Arthrose im Sprunggelenk? Endlich wieder schmerzfrei gehen

Nach dem Umknicken zum Arzt, um Arthrose-Folgeschäden zu vermeiden
Wer beim Sport umknickt, sollte sein Sprunggelenk untersuchen lassen, um einen Folgeschaden – wie eine Arthrose im Sprunggelenk – zu vermeiden © shutterstock

Unsere Sprunggelenke müssen viel aushalten. Darunter leiden die Knorpel. Die Folge: Arthrose im Sprunggelenk. Lesen Sie hier, wie eine Spiegelung des Gelenks den Schaden dann beheben kann.

All die Jahre hatte Katja S. sorgsam auf ihre Gesundheit geachtet. Sie ernährte sich bewusst und trieb viel Sport. Da passierte es eines Tages beim Joggen: Sie knickte um. Der Fuß schwoll sofort dick an. Zwar schonte die heute 52-Jährige daraufhin das lädierte Bein, doch in der folgenden Zeit passierte ihr dasselbe Missgeschick immer wieder. Und stets war da der starke, stechende Schmerz und eine wochenlange Erholungszeit.

 

Arthrose im Sprunggelenk: Verschleiß des Knorpels

Die Diagnose beim Arzt war eindeutig. Die Bänder im Sprunggelenk hatten sich überdehnt. Und durch diese Schwächung knickte Katja S. immer wieder um. Leider hatte sie die Verletzung nicht gebührend ernst genommen und so war mit der Zeit ein erheblicher Schaden am Knorpel des Sprunggelenks entstanden. "Durch Verletzungen bei wiederholtem Umknicken entwickelt sich ein voranschreitender Knorpelverschleiß", stellt Dr. Ernst Helmut Schwer aus Hamburg klar. "Die Folgen davon sind Schwellungen, Ergussbildung und zunehmender Belastungsschmerz bis hin zu nächtlichen Ruheschmerzen." Doch Katja S. konnte mit ihrer Arthrose im Sprunggelenk geholfen werden – dank einer Methode, die bei großen Gelenken schon längst zum Standard gehört und nun für Arthrose im Sprunggelenk weiterentwickelt wurde.

 

Oberes Sprungelenk enger

"Die Arthroskopie oder Gelenkspiegelung ist weit verbreitet und wird bisher vor allem beim Knie- und Schultergelenk eingesetzt", sagt Dr. Schwer. Das obere Sprunggelenk ist aber wesentlich enger als die anderen Gelenke. Deshalb mussten die Instrumente für die sogenannte Schlüsselloch-OP deutlich verkleinert werden. Die Optik hat einen Durchmesser von weniger als drei Millimeter.

Sprunggelenksarthrose
Eine Sprunggelenksarthrose wird mithilfe einer Arthroskopie untersucht© Fotolia
 

Nur kleine Schnitte nötig

Durch nur wenige kleine Schnitte kann der Arzt die Instrumente in das Gelenk einführen. So lassen sich etwa Verwachsungen der Gelenkschleimhaut oder überstehende Knochenkanten entfernen. "Bei oberflächlichen Knorpelschädigungen wird meist eine Glättung mit einem arthroskopischen Instrument vorgenommen", erklärt der Experte. Komplizierter wird es, wenn die Knorpelschäden tiefer liegen. Dann müssen zunächst abgelöste Knorpelteile entfernt werden, um sogenannte Mikrofrakturierungen anlegen zu können. Es werden winzige Löcher in den freiliegenden Knochen gebohrt. "Aus diesen Öffnungen tritt stammzellreiches Blut aus dem Knochenmark aus und bildet eine Art biologische Plombe in dem Knorpeldefekt", erklärt Dr. Schwer. Über Wochen entsteht so ein Ersatzknorpel.

Das Sprunggelenk ist das am stärksten belastete Gelenk unseres KörpersDas obere Sprunggelenk wird durch drei Knochen – Wadenbein, Schienbein und Sprungbein – gebildet. Diese Knochen sind durch ein komplexes System aus Kapseln, Bändern und Sehnen miteinander verbunden. Der Außenband-Apparat wird besonders häufig verletzt. In schweren Fällen können Bänder und Sehnen reißen. Dann muss das Gelenk über Wochen ruhig gestellt oder unter Umständen sogar operiert werden. Eine Verstauchung des Sprunggelenks ist die mit Abstand häufigste Sportverletzung überhaupt. Schließlich muss das Gelenk bei jedem Schritt das Siebenfache des Körpergewichts aushalten.
 

Einige Wochen Schonung nach Gelenkspiegelung

Auch Katja S. bekam ihre Gelenkspiegelung. In der gleichen Sitzung wurden in einer offenen OP auch die Außenbänder stabilisiert. Danach musste sie den Fuß noch einige Wochen schonen. Dann konnte sie langsam beginnen, ihn zu belasten. Dabei half ihr ein Physiotherapeut. Heute hat sie Dank des Eingriffs keine Schmerzen mehr. Übrigens: Die Kosten einer Arthroskopie zahlt in der Regel die Krankenkasse.

 

Das hilft Ihnen außerdem zum Schutz vor Arthrose im Sprungegelnk

  • Kühlen: Wer umgeknickt ist, sollte sich an die PECH-Regel halten. Das bedeutet: Pause, Eis, Compression und Hochlegen. Durch das Kühlen mit einem entsprechenden Kühlpack ziehen sich die Blutgefäße zusammen. So kann eine weitere Schwellung verhindert werden.
  • Stabilisieren: Je nach der Schwere der Verletzung sollte das Gelenk einige Tage ruhig gestellt werden. Dabei helfen ein Tapeverband oder eine sogenannte Orthese (Sanitätsfachhandel). Ist ein Band gerissen, dauert die Heilung etwa sechs Wochen.
  • Physiotherapie: Nach einem Bänderriss muss der Fuß für mehrere Wochen geschient werden. Danach helfen spezielle Übungen. Fragen Sie Ihren Orthopäden nach einer Physiotherapie.
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