Angst vorm Zahnarzt: Wie Patienten die Furcht überwinden

Redaktion PraxisVITA

Viele Menschen empfinden den Gang zum Zahnarzt als unangenehm. Manche vermeiden den Besuch einer Zahnarztpraxis völlig. Sie leiden nach der Klassifikation der Krankheiten (ICD 10) unter einer krankhaften Angst vor dem Zahnarztbesuch, der Zahnbehandlungsphobie oder Dentalphobie.

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Nicht nur Kinder fürchten sich oft vor dem Zahnarzt Foto:  iStock/Zinkevych
Inhalt
  1. Was ist eine Zahnbehandlungsphobie?
  2. Wann wird Angst vorm Zahnarzt zur Dentalphobie?
  3. Ursachen der Dentalphobie
  4. Lässt sich die Angst vorm Zahnarzt therapieren?
 

Was ist eine Zahnbehandlungsphobie?

Der Fachbegriff heißt Dentalphobie oder Dentophobie. Die Folgen sind fatal: Menschen mit Dentalphobie leiden vor allem unter dem zunehmend schlechter werdenden Zustand ihrer Zähne.

Das erzeugt Scham, aber auch Schmerzen beim Kauen. Je länger eine Behandlung hinausgezögert wird, desto umfangreichere Eingriffe sind nötig, um das Gebiss zu retten.

 

Wann wird Angst vorm Zahnarzt zur Dentalphobie?

Angst vorm Zahnarzt oder Zahnbehandlungsangst ist ein Sammelbegriff für ein mehr oder weniger starkes Angstgefühl, bei dem eine Zahnbehandlung als bedrohlich empfunden wird.

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Die krankhafte Zahnbehandlungsphobie grenzt sich als echte Angststörung davon ab. Die Angst ist so stark ausgeprägt, dass Patienten nicht fähig sind, zum Zahnarzt zu gehen.

 

Ursachen der Dentalphobie

Frühere schmerzhafte Erfahrungen bei Zahnbehandlungen können der Grund für eine Zahnarztphobie sein. Wer als Kind schlechte Erfahrungen gemacht hat, scheut den Zahnarzt als Erwachsener – bis Ende der 1980er-Jahre erhielten Kinder beispielsweise bei zahnärztlichen Behandlungen keine Betäubung.

Viele Patienten können aber gar nicht benennen, woher ihre Angst vorm Zahnarzt rührt. Das Gefühl, dem Arzt ausgeliefert zu sein und keine Kontrolle mehr zu haben, oder schlicht das Geräusch des Bohrers erscheint ihnen unerträglich.

 

Lässt sich die Angst vorm Zahnarzt therapieren?

Einige Zahnarztpraxen sind auf Patienten mit Dentalphobie spezialisiert. Ziel ist es, zunächst eine Vertrauensbasis zu schaffen. Für die Behandlung stehen dem Arzt angstlösenden Medikamenten (Anxiolytika), Lokalanästhesie, Narkose und Schmerzmittel (Analgetika) zur Verfügung.

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Nicht medikamentös setzen Zahnärzte für Angstpatienten zum Teil Hypnose, Musikhören während der Behandlung (Audioanalgesie), Elektrotherapie (TENS) oder Akupunktur ein.

Erste Schritte für Patienten mit Zahnarztangst:

  • die Angst vor dem Zahnarzt eingestehen und nach der Ursache suchen
  • einen Kennenlerntermin bei einem auf Angstpatienten spezialisierten Zahnarzt vereinbaren, möglicherweise sogar außerhalb des Behandlungsraums
  • Begleitperson für den Zahnarztbesuch finden
  • einer nicht-invasiven Untersuchung zustimmen
  • dem Zahnarzt erklären, worin genau die Angst besteht (Schmerzen, Geräusche, Spritzen, et cetera)

Diese Schritte reichen bei manchen Patienten schon aus, um die Angst vorm Zahnarzt zumindest so sehr unter Kontrolle zu bringen, dass Zahnarztbesuche wieder möglich werden.

Handelt es sich jedoch um eine Zahnbehandlungsphobie, die die Betroffenen nicht allein überwinden können, kann ein Psychotherapeut bei der Bewältigung helfen.

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