Antibiotika sind Therapie bei bakterieller Bindehautentzündung

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei einer Bindehautentzündung richtet sich die Therapie nach dem Auslöser. Grundsätzlich lässt sich diese Augenerkrankung bis auf wenige Ausnahmen gut behandeln. Oft heilt eine Bindehautentzündung auch von alleine aus, sodass keine Behandlung nötig ist.

Wenn Bakterien eine Bindehautentzündung ausgelöst haben, kann für die Therapie ein sogenanntes Breitband-Antibiotikum eingesetzt werden, das der Patient sich ins Auge träufelt oder über eine Salbe aufträgt. Bei einer Infektion mit Chlamydien – dies sind bestimmte Bakterien, die sich in den Zellen aller Schleimhäute vermehren können – ist es sinnvoll, auch Familienangehörige mitzubehandeln, weil die Erreger leicht übertragen werden. Zur Therapie der Bindehautentzündung durch Chlamydien werden die Antibiotika als Tabletten eingenommen.

Wurde die Bindehautentzündung durch Viren verursacht, besteht die Therapie darin, die  Symptome zu lindern. Der Arzt verschreibt Augentropfen, die Juckreiz oder Brennen lindern, und eventuell zusätzlich künstliche Tränenflüssigkeit. Die Erkrankung heilt schließlich von selbst ab. Im Fall von Herpesviren kann der Arzt ein Virostatikum – also ein Mittel gegen Viren – mit dem Wirkstoff Aciclovir verordnen.

Bei einer Bindehautentzündung gehört es außerdem zur Therapie, extrem sorgfältig auf Hygiene zu achten, um andere nicht anzustecken. Händeschütteln und Umarmungen sollten vermieden werden. Auch Handtücher sind strikt voneinander zu trennen. Wegen der großen Ansteckungsgefahr sollten Kinder mit einer Bindehautentzündung nicht in die Schule oder in den Kindergarten gehen.

Wenn die Bindehautentzündung durch äußere Reize ausgelöst wurde, besteht die Therapie in erster Linie darin, die Symptome durch Tropfen, Salben oder auch kalte Kompressen zu lindern. Außerdem sollte das Auge vor erneuten Einwirkungen gut geschützt werden (z. B. Zugluft vermeiden und auf besondere Hygiene achten).

Bei Allergien bessert sich die Bindehautentzündung, wenn das auslösende Allergen gemieden wird. Ist dies nicht oder nur bedingt möglich, können als Therapie Antihistaminika helfen, um die allergischen Symptome zu lindern. Bei Bedarf kommen kortisonhaltige Augentropfen zum Einsatz. Langfristig ist es zudem ratsam, einen Allergologen aufzusuchen und gegebenenfalls eine Hyposensibilisierung durchführen zu lassen. Dabei wird der Patient dem auslösenden Allergen in einem Zeitraum von mindestens drei Jahren steigenden Dosierungen des Allergens ausgesetzt, um einen Gewöhnungseffekt zu erreichen. Diese Behandlungsmethode kann zu einem dauerhaften Abklingen bestimmter Allergien führen (z. B. Allergien gegen Pollen oder Hausstaub).

Ist das Auge zu trocken, kann Zugluft, eine Klimaanlage, ein Ventilator oder zu intensive Bildschirmarbeit die Ursache sein. Es empfiehlt sich, das Auge vor diesen äußeren Faktoren zu schützen. Reicht dies nicht aus, hilft künstliche Tränenflüssigkeit dabei, das Auge zu befeuchten.

Bei der „normalen oder physiologischen Bindehautentzündung“ im Kindesalter beobachtet der Arzt als Therapie lediglich den Verlauf. Medikamente setzt er nach Möglichkeit gar nicht ein. Anders sieht es aus, wenn Sehstörungen die Krankheit verursacht haben. In diesem Fall lässt sich die Bindehautentzündung durch eine Brille verbessern. Die Irritation verschwindet schließlich von selbst.

Vorbeugung
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