Angina pectoris: Leben ohne Angst vor einem Herzinfarkt

Frau nach Heilung von Angina pectoris
Endlich wieder ein starkes Herz! Neue Lebenslust nach der Heilung der Angina pectoris durch biologische Bypässe © Fotolia

Nach der Diagnose Angina Pectoris lebte Christiane Scherbaum in ständiger Sorge vor einem Herzinfarkt – bis sie eine neue Behandlungsmethode entdeckte: Biologische Bypässe.

Nachts wurde Christiane Scherbaum (43) plötzlich immer wieder wach. Ein dumpfer Schmerz, der die gesamte linke Körperhälfte durchzog, weckte sie unsanft auf. Das war im August 2009. „Zunächst ließ ich mir einen Termin beim Hausarzt geben", erinnert sich die Angestellte. „Doch an meiner Wirbelsäule konnte er nichts finden. Stattdessen überwies er mich in ein Herzkatheterlabor." Der Verdacht des Arztes: Angina Pectoris – eine Durchblutungsstörung des Herzens.

 

Diagnose Angina pectoris

Schon drei Tage später lag die heute 43-jährige auf dem Behandlungstisch zur Untersuchung der feinen Herzkranzgefäße. Tatsächlich wurde dabei eine Verengung in einem Gefäß festgestellt. Mit einem kleinen Eingriff wurde das Problem sofort beseitigt und Christiane Scherbaum wieder entlassen. „Allerdings war ich danach tief verunsichert", sagt die Nürnbergerin. Denn die Ärzte haben ihr deutlich zu verstehen gegeben, dass sie ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen hat. „Sowohl mein Großvater als auch mein Vater litten unter einer angeborenen Stoffwechselstörung, die zu einem erhöhten Cholesterin-Spiegel führt – einem Verursacher von Gefäßverschlüssen. Beide sind deswegen viel zu früh verstorben."

 

Angst vor Herzinfarkt

Auch nach der kleinen Operation schreckte die vorher so lebenslustige Frau nachts immer wieder vor Schmerzen und Sorgen vor einem Herzinfarkt auf. Die 43-Jährige versuchte in der Folge, sich besonders gesund zu ernähren und ihren Körper zu schonen. Ihre einzige Sünde: hin und wieder eine Zigarette. Aber es half nichts. „Dreimal war es so schlimm, dass ich sogar den Notarzt rief", berichtet sie. Jedes Mal wurde Christiane Scherbaum nach einer kurzen Untersuchung ohne Befund wieder nach Hause geschickt. Auch eine weitere Katheter-Untersuchung führte zu nichts. Doch die Nürnbergerin wollte sich damit nicht zufrieden geben und suchte im Internet nach Hilfe. Dort stieß sie auf Dr. Benjamin Stüttgen, der am Schwarzwald Medical-Resort Obertal ein neues Konzept zur Herzgesundheit entwickelt hat.

 

Angina pectoris: Selbstheilung wecken

Schließlich bekam sie einen Termin. Nach den eingehenden Untersuchungen stand zunächst fest: Christianes Herz ist gesund. Allerdings war es aufgrund der Schonung zu einer beginnenden Kreislaufschwäche gekommen. Um diese zu beheben, riet Herzchirurg Stüttgen seiner Patientin zur EECP (Enhanced External Counterpulsation). Dieses neue und nebenwirkungsarme Verfahren unterstützt den Körper bei der Bildung sogenannter biologischer Bypässe. „Winzige Gefäße, die im Gewebe neben den großen Arterien bereits angelegt sind, werden unter der EECP-Behandlung größer und länger. Bis sie schließlich so weit gewachsen sind, dass sie die Blutversorgung im Notfall sogar komplett übernehmen können." Dafür musste Christiane Druckhosen tragen: aufblasbare Spezialkleidung, die das Blut aus den Beinen zum Herzen drückt. Um dem erhöhten Druck Stand zu halten, ist das Herz gezwungen sogenannte Umgehungskreisläufe zu bilden – die biologischen Bypässe. Unter Ultraschall-Überwachung fanden pro Woche sechs Behandlungen statt. Doch das allein reichte nicht. Während ihres 14-tägigen Aufenthaltes musste auch Christiane selbst wieder aktiv werden. Dazu stellte Dr. Stüttgen entsprechend ihrer Messwerte eine Pulsuhr fürs tägliche Walken zur Verfügung. „Ging ich zu langsam, piepste es am Handgelenk. Belastete ich mich zu stark, gab die Uhr ebenfalls einen Warnton", erzählt die 43-Jährige. „So konnte ich ganz leicht das für mich richtige Tempo halten und sorgenfrei die Bewegung in der schönen Umgebung genießen."

 

Dem Körper wieder vertrauen

Am Ende des Klinikaufenthalts im Schwarzwald weiß Christiane, dass ihr Herz starke Abwehrmechanismen gebildet hat. Heute kann sie wieder beruhigt durchschlafen und ihr Leben ohne Angst vor einem Infarkt genießen. „Ich fühle mich belastbar und richtig fit", strahlt die 43-Jährige.

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