Alzheimer-Behandlung: Mit Medikamenten den Verlauf verzögern

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Grundsätzlich gibt es eine medikamentöse und eine nicht-medikamentöse Alzheimer-Behandlung. PraxisVITA erklärt die genauen Behandlungsmethoden und sowie deren Vorteile.

Eine Heilung von Alzheimer ist noch nicht möglich. Jedoch gibt es verschiedene Medikamente, die das Fortschreiten der Krankheit verzögern. Eine frühe Alzheimer-Behandlung ist deshalb umso besser. Häufig kommen auch andere Medikamente, zum Beispiel gegen Depressionen zum Einsatz. Die medikamentöse Alzheimer-Behandlung dient vor allem dazu, die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern sowie Betroffenen den Alltag zu erleichtern. Grundsätzlich gibt es eine medikamentöse und eine nicht-medikamentöse Behandlung von Alzheimer.

 

Antidementiva und Antipsychotika als medikamentöse Alzheimer-Behandlung

Bei der medikamentösen Alzheimer-Behandlung kommen im frühen und mittleren Stadium einer Erkrankung vor allem sogenannte Antidementiva zum Einsatz. Bei einer leichten bis mittelschweren Demenz durch Alzheimer werden sogenannte Acetylcholinesterase-Hemmer mit den Wirkstoffen Donepezil, Rivastigmin oder Galantamin eingesetzt. Diese können den Mangel des Botenstoffs Acetylcholin, unter dem Alzheimer-Patienten leiden, eine Zeit lang ausgleichen: Sie können bis zu einem Jahr lang die geistige Leistungsfähigkeit steigern.

Alzheimer
Die medikamentöse Alzheimer-Behandlung sollte so früh wie möglich begonnen werden, damit der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden kann© iStock

Schreitet die Krankheit weiter voran, kommen Medikamente mit dem Wirkstoff Memantin bei der Alzheimer-Behandlung zum Einsatz. Sie beeinflussen den Glutamatspiegel im Gehirn. Ist die Konzentration dieses Botenstoffs zu hoch, schädigt er Nervenzellen. Memantin verhindert die Schädigung und hilft, die geistige Leistungsfähigkeit länger aufrecht zu erhalten.

Bei Alzheimer treten häufig aggressive Verhaltensweisen, Unruhe, Schlafstörungen oder wahnhafte Vorstellungen auf. Dann kann der Arzt sogenannte Neuroleptika, auch Antipsychotika genannt, verschreiben. Da diese Medikamente aber nicht ohne Risiko sind, sollten sie nur als letzte Möglichkeit der Alzheimer-Behandlung in Betracht gezogen werden.

 

Ergotherapie und Pysiotherapie zur Alzheimer-Behandlung

 

Zur Erinnerungstherapie Fotoalbum durchblättern

Die nicht-medikamentöse Alzheimer-Behandlung dient dazu, Körper und Geist zu aktivieren und Patienten positive Erfahrungen zu vermitteln und ihnen dabei zu helfen, länger selbstständig zu bleiben. Vom Arzt verordnet werden kann zum Beispiel:

  • Physiotherapie (Krankengymnastik)
  • Ergotherapie im frühen und mittleren Stadium der Alzheimer-Erkrankung
  • Logopädie

Zur nicht-medikamentösen Alzheimer-Behandlung gehört auch:

  • Kognitives Training: Alzheimer-Patienten im frühen und mittleren Stadium können dabei ihre Wahrnehmung, Denkvermögen und Lernfähigkeit trainieren.
  • Verhaltenstherapie: Sie richtet sich vor allem an Patienten im frühen Stadium. Sie sollen dabei mit Hilfe eines Psychologen lernen, mit der Krankheit umzugehen und Probleme zu bewältigen.
  • Kunst-/Musiktherapie: Sie kann in allen Alzheimer-Stadien unterstützen und ist gezielt auf die Kreativität und Emotionalität der Betroffenen ausgerichtet.
  •  Realitätsorientierungstraining (ROT): Es dient dazu, Erkrankten durch das Wiederholen von Hinweisen zu Zeit, Ort und Personen zu helfen, sich zeitlich und räumlich besser zu orientieren.
  • Erinnerungstherapie: Mit dieser Behandlung kann die Stimmung der Betroffenen durch das Ansehen alter Filme oder Fotos oder das Anhören alter Musikstücke verbessert und so ihr Wohlbefinden gesteigert werden.

Im frühen Stadium der Alzheimer-Erkrankung kann auch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen sehr hilfreich sein. Patienten erfahren so, dass sie mit der Krankheit nicht alleine sind, und sie können sich mit anderen Betroffenen austauschen.

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