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Apixaban bei Vorhofflimmern

Redaktion PraxisVITA

Meine 38-jährige Patientin klagt über Schmerzen im rechten Bein. Sie ist gerade von einer längeren Flugreise zurückgekommen. Ihr Bein ist geschwollen. Im Ultraschall erkenne ich: Sie hat eine Thrombose, Blutgerinnsel in den Venen. Nun heißt es, schnell zu handeln – es droht echte Gefahr.

Inhalt
  1. Apixaban kann Blutgerinnsel verhindern
  2. Wenig Nebenwirkungen bei Apixaban
  3. Apixaban: guter Schlaganfall-Schutz

Eine Thrombose im Bein kann mit dem Blutstrom in die Lunge gelangen und dort lebensgefährlich werden (Lungenembolie). Das müssen wir vermeiden und gleichzeitig den Blutfluss im Bein erhalten. Im Ultraschall sehe ich, dass sich mehrere Venen im Bein bei Druck nicht zusammendrücken lassen. Der Grund: Es stecken Gerinnsel darin.        

Schmerzen im Bein Hinweis auf Thrombose
Krankheiten & Symptome  

Was ist eine Thrombose und wie wird sie behandelt?

                                                                                                  

 

Apixaban kann Blutgerinnsel verhindern

Zuerst lasse ich das Bein meiner Patientin fest wickeln, um das gefährliche Abschwemmen des Gerinnsels in Richtung Lunge zu vermeiden. Anschließend gebe ich ihr 10 Milligramm Apixaban als Tabletten. Einer der Vorteile dieses relativ neuen Mittels: Im Gegensatz zu Heparin muss es nicht gespritzt werden. Außerdem wirken Tabletten bei den meisten Menschen ähnlich, dadurch muss man die Wirkung nicht kontrollieren. Der Wirkstoff Apixaban hemmt einen Gerinnungsfaktor im Blut und kann so die Bildung neuer Blutgerinnsel verhindern. Um nichts zu übersehen, weise ich meine Patientin trotzdem zur weiteren Abklärung in die Klinik ein.

Apixaban bei Vorhofflimmern
Der häufigste Einsatz des Apixabans ist der Schutz vor Schlaganfällen © istock/PhotoBylove

                 

 

Wenig Nebenwirkungen bei Apixaban

Generell gibt es bei Apixaban seltener Nebenwirkungen als bei älteren Medikamenten. Ein Riesen-Vorteil für die Betroffenen: Das Apixaban wird vor allem über die Leber abgebaut, weshalb es selbst bei Nierenschwäche lange gegeben werden kann. 

 

Apixaban: guter Schlaganfall-Schutz

Der häufigste Einsatz des Apixabans ist der Schutz vor Schlaganfällen. Vor allem, wenn das Herz unregelmäßig schlägt, bei sogenanntem Vorhofflimmern, der häufigsten Rhythmusstörung im Alter, kann das Apixaban die meisten Schlaganfälle verlässlich verhindern. Eine Studie zeigte, dass Apixaban-Patienten nur halb so häufig Schlaganfälle erlitten wie die Vergleichsgruppe, die mit ASS behandelt wurde. Ein weiterer Vorteil: Bei anderen Blutverdünnern wie dem Marcumar muss der Spiegel regelmäßig kontrolliert werden. Beim Apixaban, das  zur Gruppe der Neuen oralen Antikoagulantien (NOAK) gehört, sollte man lediglich einmal den Wirkspiegel im Blut in einem erfahrenen Labor bestimmen lassen, um sicherzugehen, dass das Apixaban optimal schützt.

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