Alzheimer: Dieses Persönlichkeitsmerkmal erhöht das Risiko!

Verena Elson Medizinredakteurin

Es gibt unterschiedliche Faktoren, die das Risiko erhöhen, im Laufe des Lebens an Alzheimer zu erkranken. Die Persönlichkeit gehört auch dazu – das haben US-Forscher in einer aktuellen Studie herausgefunden.

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Wir alle sind in unterschiedlichem Ausmaß offen, extravertiert, neurotisch, gewissenhaft und verträglich. Als die „Big Five“ der Psychologie bezeichnen Expert:innen diese Persönlichkeitsmerkmale. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass eine dieser Eigenschaften das Alzheimer-Risiko erhöht – eine andere wiederum senkt das Risiko, an dieser Art von Demenz zu erkranken.

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Neue Studie zur Verbindung zwischen Persönlichkeit und Alzheimer-Risiko

Vergangene Forschungsarbeiten lieferten bereits Hinweise darauf, dass es Verbindungen zwischen der Persönlichkeit und dem individuellen Alzheimer-Risiko gibt. Forschende an der Florida State University in Tallahassee näherten sich der Frage in zwei unterschiedlichen Untersuchungen mit insgesamt mehr als 3.000 Teilnehmer:innen.

Zunächst analysierten sie Daten von Personen, die an der sogenannten Baltimore Longitudinal Study of Aging (BLSA) teilnahmen, einer fortlaufenden Langzeitstudie zum Thema Altern. Die Studienteilnehmer:innen beantworteten ausführliche Fragebögen, um ihre individuelle Ausprägung der Big-Five-Persönlichkeitsmerkmale zu bestimmen.  

Im Lauf des folgenden Jahres wurde das Gehirn der Proband:innen auf Vorboten einer Alzheimer-Erkrankung untersucht: spezielle Eiweißablagerungen, die in und zwischen den Nervenzellen Verklumpungen bilden.

Bei der zweiten Untersuchungen handelte es sich um eine Meta-Analyse von zwölf Studien, die sich mit Assoziationen zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und dem Entstehen einer Alzheimer-Erkrankung befassten.

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Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit beeinflussen das Demenz-Risiko

Beide Studien kamen zu demselben Ergebnis: Menschen mit einer hohen Ausprägung des Persönlichkeitsmerkmals Neurotizismus oder einer geringen Ausprägung des Merkmals Gewissenhaftigkeit hatten ein höheres Risiko für krankmachende Eiweißablagerungen im Gehirn und damit auch ein höheres Alzheimer-Risiko. Menschen mit einem gering ausgeprägten Neurotizismus oder einer stark ausgeprägten Gewissenhaftigkeit hatten dagegen ein besonders niedriges Risiko, an dieser Art von Demenz zu erkranken.

Auffällig für die Forschenden: Die Assoziation zwischen diesen Charaktereigenschaften und dem Risiko für schädliche Eiweißablagerungen im Gehirn waren besonders ausgeprägt bei Menschen, die zum Studienzeitpunkt keine kognitiven Einschränkungen hatten. Das spricht dafür, dass die Persönlichkeit tatsächlich das Alzheimer-Risiko beeinflusst und nicht etwa umgekehrt – dass etwa die Erkrankung die Persönlichkeit auf eine bestimmte Weise verändert.

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Kausalität noch unklar

Da es sich um eine beobachtende Studie handelt, kann sie nicht beweisen, wie diese beiden Faktoren zusammenhängen. Möglich ist etwa, dass der Lebensstil eine Rolle spielt. So haben besonders gewissenhafte Menschen häufiger einen gesunden Lebensstil mit viel Bewegung, genügend Schlaf und Rauchverzicht – Faktoren, die das Alzheimer-Risiko günstig beeinflussen.

Quellen:

Terracciano, Antonio, et al. (2021): Personality associations with amyloid and tau: Results from the Baltimore Longitudinal Study of Aging and meta-analysis, in: Biological Psychiatry

Two personality traits may be linked to Alzheimer’s pathology, in: medicalnewstoday.com

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