Anämie – wenn das Blut dünn wird

Bei Blutarmut haben Betroffene einen Mangel an roten Blutkörperchen
Bei Blutarmut haben Betroffene einen Mangel an roten Blutkörperchen und Blutfarbstoff. Dadurch sieht die Haut blass aus © Fotolia

Müdigkeit und Schwäche können Zeichen für einen Mangel an roten Blutkörperchen sein. Oft hilft die richtige Ernährung, um einer Blutarmut effektiv vorzubeugen.

Wie kleine Frachtschiffe schippern die roten Blutkörperchen durch unsere Adern, beladen mit Sauerstoffmolekülen. Mangelt es uns an den winzigen Teilchen, kommt nicht genügend Sauerstoff in Herz und Gehirn an. Leistungsschwäche ist eine von vielen Folgen. Bei manchen Betroffenen wird die Anämie (Blutarmut) erst nach Jahren entdeckt, weil die Beschwerden auf eine Reihe anderer Erkrankungen hindeuten könnten. Dabei genügt ein Labortest, um die Krankheit nachzuweisen.

 

Die Haut wirkt blass

Sowohl eine niedrige Anzahl an roten Blutkörperchen, den Erythrozyten, als auch ein Mangel an Blutfarbstoff, dem Hämoglobin, werden als Anämie bezeichnet. Da die roten Blutkörperchen zum Teil aus Hämoglobin bestehen, ist in beiden Fällen das Blut eher hell. So wirkt der Teint blass, die Schleimhaut sieht weißlich aus.

Neben den äußeren Anzeichen gibt es etliche innere Warnsignale. Viele davon ähneln den Symptomen, die sich bei Vitaminmangel oder Immunschwäche zeigen. Sie sind jedoch dauerhaft vorhanden und verstärken sich bei körperlicher Belastung zusätzlich: Leistungsabfall, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen, aber auch Atemnot, Herzrasen und Schlafstörungen. Bei älteren Patienten werden sie zudem oft mit Alterserscheinungen verwechselt – und spät behandelt.

 

Wachstum der Zellen

Die Diagnose ist zwar leicht gestellt, schwieriger wird die Suche nach den Auslösern. Anämie kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine seltene Form beruht auf gestörter Blutbildung im Knochenmark. Davon sind hauptsächlich Krebspatienten betroffen. Ähnlich wirken sich die Entzündungsprozesse bei Rheuma aus. Wenn die Grunderkrankung erfolgreich behandelt wird, verschwindet für gewöhnlich auch die Anämie.

Defekte in Milz oder Nieren und Infektionen können die roten Blutkörperchen angreifen. Als Therapie hat sich eine Kombination aus Blutkonserven und Wachstumsfaktoren bewährt – anschließend produziert der Organismus mehr Blutzellen.

 

Eisen als Baustein

Am häufigsten entsteht die Anämie durch Eisenmangel. Das Spurenelement spielt eine entscheidende Rolle als Baustein der Blutkörperchen. Diese Form der Krankheit lässt sich einfach behandeln: Meist genügt eine Ernährungsumstellung, bei der anfangs viel Eisen zugeführt wird, um die Depots zu füllen, und die später dafür Sorge trägt, dass sich kein Mangel mehr einstellt. Eine große Menge des wichtigen Spurenelements steckt beispielsweise in Schweineleber und Austern. Vegetarier und Veganer können sich mit Hülsenfrüchten behelfen: Linsen, Erbsen oder weiße Bohnen. Spinat hingegen ist zwar relativ eisenreich, enthält aber Stoffe, die die Aufnahme behindern.

Bei stärkeren Mangelerscheinungen muss gegebenenfalls auf konzentrierte Präparate zurückgegriffen werden. Dies gilt auch, wenn die Verwertung des Spurenelements gestört ist – dann braucht der Körper eine sehr hohe Dosis (rund 100 mg pro Tag), um die benötigte Menge zu verarbeiten.

 

Reinigung des Körpers

Hemmen Schwermetalle die Eisenaufnahme, müssen sie aus dem Körper ausgeschwemmt werden. Dies kann etwa bei der Freisetzung von Quecksilber aus porösen Amalgam-Zahnfüllungen nötig sein. Inhaltsstoffe in Grapefruits binden die schädlichen Metalle: Bereits der Saft einer Frucht täglich beschleunigt die Entgiftung. Das darin enthaltene Vitamin C begünstigt außerdem die Eisenverwertung. Deshalb sind Grapefruits allgemein für eine Ernährung bei Blutarmut zu empfehlen. Vorsicht ist lediglich bei der Einnahme von Medikamenten geboten, da die Früchte deren Wirksamkeit verstärken oder verringern können.

 

Auch Ingrid Steeger leidet unter Anämie

Ingrid Steeger leidet unter Anämie
In der TV-Serie „Klimbim" erwarb sie sich den Ruf als Sexbombe und Ulknudel der Nation. Danach wurde es ruhig um Ingrid Steeger (66).© imago

Vor vier Jahren bekam sie unerwartete Medien-Präsenz – als sie Hartz IV beantragen musste. Ihr war das Geld aus gegangen.

Sie konnte die Therapie für ihre Erkrankung nicht mehr bezahlen. Die Schauspielerin litt an starker Blutarmut: Sie wog nur noch 44 Kilo, lag eine Woche im Krankenhaus, wo sie Blutkonserven erhielt. Ingrid Steeger hatte in den 1970er- und 1980er-Jahren mit ihren Fernsehauftritten gut verdient, doch über ihre Verhältnisse gelebt. Ihre kleine Rente reichte nicht aus. Sie wartete lange, bevor sie zum Amt ging. Aber die Not siegte über die Scham. In ihrem Sozialhilfesatz von 2010 war ein „Mehrbedarf für Ernährung wegen schwerer Krankheit" enthalten. Heute hat sie die Blutarmut im Griff. Sie bewegt sich mehr, isst Gesundes, trinkt fast keinen Alkohol. Auch auf Hartz IV ist sie nicht mehr angewiesen. Sie arbeitet wieder und feiert Erfolge auf der Theaterbühne. Ihr geht es so gut, dass sie sich einen Traum erfüllen will: mit dem Wohnmobil um die Welt reisen.

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