App auf Rezept – die Krankenkasse zahlt

Ein Mann hört Musik mit seinem Smartphone
Die Lieblingsmusik vertreibt Ohrgeräusche – das verspricht die App "Tinnitracks", die die Techniker Krankenkasse Hamburger Patienten ab Oktober bezahlt © Fotolia

Die Techniker Krankenkasse (TK) bezahlt Hamburger Patienten ab Oktober die Tinnitus-App „Tinnitracks“, wenn sie von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt verschrieben wurde. Bewährt sich das Verfahren in der Pilotphase, soll es bundeweit ausgeweitet werden.

Ab 1. Oktober können sich Versicherte der TK von Hamburger HNO-Ärzten die App „Tinnitracks“ verschreiben lassen – die Kosten dafür übernimmt die Kasse. „Tinnitracks“ soll Patienten mit Ohrgeräuschen von ihren Beschwerden befreien. Die Therapie ist denkbar angenehm: Betroffene müssen 90 Minuten pro Tag ihre Lieblingsmusik hören.

 

So funktioniert „Tinnitracks“

Diese wird zuvor speziell aufbereitet. Dazu lassen Patienten zunächst die Frequenz ihres Tinnitus-Geräuschs von einem HNO-Arzt oder Hörgerät-Akustiker ermitteln. Anschließend tragen sie diese Frequenz auf www.tinnitracks.com ein und laden ihre Lieblingsmusik hoch. Das Programm filtert die persönliche Tinnitus-Frequenz der Patienten aus der Musik heraus – anschließend kann die fertige „Therapiemusik“ heruntergeladen werden.

Hintergrund der Therapie: Bei Tinnitus-Patienten ist das Zusammenspiel der Nerven im Hörzentrum aus dem Gleichgewicht geraten – das wiederholte Hören der speziell aufgearbeiteten Musik hilft dabei, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen. Hier erklärt Dr. Johannes im Video, wie das Anti-Tinnitus-Training mit Musik genau funktioniert und welche Vorteile es hat.

 

Pilotprojekt der Techniker Krankenkasse

Ziel des Pilotprojektes ist es, erste Erfahrungen mit Tinnitracks als Behandlungsalternative zu sammeln – bei Erfolg soll das Behandlungskonzept bundesweit ausgeweitet werden. Rund 30 Hamburger Hals-Nasen-Ohrenärzte beteiligen sich daran. TK-Versicherte können unabhängig von ihrem Wohnort teilnehmen, wenn sie bei einem dieser Ärzte in Behandlung sind.

Hamburg, 17. September 2015

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