Übersicht

Aspartam - Die umstrittene Zuckeralternative

Alexander Scherb

Kaum ein anderer Süßstoff steht so im Fokus von Debatten und Untersuchungen wie Aspartam. Die Zuckeralternative hat den Ruf krebserregend zu sein und Hirntumore auszulösen. Doch ist Aspartam wirklich so gesundheitsschädigend, wie von vielen behauptet oder handelt es sich bei dem Zuckerersatzstoff um eine vernünftige Alternative für Diabetiker und Zuckergegner? PraxisVITA erklärt, was es mit Aspartam auf sich hat.

Zucker in einer Kelle
Aspartam zählt zu den wichtigsten Zuckerersatzstoffen für Diabetiker Foto:  MamaMiaPL/iStock
Inhalt
  1. Wie wird Aspartam gewonnen?
  2. Vitamine und Nährstoffe
  3. Wie wirkt Aspartam?
  4. Hat Aspartam einen besonderen Geschmack?
  5. Die Vorteile von Aspartam
  6. Aspartam als ewiger Streitpunkt
 

Wie wird Aspartam gewonnen?

Aspartam ist kein natürlicher Stoff, sondern wird synthetisch gewonnen. 1965 entdeckte der Chemiker James M. Schlatter ihn durch Zufall, als er an einem Wirkstoff gegen Magen-Darm-Erkrankungen forschte. Aspartam wird aus den beiden Aminosäuren L-Asparaginsäure (fungiert als Leiter unserer Nerven) und L-Phenylalanin (wichtig für unseren Stoffwechsel) zusammengesetzt. Beide Stoffe können vom Körper nicht selbst produziert werden und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. 

 

Vitamine und Nährstoffe

Als synthetisches Präparat besitzt Aspartam keine weiteren Nährstoffe oder Vitamine. Der Süßstoff dient einzig zum Süßen von Getränken und Speisen.

Ahornsirup aus der Karaffe
Übersicht Ahornsirup: Die kanadische Zuckeralternative

 

Wie wirkt Aspartam?

Aspartam besitzt die gleiche Kalorienanzahl wie Zucker, nämlich vier Kilokalorien pro Gramm. Da Aspartam allerdings 200 Mal süßer als Zucker ist, werden wesentlich geringere Mengen zum Süßen von Speisen oder Getränken benötigt. Die erlaubte Tagesdosis von Aspartam liegt in der EU bei 40 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag (bei einer Person mit einem Gewicht von 70 Kilogramm). Dies entspricht rund 270 Süßstofftabletten oder zwölf Liter eines mit Aspartam gesüßten Getränks.

 

Hat Aspartam einen besonderen Geschmack?

Wie bei vielen alternativen Süßstoffen, hat auch Aspartam pur zu sich genommen einen leicht bitteren Nebengeschmack. Da der Zuckerersatzstoff bei höheren Temperaturen seine Süßkraft verliert, eignet er sich nicht zum Kochen oder Backen. In Getränken entfaltet er dagegen sein volles Potenzial.

 

Die Vorteile von Aspartam

Aspartam zählt nach wie vor zu den wichtigsten Zuckerersatzstoffen für Diabetiker und Menschen, die auf eine zuckerfreie Ernährung achten. Obwohl Aspartam eine so hohe Süßkraft besitzt, lässt er den Blutzuckerspiegel nicht ansteigen und liegt im glykämischen Index bei Null (gewöhnlicher Haushaltszucker hat einen glykämischen Index von 100). Zusätzlich hat Aspartam so gut wie keine Kalorien und besitzt auch keine Kohlenhydrate. Hinzu kommt, dass der Süßstoff kein Karies fördert.

Vorsicht bei …

Aspartam darf von Menschen mit einer angeborenen Phenylketonurie (eine Stoffwechselerkrankung, welche die Hirnentwicklung schädigt) nicht konsumiert werden. Deshalb muss auf jedem Lebensmittel mit Aspartam die Warnung „Enthält eine Phenylalaninquelle“ angegeben sein. 

 

Aspartam als ewiger Streitpunkt

Obwohl Aspartam einer der meistgenutzten Zuckerersatzstoffe ist, hat er keinen guten Ruf. Dies liegt an den vielen, vermeintlich seriösen, Studien, welche dem Süßstoff alle möglichen Nebenwirkungen attestieren. Über 90 Erkrankungen soll Aspartam auslösen, darunter Darmkrebs, Leukämie, Impotenz, Migräne und Haarausfall. Es scheint so, als wäre Aspartam für alle Krankheiten verantwortlich, welche die moderne Medizin kennt. 

Naturmedizin 5 Nahrungsmittel, die das Gehirn lahm legen

Allerdings muss man viele Studien kritisch betrachten. In vielen Fällen wurden beispielsweise Mäusen oder Ratten exorbitant hohe Dosen von Aspartam verabreicht. Teilweise überschritten die Werte die in Europa zulässigen Mengen für den Verzehr um das Hundertfache. Die Aussagekraft solcher Studien sollte angezweifelt werden. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit konnte in der bisher größten Untersuchung im Jahre 2013 sämtliche Studien nicht bestätigen.

Obwohl Gesundheitsrisiken durch Aspartam also nicht bestätigt werden konnten, sollte man den Süßstoff nicht als „gesunde Alternative“ zu herkömmlichen Zucker ansehen. Denn auch der Verzehr von Aspartam kann im Übermaß zu Nebenwirkungen führen, darunter Heißhungerattacken und Müdigkeit. Wie bei allen Nahrungsmitteln gilt auch bei Aspartam die Mäßigung. Süße Getränke sind im Übermaß immer ungesund. Egal ob ihnen Zucker oder andere Süßstoffe zugeführt wurden.   

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2019 praxisvita.de. All rights reserved.