Angstzustände bekämpfen: Die besten Wege aus der Angst

Frau mit Angststörung
Betroffene, die unter einer Angststörung leiden, brauchen Hilfe, um ihre Angstzustände zu bekämpfen © Fotolia

Die eine fürchtet sich vor Spinnen, die andere vor Brücken und die dritte, eine Rede vor vielen Menschen zu halten. Manchmal ist so eine Angst nur lästig, in anderen Fällen schränkt sie den Alltag extrem ein. Jeder fünfte Deutsche ist im Laufe des Lebens von einer Angsterkrankung betroffen, aber nur die Hälfte von ihnen wird behandelt.

Die anderen leiden still. Sie versuchen, angstauslösende Situationen zu vermeiden, was das Problem aber nur noch verschlimmert.

 

Keiner sucht sich seine Ängste aus

Es gibt verschiedene Formen von Angststörungen. Am häufigsten treten spezifische Phobien auf. Betroffene fürchten sich vor Tieren, Sachen oder Situationen, zum Beispiel vor Spinnen, Schlangen, Hunden, vor Spritzen oder Blut, vor Rolltreppen, engen Fahrstühlen, Brücken. Auch Flugangst gehört in diesen Bereich. Diese konkreten Angstzustände zu bekämpfen ist relativ leicht und zwar mit Konfrontationstherapie. Der Patient muss zunächst in Begleitung des Therapeuten und später allein eine furchtauslösende Situation durchstehen. Wenn er merkt, dass die erwartete Katastrophe ausbleibt – die Spinne beißt nicht, die Blutabnahme beim Arzt ist nicht tödlich – lernt das Gehirn schnell diese Angstzustände zu bekämpfen. Die nächste Angstreaktion wird schwächer sein und auf die Dauer beherrschbar.

 

Soziale Phobien werden oft als extreme Schüchternheit verkannt

Betroffene trauen sich nicht, vor einer Gruppe zu sprechen oder unter vielen Menschen zu sein. Davor kann man sich eine Zeitlang drücken, aber am Ende fahren die Kranken dann nicht mehr Bus, gehen nicht in den Supermarkt oder verlassen das Haus nicht mehr. Solche Ängste führen unbehandelt oft zu Depressionen. Kinder angstkranker Menschen laufen ebenfalls Gefahr, solche Störungen zu entwickeln. Sie tragen ein genetisches Risiko und gucken sich überdies die Angstreaktionen der Eltern ab – eine fatale Kettenreaktion.

 

Angstzustände bekämpfen mit einer Verhaltenstherapie

Behandelt wird ebenfalls mit kognitiver Verhaltenstherapie. Betroffene lernen einerseits theoretisch, welche falschen furchterregenden Überzeugungen sie gespeichert haben, und üben praktisch, in bestimmten Situationen anders als sonst zu reagieren und nicht zu fliehen. Zu verstehen und zu spüren, dass und wie man schwierige Situationen meistern kann, ist der erste Schritt zur Heilung.

Panikstörungen gehen oft mit Todesangst einher. In bestimmten Situationen oder im Verlauf der Erkrankung treten wie aus heiterem Himmel Schwindel, Schweißausbrüche, Herzrasen und Luftnot auf. Betroffene rufen nicht selten den Notarzt. Im Krankenhaus findet sich aber keine körperliche Ursache. Solche Attacken machen Betroffenen das Leben zur Hölle. Panikkranke, die ihre Angstzustände nicht bekämpfen, entwickeln fünfmal so häufig eine Depression als gesunde Menschen gleichen Alters.

 

Zur Bekämpfung der Angstzustände wird eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie empfohlen

Auch bei generalisierten Angststörungen ist so eine Kombinationstherapie nötig. Betroffene sind unerträgliche Hypochonder und erwarten ständig das Allerschlimmste. Sie leben in der Überzeugung, ihnen selbst oder ihren Angehörigen könnte etwas zustoßen. Fast jeder Pickel wird als Hautkrebs, jeder Husten als Lungenkrebs interpretiert – mit ständigen frustrierenden Arztbesuchen.

 

Angstzustände bekämpfen, sie verschwinden nicht von selbst

Wichtig zu wissen: Angstzustände müssen bekämpft werden, Angststörungen verschwinden nicht von selbst. Im Gegenteil. Unbehandelt vermehren sie sich mit der Zeit. Deshalb ist möglichst frühes Eingreifen so wichtig.

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