Ananas für gesunde Gelenke

Carolin Banser
Ananas heilt Gelenkarthrose
In der Ananaspflanze steckt ein wertvolles Enzym: Bromelain. Es wirkt bei Kniegelenksarthrose häufig genauso gut wie verschiedene Arzneimittel © alamy

Für zehn Millionen Deutsche gehören Kniebeschwerden zum Alltag. Der häufigste Auslöser ist Arthrose. Ein Wirkstoff aus der Ananas hilft dabei, dem Gelenkverschleiß entgegenzuwirken.

Gerade zu Beginn der kalten Jahreszeit verstärken sich bei vielen Arthrose- und Rheumapatienten die Beschwerden. Um die Schmerzen zu lindern, greifen sie dann häufig auf synthetische Wirkstoffe zurück. Doch als Langzeittherapie bei einer Arthrose ist das problematisch, da z. B. Mittel wie Diclofenac auf Dauer die inneren Organe belasten können. Forscher wollten jetzt herausfinden, ob das Enzym Bromelain bei Kniegelenksarthrose ebenso gut wirkt wie die Einnahme von Diclofenac.

Bromelain zur Behandlung der Gelenkarthrose

Das Ergebnis einer an der Mahidol Universität Bangkok, Thailand, durchgeführten Pilotstudie: Bei Gelenkarthrose-Patienten besserten sich Schmerzen und Gelenksteifigkeit unter Bromelain-Gabe deutlich und vergleichbar mit Diclofenac. Teil der Untersuchung waren 40 Probanden, die unter leichten bis mäßigen Kniebeschwerden litten. Die Patienten erhielten täglich 500 Milligramm Bromelain oder 100 Milligramm Diclofenac.

Bereits nach vier Wochen Behandlungsdauer besserte sich das Beschwerdebild sowie das subjektive Schmerzempfinden, die Steifigkeit und die Gelenkfunktion vergleichbar in beiden Gruppen. Zwei Teilnehmer der Diclofenac-Gruppe beendeten zu diesem Zeitpunkt die Behandlung vorzeitig aufgrund von Nebenwirkungen (allergische Reaktionen, z.B. Hautausschläge oder asthmaähnliche Beschwerden). In der Bromelain-Gruppe hingegen führten die Teilnehmer die Behandlung bis zum Ende aus.

 

Wenn die Knie ständig schmerzen

Eine Kniegelenksarthrose gehört zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen. Die Gründe: genetische Veranlagung, Fehlbelastungen und alte Verletzungen. Mit diesen Maßnahmen können Sie die Beschwerden häufig gut in den Griff bekommen.

 

Bewegung

Um Gelenkverschleiß im Knie zu bremsen, hilft regelmäßiger sanfter Sport – vor allem Schwimmen und Radfahren. Zum einen kräftigt die Bewegung die Muskulatur und stabilisiert so das Gelenk. Zum anderen wird der Knorpel durch die gesteigerte Durchblutung besser mit Nährstoffen versorgt. Besonders siliziumhaltige Lebensmittel wie rohe Haferflocken (100 Gramm täglich) wirken stärkend.

 

Wohltuende Wärme

Wenn keine akute Entzündung vorliegt, helfen auch Wärmeanwendungen. Sie erweitern die Gefäße und verbessern die Nährstoffversorgung. Dafür vier Kartoffeln kochen, mit Wasser und zwei Esslöffeln Weizenkleie zerdrücken. Das Knie mit einer Handvoll warmem Brei einreiben. Sobald er kalt ist, wiederholen, für insgesamt 25 Minuten. Die Reste abspülen. Ist das Knie jedoch geschwollen, ist Kälte der ideale Schmerzhemmer: So wirkt Quark, für 15 Minuten fingerdick aufgetragen, angenehm kühlend.

 

So kann der Arzt helfen

Gute Wirksamkeit zeigt oft eine biologische Knorpel-Transplantation (Kassenleistung). Bei diesem neuartigen Operationsverfahren werden Knorpelschäden mittels körpereigener Zellen repariert. Bei der Mikrofrakturierung wird der defekte Knorpel unter lokaler Betäubung operativ entfernt und der Gelenkknochen angebohrt. Dadurch bildet sich neues zellfreies Narbengewebe und der Schmerz lässt nach. Eine neue Studie beweist: Besonders Knorpelzellen aus der Nase könnten zukünftig kaputte Kniegelenke ersetzen. Viele Beschwerden lassen sich auch mit Akupunktur lindern.

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