Alzheimer und Krebs: Zähneputzen kann Ihr Leben retten

Mangelnde Mundhygiene verursacht Krankheiten
Wer seine Mundhygiene vernachlässigt, riskiert nicht nur seine Zähne, sondern unter Umständen auch sein Leben © Fotolia

Jeder weiß: Wer seine Zähne nicht putzt, bekommt Karies, Zahnfleischerkrankungen oder Mundgeruch. Die wenigsten sind sich aber darüber im Klaren, dass mangelnde Mundhygiene zu schweren Krankheiten führen kann. Praxisvita hat für Sie verschiedene Studien zusammengetragen und einige triftige Gründe gefunden, sich regelmäßig die Zähne zu putzen.

Eine erste Studie der New York University untersuchte vor diesem Hintergrund den Zusammenhang von Mundhygiene und der Gefahr für Alzheimer. Über einen Zeitraum von 20 Jahren hatten die Forscher ihre Probanden überwacht. Am Ende stellten sie fest, dass Menschen, die an Paratontose leiden (Zahnfleischentzündung), ein neunmal höheres Risiko haben, an Alzheimer zu erkranken.

Eine andere Studie der University of Central Lancashire in Großbritannien zeigte sogar, dass sich im Gehirn von Alzheimerpatienten ein bestimmtes Bakterium (Porphyromonas gingivalis) findet, das normalerweise – als Auslöser – mit Zahnfleischentzündungen in Verbindung gebracht wird. Tatsächlich können nach Aussagen der Forscher diese „Bakterien den Mundraum verlassen und in das Gehirn wandern“, wo sie als ein Faktor für die Ausbildung von Alzheimersymptomen gelten.

 

Bauchspeicheldrüsenkrebs mit der Zahnbürste verhindern

Ein Forscherteam von der Harvard School of Public Health in Boston fand deutliche Hinweise für einen Zusammenhang zwischen Zahnfleischerkrankungen und Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Insgesamt wurden für die Studie seit 1986 Daten von 51.000 Probanden ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass Menschen mit Paratontose ein um 64 Prozent erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs hatten. Als Grund nannten die Forscher eine bakterielle Verbindung im Mund, die durch die Zahnfleischentzündung entsteht (sogenannte Nitosamine), die Verdauungs-Chemie im Magen-Darmtrakt stört und so Krebs auslöst.

 

Herzkrankheiten durch mangelnde Zahnhygiene

Forscher der Universität von Bristol in Großbritannien zeigten in einer Studie, dass Zahnfleischblutungen, die auf mangelnde Zahnhygiene zurückgehen, das Risiko von tödlichen Herzkrankheiten erhöhen.

Demnach gelangen aufgrund der Blutungen im Mundraum Bakterien in den Blutkreislauf, verklumpen dort die Blutblättchen und verursachen so Blutgerinnseln – was wiederum zu Herz- und Schlaganfällen führen könne. „Der Mund ist wahrscheinlich der dreckigste Ort im menschlichen Körper“, erklärt Professor Steve Kerrigan von der Royal College of Surgeons in Wales. Insgesamt leben bis zu 700 verschiedene Bakterienarten im Mund.

Mediziner empfehlen zweimal täglich für mindestens „zwei Minuten gründlich“ die Zähne zu putzen, um das Risiko von Karies sowie Zahnfleischblutungen und damit die Gefahr von gefährlichen Krankheiten zu verringern.

Hamburg, 13. Oktober 2014

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