Ansteckung vermeiden – 10 Situationen, in denen Viren und Bakterien lauern

Egal ob Bakterien oder Viren – alle Erreger haben eins gemeinsam: Um uns krank machen zu können, müssen sie zuerst von außen in unseren Körper eindringen. Doch das kann man vermeiden. Praxisvita verrät, wie Sie sich am besten schützen können.

Die Frage, wie sich ansteckende Viren und Bakterien verbreiten und ihre menschlichen Wirte erreichen, gilt z.B. mit Blick auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika als Schlüsselwissen, um Epidemien erfolgreich einzudämmen. Doch auch der Schutz vor anderen vermeintlich harmlosen Erregern, wie beispielsweise die Grippe (jährlich 30.000 Tote in Deutschland), steht dabei im Fokus der Forschung.

 

Die 80-20-Regel

So zeigte kürzlich eine Studie der Stanford University, dass die meisten Infektionskrankheiten auf sehr wenige sogenannte „Superverbreiter“ (siehe Infobox) zurückgehen. Die Forscher aus Stanford beziehen sich – ähnlich wie andere Studien zuvor – auf die sogenannte 80-20-Regel des prominenten Virologen Mark Woolhouse. Einfach gesagt, stellte er dabei schon 1996 fest, dass bei einer Epidemie (egal ob Ebola oder Grippe) 80 Prozent der Gesamtinfektionen von 20 Prozent der Infizierten ausgelöst wird – den „Superverbreitern“.

„Superverbreiter“

„Superverbreiter“ (der sogenannte Virus-Wirt) sind viermal mehr ansteckend als normale Verbreiter von Erregern. Sie tragen die infektiösen Viren oder Bakterien in sich, werden dabei aber selbst nicht krank. „Superverbreiter“ scheiden sehr große Mengen an Bakterien oder Viren aus und sind auch nach Antibiotikabehandlungen noch ansteckend. Der Grund: Ihr Immunsystem greift die Erreger nicht an und umgekehrt die Erreger nicht den Körper des Wirts – beide Seiten arrangieren sich miteinander. Tatsächlich ist für den Virus ein äußerlich gesunder Wirt der optimale Ausgangspunkt, um sich weiter zu verbreiten.

Das Problem: Ein solcher „Superverteiler“ zeigt keine äußerlichen Krankheitssymptome und ist trotzdem ansteckend. Bisher kann auch ein Arzt einen solchen menschlichen Infektionsherd nur mithilfe einer Stuhlprobe identifizieren – ein Verfahren, das in der Praxis nur selten Anwendung findet.

Krankheitserreger lauern also überall. Gerade deswegen ist es wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um sich vor einer Ansteckung zu schützen.

 

Bollwerk gegen das Krankwerden

Viren und Bakterien können unter Umständen mehrere Tage außerhalb eines Wirtes überleben. Doch auch wenn sie in der Regel nach einigen Stunden vertrocknen, haben sie genug Zeit um sich einen neuen Wirt zu suchen und sich dort breit zu machen.

Viren und Bakterien werden dabei vom neuen Wirt entweder über Tröpfchen- oder Schmierinfektionen aufgenommen. Im ersten Fall reicht ein Husten oder Niesen, beim zweiten Übertragungsweg berührt man z.B. eine Oberfläche, auf der kurz zuvor ein Infizierter Keime hinterlassen hat. Ein typisches Beispiel, wie diese ansteckenden Hinterlassenschaften zustande kommen, ist eine Person, die in die eigene Hand niest (um andere Menschen vor Erregern zu schützen) und danach mit dieser Hand eine Oberfläche berührt, die auch andere Menschen berühren. Paradoxerweise ist das Risiko dreimal höher andere Menschen mit Erregern anzustecken, wenn man höflicherweise in die Hand geniest hat, als wenn man sie direkt anniesen würde.

 

Schwachstellen in der Abwehr

Doch auch wenn man sich eine solche infektiöse Hinterlassenschaft über die Hände eingefangen hat, führt das nicht automatisch zu einer Krankheit. Selbst die so gefürchteten Ebola-Viren können unsere Haut nicht überwinden, solange sie intakt ist. Müssen sie aber auch nicht – denn in unseren Körper gelangen die Viren und Bakterien auf anderen Wegen. Tatsächlich sind die Augen nicht nur das Fenster zur Seele, sondern auch eine offene Tür für alle möglichen Erreger – so infizieren sich statistisch gesehen die meisten Menschen über ihre Augen.

Aber auch der Mund oder die Nase sind Schwachstellen, die von den Erregern. ausgenutzt werden. Man bedenke: Durchschnittlich 16 Mal in der Stunde fassen wir uns ins Gesicht, zumeist ohne es zu bemerken oder uns vorher die Hände zu waschen.

 

Die besten Schutzmaßnahmen

Genau das sollten wir aber tun, wenn wir uns vor ansteckenden Krankheiten schützen wollen. Studien zeigen, dass es keinen besseren Schutz vor Infektionen gibt, als sich regelmäßig die Hände mit Seife zu waschen. Das Einseifen der Hände für mindestens 30 Sekunden tötet mehr Keime ab, als sie zu desinfizieren. Ob kaltes oder warmes Wasser ist übrigens egal.

Eine andere sehr banal klingende Maßnahme zum Schutz vor Erregern ist der sogenannte Sicherheitsabstand – z.B. im Gespräch mit einem möglicherweise ansteckenden Menschen. Mediziner empfehlen eine Distanz von zwei Metern (mehr würde auch den meisten Gesprächen abträglich sein). Doch Vorsicht! Viren und Bakterien können selbst diese Abstände leicht überwinden: Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) fanden nämlich unlängst heraus, dass Erreger beim Niesen bis zu 12 Meter weit fliegen. 

Abstand halten sollten Sie übrigens (nach Möglichkeit) nicht nur von niesenden Menschen, sondern auch von Oberflächen, die täglich von besonders vielen Menschen berührt werden.

 

Schutz für die anderen

Eine besonders effektive, aber selten genannte Maßnahme, um Viren und Bakterien an ihrer Ausbreitung zu hindern, ist die Selbsteinstufung als Ansteckungsherd. Anders gesagt: Behalten Sie Ihre Erreger für sich.

Wenn Sie also Niesen müssen, dann bitte in die Armbeuge, damit Ihre Hände nichts abbekommen, die ja wiederum viel eher als Ihre Armbeugen Gefahr laufen Oberflächen zu infizieren, die andere Menschen berühren. Gleiches gilt übrigens auch beim Husten. Außerdem könnten Sie mit einer Virusinfektion darauf verzichten, anderen Menschen die Hände zu schütteln. Der Gegenüber wird es sicher verstehen.

Ein anderer häufig gemachter Fehler ist die mangelnde Bereitschaft sich selbst unter Quarantäne zu stellen. Wenn Sie an einer ansteckenden Krankheit leiden, sollte sie nicht zur Arbeit oder in die Schule gehen. Bleiben Sie zuhause im Bett.

 

Körperkontakt auf Küssen beschränken

Zwar kann das Küssen eines ansteckenden Menschen auch zu einer Infektion führen, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit sehr viel geringer, als z.B. beim Händeschütteln. Das liegt einer Studie der London School of Hygiene zufolge daran, dass im Mund nur wenig Krankheitserreger schlummern. Außerdem werden Erreger sofort in den Magen weiter geleitet, wo sie es mit unserer Magensäure zutun bekommen – einen Kampf, den die eindringenden Viren und Bakterien in der Regel verlieren.

Um Krankheitserregern gezielt aus dem Weg gehen zu können, muss man wissen, wo Viren und Bakterien den Gesunden am liebsten auflauern. PraxisVITA zeigt Ihnen in einer Bildergalerie, welche Erreger Sie am besten meiden können. 

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