Anti-Pilz-Therapie heilte meinen Dauer-Schluckauf

Eine Pilzinfektion in der Speiseröhre kann chronischen Schluckauf verursachen
Ein Befall der Speiseröhre mit dem Pilz Candida albicans kann Ursache für dauerhaften Schluckauf sein. Dieser Pilz ist auf vielen Zahnprothesen zu finden © Istock

Wenn ein Schluckauf auch nach Tagen nicht verschwindet, kann die Ursache eine Pilzinfektion sein – so wie bei Liselotte M. (65). Lesen Sie hier ihre Geschichte.

Mit lautem Schluckauf  kam Liselotte M. als Patientin  ins Sprechzimmer von Dr. med. Tanja Lehmann. Die erste Frage der Internistin war: „Wie lange haben Sie diesen Schluckauf schon?“ „Seit drei Wochen plagt er mich. Begonnen hatte alles ganz harmlos mit ein paar Hicksern. Damals waren es höchstens fünf bis sechs hintereinander. Aber die Anfälle steigerten sich von Tag zu Tag. Jetzt habe ich überhaupt keine Ruhe mehr. Und die Attacken sind sehr schmerzhaft. Ich habe alle möglichen Hausmittel versucht, aber nichts half.“

Da ein derart hartnäckiger Singultus, so heißt der Schluckauf, durch gefährliche Erkrankungen wie eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder des so genannten Mittelfells sowie Magenerkrankungen bedingt sein kann, wollte die Fachärztin für Innere Medizin wissen, ob Frau M. sonst noch Beschwerden hatte.

„Ja, seit Tagen bemerke ich Schmerzen hinter dem Brustbein. Diese strahlen nach hinten aus. Ich vermute aber, dass der Schluckauf etwas mit meinem Gebiss zu tun hat. Ich bekam es vor sechs Wochen. Da er kurze Zeit danach begann, habe ich mir überlegt, ob die Prothese daran schuld sein kann. Mein Zahnarzt meinte aber, das sei nicht möglich.“

 

Ablagerungen auf Gebiss als Ursache für Schluckauf

Die Ärztin bat die Patientin, den Mund zu öffnen. Da entdeckte sie auf dem Gebiss weißliche Ablagerungen. In ihrem Kehlkopf befand sich der gleiche Belag. Eine Spiegelung der Speiseröhre ergab, dass sich auch dort einige wenige Millimeter große weißliche Flecken gebildet hatten. Die Umgebung der Herde war deutlich gerötet, und in einigen dieser Herde erkannte sie kleine Geschwüre.

Dieser Befund ist typisch für einen Befall der Speiseröhre mit dem Pilz Candida albicans. Er ist auf fast jeder Zahnprothese zu finden. Doch warum hatte er sich bei Frau M. in der Speiseröhre festgesetzt und sogar Entzündungsherde hervorgerufen? Denn diese Entzündungsherde waren die Ursache für den chronischen Schluckauf und die Schmerzen. Die Ärztin ging deshalb davon aus, dass bei ihr eine Abwehrschwäche vorlag.

„Da kann ich weiterhelfen“, meinte die Patientin. „Ich neige seit einem Jahr zu Verkrampfungen der Bronchien und bekam, bevor ich deswegen behandelt wurde, asthmaartige Anfälle. Aus diesem Grund verschrieb mir mein Hausarzt einen Püster mit einem cortisonhaltigen Mittel. Jetzt erinnere ich mich, dass in der Beschreibung dieses Medikaments auf die Möglichkeit einer Störung der körperlichen Abwehr und dadurch eines Pilzbefalls hingewiesen wird.“

Zur Behandlung musste Frau M. nach jeder Mahlzeit das Gebiss herausnehmen und den Mund mit einem Mundwasser ausspülen. Außerdem verordnete die ÄrztinTabletten, von denen sie mehrmals am Tag eine lutschen sollte.

 

Infektionen mit Pilzerregern

Auf der menschlichen Haut und in unserem Umfeld befinden sich ständig Pilzsporen. Wenn die körpereigene Abwehr geschwächt ist, können sie Infektionen verursachen. Die betreffen nicht nur die Haut, sondern auch innere Organe. Bei Gebissträgern ist hauptsächlich die Speiseröhre befallen, was auf Dauer sehr schmerzhaft sein kann.

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