Argentum nitricum: Für Nerven und Verdauung

Veronika Toth Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Argentum nitricum (Silbernitrat) kommt in der Homöopathie hauptsächlich bei Augenentzündungen und nervösen Unruhezuständen wie etwa Lampenfieber oder Prüfungsangst zum Einsatz. Doch wie sieht die Dosierung aus, und was muss man bei der Anwendung bei Babys und Kindern beachten?

Mann hat Prüfungsangst
Argentum nitricum (Silbernitrat) kommt in der Homöopathie auch bei Lampenfieber zum Einsatz Foto:  iStock/Mikolette
Inhalt
  1. Argentum nitricum: Was ist das?
  2. Einsatzbereiche: Bei welchen Beschwerden wird Argentum nitricum angewandt?
  3. Argentum nitricum: Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?
  4. Argentum nitricum: Was gilt für die Anwendung bei Baby und Kind?
 

Argentum nitricum: Was ist das?

Argentum nitricum ist ein homöopathisches Mittel und wird auch Silbernitrat genannt. Als sogenannter „Höllenstein-Ätzstift“ ist Argentum nitricum in seiner festen Form bekannt. Elementares, unverdünntes Silbernitrat ist giftig und kann zu starken Reizungen und Verätzungen führen. In der Homöopathie wird Argentum nitricum deshalb nur stark verdünnt (potenziert) eingesetzt.

 

Einsatzbereiche: Bei welchen Beschwerden wird Argentum nitricum angewandt?

Heilpraktiker und Homöopathen setzen Argentum nitricum  bei verschiedenen Symptomen, Krankheiten und Zuständen des Körpers ein. Sie verwenden es häufig bei Menschen, die unter einem überreizten Nervensystem leiden. Aber auch bei Störungen der Verdauung oder Entzündungen der Augen ist es  das Mittel der Wahl.

Typische Anwendungsgebiete von Argentum nitricum sind:

  • Bindehautentzündung und Augenerkrankungen
  • Blähungen
  • Durchfall
  • Völlegefühl
  • Kopfschmerzen
  • Lampenfieber
  • Prüfungsangst
  • Schwindel

Eine Behandlung beim Heilpraktiker umfasst in der Regel eine umfassende Anamnese sämtlicher Symptome und Beschwerden. Er fragt daher auch nach Krankheitszeichen, die im ersten Moment weniger eindeutig erscheinen mögen. Bei folgenden Beschwerden kann Argentum nitricum möglicherweise geeignet sein:

  • Ständige Eile und Nervosität
  • Schwäche und Abmagerung
  • Unverträglichkeit von Hitze
  • lautes, „explosives“ Aufstoßen
  • Verlangen nach Süßem und Zucker
  • Husten durch Lachen
  • Verlangen nach frischer Luft
  • Beschwerden bessern sich durch Kälte und frische Luft und festen Druck von außen (z. B. bei Kopfschmerzen, auf der linken Seite liegend)
  • Beschwerden verschlechtern sich durch Wärme, Süßigkeiten und auf der rechten Seite liegend.

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Argentum nitricum: Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?

Homöopathische Arzneimittel werden in Form von Streukügelchen (Globuli), Tabletten oder Tropfen verabreicht. Soweit Ihr Heilpraktiker keine anderen Dosierungen vorschlägt, empfiehlt der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) bei der Selbstbehandlung folgende Dosierung: zwei bis drei Streukügelchen der Potenz C12 bis zu viermal am Tag. Hochpotenziertes Argentum nitricum C200 sollte nur nach Absprache und Verordnung eines Heilpraktikers erfolgen.

Halten Sie zu Essen und Trinken einen Mindestabstand von 15 Minuten ein und lassen Sie Streukügelchen und Tabletten langsam auf der Zunge zergehen. Wer das Arzneimittel in Tropfenform zu sich nimmt, sollte versuchen, die Lösung eine Weile im Mund zu behalten, bevor sie geschluckt wird.

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Argentum nitricum: Was gilt für die Anwendung bei Baby und Kind?

Bei Babys und Kindern wird Argentum nitricum meist bei Durchfall und Bindehautentzündung eingesetzt. Aber auch bei Beschwerden wie Prüfungsangst, Nervosität oder Kopfschmerzen empfehlen Heilpraktiker die homöopathische Arznei.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:
Argentum nitricum oder auch Silbernitrat, in: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte 

Welche Potenzen für welche Krankheitssituation?, in: Deutscher Zentralverein homöopathischer Ärzte

Eisele, M. et al. (2020): Homöopathie für die Kitteltasche. Indikations- und wirkstoffbezogene Beratungsempfehlungen. Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart

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