Amaranth: Das gesunde Korn ist ein Alleskönner

Redaktion PraxisVITA

Seit einigen Jahren ist Amaranth in Deutschland auf dem Vormasch. Nicht ohne Grund: Das Getreide ist nicht nur vielseitig einsetzbar, es ist auch eine wahre Nährstoffbombe.

Gepuffter Amaranth in einer Schale
Amaranth kann sowohl zu süßen als auch zu deftigen Speisen verarbeitet werden Foto:  istock_MarsBars
Inhalt
  1. Amaranth: Überblick über das gesunde Korn
  2. Aussehen, Geschmack und Kauf von Amaranth
  3. Weshalb Amaranth so gesund ist
  4. Was ist beim Verzehr von Amaranth zu beachten?
  5. Zubereitungsmöglichkeiten für Amaranth
 

Amaranth: Überblick über das gesunde Korn

Ob gepufft im Müsli, gemahlen als Mehl oder in herzhaften Gerichten: Amaranth (auch Amarant) ist vielseitig einsetzbar und dazu äußerst gesund. Deshalb landete das Korn bei den Azteken und Inka schon vor vielen Tausenden Jahren auf dem Teller. Noch heute ist es in Mittel- und Südamerika ein wichtiger Bestandteil der Küche. Seit den 1980er Jahren wird das Gewächs auch in Deutschland angebaut.

Dabei handelt es sich genau wie bei Buchweizen oder Quinoa um ein Pseudogetreide: Amaranth zählt zu den Fuchsschwanzgewächsen. Verzehrt werden vor allem die Samen der Pflanze. Weil das Korn glutenfrei ist, eignet es sich als gute Getreide-Alternative für Menschen mit Glutenunverträglichkeit. Auch für Veganer oder Vegetarier ist Amaranth von Bedeutung. Denn der Eisen- und Eiweißgehalt der winzigen Samen ist besonders hoch.

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Aussehen, Geschmack und Kauf von Amaranth

Die Samen der Amaranthpflanze sind klein und haben eine beige-bräunliche Farbe. Der Geschmack lässt sich als leicht nussig beschreiben, ist aber etwas dezenter als beim recht ähnlichen Pseudogetreide Quinoa. Die Körnchen findet man in Bioläden, Reformhäusern und inzwischen auch in gut sortierten Supermärkten. Häufig kann man zwischen ganzen oder geschroteten Körnern wählen. Auch in gepuffter Form kann man Amaranth kaufen.

 

Weshalb Amaranth so gesund ist

Amaranth gilt als Superfood – zu Recht, denn in dem kleinen Korn findet man jede Menge gesunde Inhaltsstoffe. Besonders drei Faktoren spielen eine große Rolle.

1. Kalziumgehalt

In Amaranth steckt mehr Kalzium als in Milch: Auf 100 Gramm kommen laut Bundeszentrum für Ernährung rund 214 Milligramm des wertvollen Mineralstoffs, der besonders für Knochen, Zähne und Muskeln wichtig ist.

2. Eiweißgehalt

Auch als Eiweißlieferant kann Amaranth punkten: In den winzigen Körnchen stecken rund 15 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm. Vor allem der Anteil der wichtigen Aminosäuren Lysin ist hervorzuheben, denn diese ist sonst überwiegend in tierischen Produkten zu finden.

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3. Eisengehalt

Amaranth enthält jede Menge Eisen. Auf 100 Gramm kommen 9 Milligramm des Spurenelements, das eine große Rolle beim Sauerstofftransport und bei der Blutbildung spielt.

Amaranth: Nährwerttabelle auf einen Blick (100 Gramm roh)

  • Kalorien: 370
  • Fett: 9 Gramm
  • Kohlenhydrate: 57 Gramm
  • Proteine: 15 Gramm
 

Was ist beim Verzehr von Amaranth zu beachten?

Vor der Zubereitung muss Amaranth unter fließendem Wasser gewaschen werden. Weil die Körner so winzig sind, eignet sich dafür ein feinmaschiges Sieb oder ein sauberes Küchentuch. Erwachsene können so viel Amaranth verzehren, wie sie möchten.

Vorsicht ist allerdings bei Babys und Kleinkindern geboten: Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist darauf hin, dass einige Stoffe in Amaranth eine potenziell ungünstige Wirkung für Babys haben könnten. Die darin befindlichen Gerbstoffe könnten beispielsweise die Aufnahme von Nährstoffen behindern.

Deshalb empfiehlt das Institut bei Kindern ausschließlich die Verwendung von Amaranth-Produkten, die nachweislich frei von Gerbstoffen sind. Entsprechende Daten über die Qualität von in Deutschland angebotenen Amaranthprodukten lagen zum Zeitpunkt der Mitteilung allerdings nicht vor, weshalb bis zum 2. Lebensjahr auf das Korn verzichtet werden sollte.

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Zubereitungsmöglichkeiten für Amaranth

Die Zubereitungsmöglichkeiten für Amaranth sind vielseitig. Das Korn lässt sich beispielsweise wie ein Reisgericht zubereiten. Auch als Grundzutat für vegane Bratlinge ist es gut geeignet. Zum Kochen garen Sie Amaranth einfach ungefähr 20 Minuten in heißem Wasser. Besonders häufig findet man die kleinen Körner aber auch als Zutat für das morgendliche Müsli. Dafür eignen sie sich am besten gepufft, was genau wie bei Mais im Handumdrehen funktioniert:

Anleitung: So puffen Sie Amaranth ganz einfach zu Hause

  1. Schritt: Stellen Sie einen Topf auf höchster Stufe auf den Herd.
  2. Schritt: Sobald der Topf heiß ist, geben Sie einen Esslöffel Amaranth hinzu und schließen den Deckel.
  3. Schritt: Nehmen Sie den Topf anschließend sofort vom Herd und rühren Sie kurz um. Der Amaranth beginnt bereits nach wenigen Sekunden, aufzuspringen – fertig!

 

Quellen:

Pseudogetreide, in: bzfe.de

Beim BfR nachgefragt: Pseudogetreide in der Säuglings- und Kleinkindernahrung, in: dge.de

 

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