Altersschwerhörigkeit: Warum lässt der Hörsinn nach?

Verena Elson Medizinredakteurin

Altersschwerhörigkeit oder Presbyakusis trifft viele Menschen über 50. Unbehandelt kann sie für Betroffene extrem belastend sein und schwerwiegende Folgen für ihr soziales Leben und emotionales Wohlbefinden haben.

Bei einer alten Frau wird ein Hörgerät angepasst
Hörgeräte können die Lebensqualität von Menschen mit Altersschwerhörigkeit deutlich verbessern Foto:  iStock/PIKSEL
Inhalt
  1. Was bedeutet Presbyakusis?
  2. Altersschwerhörigkeit: Ab wann lässt das Gehör nach?
  3. Typische Symptome der Altersschwerhörigkeit
  4. Welche Faktoren begünstigen Altersschwerhörigkeit?
  5. Hörverlust ausgleichen mit Hörgeräten
  6. Altersschwerhörigkeit immer behandeln
 

Was bedeutet Presbyakusis?

Als Altersschwerhörigkeit oder Presbyakusis wird das Nachlassen der Hörleistung auf beiden Ohren im Alter bezeichnet. Durch natürliche Alterungsprozesse wird das Innenohr so beeinträchtigt, dass die Weiterverarbeitung von Schallwellen nicht mehr richtig funktioniert. Einerseits liegt das am Verschleiß der sogenannten Haarzellen im Innenohr, andererseits an Alterserscheinungen des Hörzentrums im Gehirn und des Hörnervs.

 

Altersschwerhörigkeit: Ab wann lässt das Gehör nach?

Die Altersschwerhörigkeit kann ab einem Alter von etwa 50 Jahren einsetzen. Bei Menschen über 65 ist sie besonders stark verbreitet: Von den Frauen in dieser Altersgruppe sind etwa ein Viertel, bei den Männern sogar rund die Hälfte betroffen.

 

Typische Symptome der Altersschwerhörigkeit

Die Altersschwerhörigkeit beginnt schleichend. Zunächst zeigt sie sich in der Regel dadurch, dass die Betroffenen hohe Töne schlechter hören können. Folgende Anzeichen sind Warnsignale einer beginnenden Altersschwerhörigkeit und sollten von einem HNO-Arzt abgeklärt werden:

  • Probleme beim Verstehen von Kinderstimmen und hoher Frauenstimmen
  • Fernseher oder Radio werden so laut gestellt, dass andere sich davon gestört fühlen
  • Geräusche wie Vogelgezwitscher, Meeresrauschen oder das Ticken eines Weckers werden gar nicht mehr wahrgenommen
  • Probleme, einem Gespräch zu folgen, besonders bei gleichzeitigen Hintergrundgeräuschen
  • Auftreten von Ohrgeräuschen
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Welche Faktoren begünstigen Altersschwerhörigkeit?

Altersschwerhörigkeit entsteht im Rahmen natürlicher Alterungsprozesse. Es gibt allerdings einige Faktoren, die ihre Entstehung begünstigen:

  • Erbliche Veranlagung
  • Rauchen
  • Hohe Lärmbelastung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
 

Hörverlust ausgleichen mit Hörgeräten

Wurde die Schwerhörigkeit per Hörtest von einem HNO-Arzt bestätigt, verschreibt dieser dem Betroffenen Hörgeräte. Diese gleichen den Hörverlust aus, indem sie die per Mikrofon aufgezeichneten Lautsignale an das Hörsystem des Trägers weiterleiten. Welches Modell für den Patienten in Frage kommt, entscheidet dieser gemeinsam mit seinem HNO-Arzt im Hinblick auf seine ganz individuellen Bedürfnisse.

 

Altersschwerhörigkeit immer behandeln

Die Altersschwerhörigkeit kann die Betroffenen in ihrem Alltag stark belasten und dazu führen, dass sie sich beispielsweise im Straßenverkehr oder im Umgang mit anderen Menschen unsicher fühlen und sich immer mehr zurückziehen. Unbehandelt kann sie sogar das Nachlassen der geistigen Leistung zur Folge haben. Es ist darum wichtig, die ersten Anzeichen einer Altersschwerhörigkeit immer ernst zu nehmen und einen HNO-Arzt aufzusuchen, um mögliche negative Folgen zu vermeiden.

Quellen:

Schwerhörigkeit im Alter – Erkennung, Behandlung und assoziierte Risiken, in: aerzteblatt.de.

Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis), in: hno-aerzte-im-netz.de.

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