Verlauf 
  2. Corona: Erheblich niedrigeres Sterblichkeitsrisiko durch Aspirin
  3. ASS verhindert Bildung von Thrombosen

Forscher der Universität Maryland in Baltimore haben den Zusammenhang zwischen Aspirin und dem Corona-Verlauf in einer klinischen Studie untersucht. Dabei kamen sie zu Ergebnissen, die für die Behandlung von schweren Corona-Verläufen bahnbrechend sein könnten.

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Studie: Aspirin mildert COVID-19-Verlauf 

Die Studie umfasste 412 Probanden mit Vorerkrankungen, wie Diabetes und Bluthochdruck, und einem Durchschnittalter von 55 Jahren. Alle mussten aufgrund einer schweren Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden. 98 Probanden wurden entweder bis zu einer Woche vor Einlieferung ins Krankenhaus Aspirin verabreicht oder 24 Stunden danach. 344 Probanden der Kontrollgruppe wurden nicht mit dem Schmerzmittel behandelt.

Der Studienleiter, Jonathan Chow, fasste die Studienergebnisse wie folgt zusammen: „Der Einsatz von Aspirin ist mit einer verminderten mechanischen Beatmung, Aufnahme auf der Intensivstation und Mortalität verbunden.“

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Corona: Erheblich niedrigeres Sterblichkeitsrisiko durch Aspirin

Die Zahlen geben Jonathan Chow recht: Die Testgruppe, die Aspirin einnahm, hatte einen milderen Krankheitsverlauf. Ihr Sterberisiko war trotz ihrer Vorerkrankungen verglichen mit der Kontrollgruppe um ganze 47 Prozent niedriger. Rund 35,7 Prozent der Testgruppe mussten an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden. Bei 38,8 Prozent der Behandelten wurde eine intensivmedizinische Behandlung eingeleitet.

In der Kontrollgruppe war die Zahl der schweren Fälle deutlich höher. So war bei 48,4 Prozent der Patienten eine künstliche Beatmung notwendig, 51 Prozent mussten intensivmedizinisch behandelt werden.

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ASS verhindert Bildung von Thrombosen

Die Forscher führen den positiven Effekt von Aspirin auf den Corona-Verlauf auf die darin enthaltene Acatylsalicylsäure (ASS) zurück – ein Wirkstoff, den die WHO bereits 1977 zu den unentbehrlichen Arzneimitteln erklärt. Es steckt nicht nur in Aspirin, sondern auch in einer Vielzahl anderer rezeptfreier Medikamente. ASS ist schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend und verhindert die Bildung von Blutgerinnseln (Thromben).

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Besonders die antithrombotische Wirkung könnte verantwortlich dafür sein, dass eine Corona-Erkrankung durch die Einnahme von ASS einen günstigeren Verlauf nimmt. Denn wie sich in den letzten Monaten zeigte, kommt es bei „bei schweren Verläufen von COVID-19 […] häufig zu thrombotischen Komplikationen, die nicht selten für den Tod verantwortlich gemacht werden“, wie das Ärzteblatt berichtet. Ob Schmerzmittel mit ASS wie Aspirin tatsächlich schwere COVID-19-Verläufe mildern können, muss nun in weiteren Studien untersucht werden. 

Quellen:

Aspirin Use is Associated with Decreased Mechanical Ventilation, ICU Admission, and In-Hospital Mortality in Hospitalized Patients with COVID-19, in: journals.Iww.com

COVID-19: Patienten haben mit „Low dose“-ASS geringes Komplikations- und Sterberisiko, in: aerzteblatt.de
 

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