Antibiotika? Diese Arzneien brauchen Sie jetzt auch

Eine Apothekerin berät eine Kundin
Antibiotika schwächen das Immunsystem – zahlreiche Nebenwirkungen können die Folge sein. Wer sich schützen will, kann gezielt gegensteuern. Dafür ist es beispielsweise sinnvoll, die Darmflora mit Medikamenten oder speziellen Nahrungsmitteln zu unterstütze © Fotolia

Ist eine Krankheit durch Antibiotika besiegt, folgt häufig die nächste. Der Grund: Das Immunsystem wird durch die Medikamente geschädigt. Das bestätigt auch eine aktuelle Studie südkoreanischer Wissenschaftler – sie zeigt, dass Frauen nach einer Antibiotika-Einnahme anfälliger gegenüber Genitalherpes sind. Wir verraten, wie Sie sich auf diese und andere Nebenwirkungen vorbereiten sollten.

Für ihre aktuelle Studie setzten Forscher des Korea Advanced Institute of Science and Technology Mäuse dem Genitalherpes-Virus HSV-2 aus. Ein Teil der Mäuse wurde vorher für vier Wochen mit Antibiotika behandelt, die andere Gruppe bekam ein Placebo. Die mit Antibiotika behandelten Tiere erkrankten deutlich häufiger und schneller an Genitalherpes.

Der Grund: Antibiotika haben die Aufgabe, Bakterien zu zerstören. Dabei unterscheiden sie jedoch nicht zwischen „guten“ und „schlechten“ Bakterien. In der Scheidenflora befinden sich viele nützliche Bakterien, die das Immunsystem beim Kampf gegen Geschlechtskrankheiten unterstützen. Bei den Mäusen, die Antibiotika bekommen hatten, wurden diese Bakterien zerstört. Das hatte zur Folge, dass ihr Immunsystem den Herpes-Erreger weniger effektiv bekämpfen konnte.

 

Virustatika gegen Herpes

Um für eine Genitalherpes-Infektion gewappnet zu sein, kann es für Frauen – besonders solche, die bereits einmal an Herpes gelitten haben – sinnvoll sein, sich mit dem Antibiotikum zusätzlich sogenannte Virustatika verschreiben zu lassen, die die Vermehrung des Herpes-Virus hemmen und die Symptome lindern. Doch Genitalherpes ist nicht die einzige mögliche Nebenwirkung von Antibiotika. Wenn das Immunsystem geschwächt ist, wird der Körper anfälliger für zahlreiche weitere Leiden.

 

Schutz für den Magen

Wer zu Magenproblemen neigt, sollte sich mit dem Antibiotikum einen Magenschutz besorgen, denn die Medikamente können auf den Magen schlagen. Üblicherweise werden dafür sogenannte Protonenpumpenhemmer verwendet (z.B. Pantoprazol), die die Produktion der Magensäure drosseln.

 

Aufbaukur für die Darmflora

Die Darmflora ist enorm wichtig für die Gesundheit: So spielt sie eine wichtige Rolle in der körpereigenen Immunabwehr, ist an der Regulierung des Körpergewichts beteiligt und schützt sogar das Gehirn vor Schädigungen. Eine 2015 durchgeführte Studie konnte zeigen, dass die Einnahme von Antibiotika die Darmflora für bis zu zwölf Monate massiv schädigen kann. Unmittelbare Folgen einer solchen Schädigung können Durchfall und Bauchschmerzen oder ein Darmpilzbefall (Candida albicans) sein.

Medikamente (z.B. Perenterol, Symbioflor) helfen dabei, die Darmflora nach einer Antibiotika-Behandlung wiederherzustellen. Auch einige Lebensmittel unterstützen Aufbau und Erhalt der Darmflora – darunter Gerste, Trockenpflaumen und Okra. Fast Food und Alkohol sollten während und nach einer Antibiotikatherapie dagegen gar nicht oder nur eingeschränkt konsumiert werden – denn beides kann die Darmflora zusätzlich schädigen.

 

Erkältungsmittel

Nach einer abgeschlossenen Antibiotika-Kur kommt es häufig vor, dass sich Betroffene erkälten. Der Grund ist wie bei der Herpes-Infektion: Ist das Immunsystem geschwächt, haben Viren ein leichteres Spiel. Zusätzlich zu den Antibiotika sollten Patienten sich darum mit einem Erkältungsmittel (z.B. Umckaloabo) ausstatten.

Wie Sie nach einer Antibiotika-Einnahme durch ihre Ernährung zusätzlich Ihr Immunsystem stärken können, erfahren Sie hier.

Hamburg, 4. Februar 2016

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