Andrea Petkovic macht Depression öffentlich

Andrea Petkovic leidet an depressiver Verstimmung
Die deutsche Tennisspielerin Andrea Petkovic denkt über die Fortsetzung ihrer Karriere nach © commons.wikipedia.org

Die deutsche Tennisspielerin Andrea Petkovic ließ nach ihrem 0:6, 0:6 beim WTA-Turnier in China ihren Emotionen freien Lauf. Nun gestand sie, unter depressiven Verstimmungen zu leiden. Bedeutet dieses Stimmungstief das Karriere-Ende der 24-Jährigen?

Die Weltrangenlisten-24. war nach dem Match in Tränen ausgebrochen. Die Darmstädterin ist für ihre emotionalen Ausbrüche bekannt. Auf der Internetseite WTA kann man jetzt ihre beunruhigenden Erfahrungen der letzten Zeit nachlesen. "Als ich Zuhause war, habe ich mich wirklich glücklich gefühlt. Aber ab jener Minute, als ich wieder auf die Tour zurückgekehrt bin, war ich irgendwie deprimiert. So deprimiert, dass ich eigentlich überhaupt nicht mehr aus dem Bett kommen wollte", so die SPORT1-Sportlerin des Jahres 2014.

Petkovic gesteht, dass die Krankheit ihrer Mutter ihre Gefühlslage noch verschlimmert hat. "Ich wollte einfach Zuhause sein. Aber weil ich Profi bin, habe ich einfach weitergemacht mit dem Training und all den Dingen, die zu tun waren", erklärte die 28-Jährige und fügt hinzu: "Das hat sich angefühlt wie Folter. Jede Minute."

 

Petkovic stellt Karriere in Frage

Die French-Open-Halbfinalistin von 2014 hat zugegeben, dass sie ihre Berufswahl erstmals nach dieser Saison angezweifelt hat. "Ich muss wirklich herausfinden, ob ich weiter spielen will. Ich hasse derzeit mehr Teile meines Jobs, als ich andere mag", sagte die 28-Jährige. Zuletzt hatte die Deutsche bei fünf Turnieren vier Auftakt-Niederlagen kassiert, aus Zhuhai kehrte sie nach zwei Pleiten sieglos wieder nach Hause zurück.

War’s das mit der Karriere? Petkovic hat angekündigt, sich in den nächsten Wochen eine Auszeit zu nehmen und sich Gedanken über ihre berufliche Zukunft zu machen. "Ich werde erst einmal vier Tage schlafen, weil ich mich fühle, als hätte ich das zwei Monate nicht getan," schildert die Tennisspielerin. Danach stehen Reisen nach New York und Portland an.

 

Bundestrainerin macht Mut

Nach dem Interview meldet sich nun auch Bundestrainerin Barbara Rittner zu Wort: "Ihr eigentlicher Antrieb darf nicht ergebnisorientiert sein. Sie muss wieder den Spaß am Tennis finden und sich für 2016 neu aufstellen". Sie geht davon aus, dass Petkovic nach ihrer Auszeit wieder zu ihrer alten Form zurückfinden wird. Und auch die 28-Jährige selbst macht ihren Fans Mut: "Sie sollen sich nicht so viele Sorgen machen. Ich werde nicht gehen und dann nie wieder zurückkommen. Aber ich werde mir ein bisschen Zeit nehmen."

Depressionen im Sport sind keine Seltenheit. Welche Athleten außerdem mit psychischen Problem kämpfen, verraten wir Ihnen hier.

 

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Hamburg, 7. November 2015

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