Amaranth: Das kraftvolle Pseudogetreide

Alexander Scherb

Amaranth hat in den letzten Jahren einen regelrechten Senkrechtstart hingelegt. Heute ist es aus keinem gut sortierten Supermarkt mehr wegzudenken. Dabei gibt es das Pseudogetreide schon seit jeher in unseren Breitengraden. 

Amaranth auf einer Schöpfkelle
Amaranth steckt voller Vitamine und Nährstoffe Foto:  Karisssa/iStock
Inhalt
  1. Was ist das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Amaranth?
  2. Welche Vitamine und Nährstoffe finden sich in Amaranth?
  3. Wie wirkt Amaranth?
  4. Wie schmeckt Amaranth?
  5. Rezept Amaranth-Nuss-Riegel
  6. Alternativen zu Amaranth
 

Was ist das ursprüngliche Verbreitungsgebiet von Amaranth?

Amaranth ist eine der weitverbreitetsten Nutzpflanzen der Welt. Mit Ausnahme der Antarktis wächst sie auf allen Kontinenten der Erde. Dabei bevorzugt die Pflanze mildes bis warmes Klima. Von den rund 90 Arten gibt es heutzutage die meisten in Nordamerika. Hier finden sich 38 verschiedene Gattungen. Im Laufe der letzten Jahrhunderte wurden viele der heute heimischen Sorten eingeschleppt. Lange Zeit galt Amaranth bei uns als Unkraut und lästige Kulturbegleitpflanze.

 

Welche Vitamine und Nährstoffe finden sich in Amaranth?

Mittlerweile wird Amaranth gewollt angebaut und das hat einen guten Grund. Das kleine Powerkorn steckt nämlich voller Vitamine und Nährstoffe. So verstecken sich alleine zehn Gramm Ballaststoffe in 100 Gramm Amaranth. Hinzu kommt der hohe Eiweißgehalt. Satte 15 Gramm Protein ist in 100 Gramm enthalten. Neben Magnesium, Kalzium, Kalium und Eisen trumpft Amaranth auch mit einem hohen Gehalt an Vitamin B1 und Vitamin E auf. Und glutenfrei ist es ebenfalls.

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Wie wirkt Amaranth?

Durch seinen hohen Nährstoffgehalt fördert Amaranth gerade in der dunklen Jahreszeit das Wohlbefinden. Denn das Powerkorn bringt den Serotonin-Haushalt in Schwung. Ähnlich wie bei Schokolade schüttet unser Körper daraufhin Glückshormone aus. In der Kosmetik wird gerne auf Amaranthöl zurückgegriffen, denn es macht unsere Haut nicht nur geschmeidig und weich, sondern soll auch ein wirksamer Anti-Aging-Wirkstoff sein. Hierzu werden zurzeit ausführliche Studien geführt.

 

Wie schmeckt Amaranth?

Der Geschmack von Amaranth ist neutral bis leicht erdig. Das ist nicht jedermanns Sache. Allerdings kann er von anderen Aromen leicht überdeckt werden. Ein Problem sollte der Geschmack also nicht sein. Übrigens können auch die Blätter der Amaranth-Pflanze gegessen werden. Vom Geschmack ähneln sie Spinat mit einer ganz leichten Bitternote. Auf Kreta gibt es sogar ein eigenes Gericht. Es nennt sich Wlita. Hierbei werden die Blätter gekocht und mit Olivenöl, Zitrone, Feta und Zucchini als Salat gereicht.

So schmeckt Amaranth am besten

Amaranth ist ein echter Alleskönner. Man kann das Pseudogetreide ebenso ins Müsli wie in einen Smoothie oder Shake packen. Man kann es zum Backen und zum Kochen benutzen. Man kann Amaranth sogar aufpoppen lassen wie Mais. Deshalb ist auch die Rezeptvielfalt dementsprechend groß.

 

Rezept Amaranth-Nuss-Riegel

Zutaten (für 16 kleine Riegel)
  • 60 g Mandeln
  • 60 g Kürbiskerne
  • 80 g Amaranth
  • 10 Datteln (entkernt)
  • 250 g Nussmus oder Erdnussbutter
  • 2 TL Öl (Walnuss- oder Rapsöl)
  • 1 TL Zimt
  • 100 g Zartbitterschokolade
  • 20 g Kokosraspeln

Zubereitung

Zunächst rösten Sie die Nüsse und die Kerne in einer Pfanne. Schneiden Sie die Datteln in kleine Stücke und geben Sie sie zusammen mit dem Nussmus (oder der Erdnussbutter) dem Öl und dem Zimt in eine Schüssel. Anschließend geben Sie die gerösteten Nüsse und Kerne und zuletzt den Amaranth hinzu. Rühren Sie alles kräftig um, bis sich die Zutaten vermischt haben.

Legen Sie die Masse in Riegelform auf eine mit Backpapier ausgelegte Form und drücken Sie sie fest an. Zuletzt schmelzen Sie die Schokolade und verteilen sie auf den Nussriegeln. Anschließend streuen Sie die Kokosraspeln drüber. Stellen Sie die Riegel für circa zwei Stunden im Kühlschrank kalt. Sie können die Riegel auch erst gekühlt in die richtige Größe schneiden. Wir empfehlen eine Portionierung allerdings vor dem Kühlen.

Vorsicht bei…

Neben- oder Wechselwirkungen sind bei Amaranth nicht bekannt. Dadurch, dass Amaranth kein Gluten enthält, ist es eine gute Alternative für Personen mit einer Glutenunverträglichkeit.

 

Alternativen zu Amaranth

Wer Amaranth nicht mag, kann zu verschiedenen Alternativen greifen. Quinoa beispielsweise hat fast die gleichen Inhaltsstoffe wie Amaranth, bietet aber einen entscheidenden Unterschied: Während Amaranth in Flüssigkeiten aufquillt und weich wird, bleibt Quinoa (mehr zu Quinoa erfahren Sie hier bei uns im Podcast) kernig und fest. Ansonsten bieten auch Chiasamen, Buchweizen und Leinsamen einen guten Ersatz. Zuletzt sei noch gesagt, dass Amaranth (wie auch Quinoa und Chiasamen) keine gute Ökobilanz hat. Zurzeit verbrauchen wir in Europa mehr, als angebaut wird. Deshalb wird Amaranth oft aus Südamerika importiert. Das ist weder gut für die Umwelt, noch herrschen in vielen südamerikanischen Ländern die gleichen strikten Regeln beim Einsatz von Pestiziden wie in Europa. Hoffen wir, dass europäische Bauern in Zukunft verstärkt auf den Anbau von Amaranth und Co. setzen, denn eine ergiebige Ernte wäre auch in unseren Breitengraden kein Problem.

Übrigens: Amaranth wird deshalb Pseudogetreide genannt, weil es ähnliche Eigenschaften wie Getreide besitzt, aber unter eine andere Pflanzengattung fällt. Amaranth fällt unter die Familie der Fuchsschwanzgewächse.

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