Ananas: Schmerzkiller nach Zahn-OP

Carolin Banser Medizinredakteurin
Ananas gegen Zahnschmerzen
In der Ananaspflanze steckt ein wertvolles Enzym: Bromelain. Es lässt Entzündungen und Schwellungen – zum Beispiel nach Zahn-Operationen –schneller abklingen © Fotolia

Die Phase nach der Weisheitszahn-OP ist für viele Patienten besonders schmerzvoll. Ein Wirkstoff aus der Ananas hilft dabei, den Genesungsprozess zu fördern.

Über eine Million Menschen lassen sich allein in Deutschland jedes Jahr die Weisheitszähne ziehen. Dafür gibt es zwei Gründe: Zum einen, wenn es sich um sogenannte Keimherde handelt. Das ist immer dann der Fall, wenn Zähne nicht ganz durchkommen oder nicht optimal zu putzen sind. Zum anderen, wenn sie gegen den Kieferhöhlenboden oder den Unterkiefernerv drücken. Das kann zu gefährlichen Nervenstörungen führen. Die Frage wie sehr und wie lange man nach dem Eingriff Schmerzen hat, hängt von der Art und Dauer der OP ab und vom Verhalten des Patienten. Forscher haben jetzt untersucht, ob ein Enzym aus der Ananas die Schmerzen natürlich lindern kann.

 

Bromelain – das Gold der Ananas

Das Ergebnis: Bromelain, das dominierende Enzym aus der Ananas, kann Schmerzen und Schwellungen nach einer Zahnentfernung positiv beeinflussen. In einer Studie wurde die Wirksamkeit von Bromelain (4 x 250 mg) im Vergleich zu Diclofenac (4 x 25 mg) und Placebo auf Schwellungen nach dem Ziehen von Weisheitszähnen bei 45 Patienten untersucht. Die Behandlungsdauer betrug vier Tage mit Beginn ein Tag vor der OP. Bewertet wurden Schmerz, Grad der Schwellung und Kieferklemme (Störung der Mundöffnung) sowie die Lebensqualität. Beide Wirkstoffe führten zu einer deutlichen Schmerzminderung. Unter Diclofenac wurde eine deutliche Abnahme der Schwellung beobachtet, unter Bromelain nahm diese allerdings nicht so stark ab. Eine verminderte Beeinträchtigung der Mundöffnung war unter beiden Wirkstoffen zu beobachten. Im Vergleich zu Placebo wurde die Lebensqualität jeweils sichtbar besser bewertet.
 Bisherige Untersuchungen mit Bromelain belegen dessen entzündungshemmende Wirkungen. Fazit: Eine Ananas zu essen, wird Patienten nicht von Schmerzen befreien, die Frucht stellt aber einen wertvollen Inhaltsstoff zur Verfügung mit einem großen medizinischen Nutzen und ohne beobachtbare Neben- oder Wechselwirkungen.

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