Antibiotika: Wie nimmt man sie richtig ein?

Frau mit Antibiotikum in der Hand
Antibiotika sollten immer mit mindestens einem Glas Wasser eingenommen werden © Fotolia

Antibiotika gelten für viele Patienten immer noch als Allheilmittel. Aber das sind sie nicht. Zum einen helfen sie nur gegen bakterielle Infektionen, zugleich zeigen sie zunehmend Wirkungslücken bei bestimmten Bakterien-Arten.

Sind Bakterien erst mal unempfindlich (resistent) dagegen geworden, können diese Wirkstoffe die entsprechenden Krankheiten nicht mehr heilen. Diese Gefahr ist besonders groß, wenn Antibiotika falsch angewendet werden.

Damit Antibiotika ihre volle Wirkung entfalten, ist es entscheidend, sie richtig einzunehmen. An folgende Regeln sollte man sich immer halten:

 

Einnahmezeiten und Intervalle beachten

Wenn „3 x täglich“ verordnet ist, bedeutet dies etwa „alle acht Stunden“. Versuchen Sie, diese Zeiten einzuhalten, damit sich ein wirksamer Arzneispiegel im Blut aufbauen kann. In manchen schwerwiegenden Fällen kann eine Einnahme alle vier Stunden nötig sein. Dann wird Sie der Arzt oder Apotheker darauf hinweisen und Sie müssen sich vielleicht sogar einen Wecker stellen, um die Zeit auch nachts einzuhalten.

 

„Mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen“

Diese Formulierung im Beipackzettel bedeutet: Die Tabletten nicht nur mit einem Schlückchen runterspülen, sondern ein ganzes Glas Leitungswasser dazu trinken. Übrigens: In Milch und Joghurt enthaltenes Calcium bindet einige Inhaltsstoffe – das Antibiotikum kann dann nicht richtig wirken. Und: „Vor dem Essen“ heißt eine halbe bis ganze Stunde davor, „zum Essen“ direkt zur Mahlzeit.

 

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Sagen Sie Ihrem Arzt oder Apotheker, welche Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel Sie regelmäßig einnehmen. Vergessen Sie dabei auch nicht die Produkte, die Sie selbst in der Drogerie gekauft haben. Calcium- und magnesiumhaltige Präparate können beispielsweise die Aufnahme mancher Antibiotika hemmen, sodass diese nicht wirken können. Besprechen Sie auch mit ihrem Arzt, welche Präparate Sie womöglich für den Schutz vor den negativen Begleitwirkungen des Antibiotikums nehmen dürften.

 

Behandlungsdauer nicht abkürzen

Auch wenn die Beschwerden abgeklungen sind: Nehmen Sie Ihr Antibiotikum so lange weiter, wie es der Arzt verordnet hat (üblicherweise bis die Packung aufgebraucht ist). Wenn Sie die Therapie zu früh abbrechen, kann es passieren, dass einige Keime in versteckten Körperregionen das Antibiotikum überleben und künftig nicht mehr mit diesem Medikament behandelbar sind – man spricht dann von sogenannten resistenten Keimen.

 

Antibiotika-Reste richtig entsorgen

Sollten nach der abgeschlossenen Therapie Antibiotika übrig sein, entsorgen Sie diese bitte auf keinen Fall über die Toilette. Dadurch wird das Trinkwasser belastet. Grundsätzlich sollten Antibiotika – wie andere Arzneimittel auch – im Restmüll entsorgt werden, da dieser verbrannt wird. Ist dies in Ihrer Gemeinde nicht der Fall, hilft Ihnen Ihre Apotheke gerne weiter.

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