Altersgerecht Wohnen: So klappt der Umbau

Redaktion PraxisVITA
Älterer Mann mit Gehstock vor einer barrierefreien Toilette
Die Wohnung barrierefrei zu gestalten ist eine Herausforderung, die sich lohnt. © iStock/MarkGabrenya
Inhalt
  1. Kosten und Nutzen gut abwägen
  2. Checkliste: Wie altersgerecht ist die eigene Wohnung?
  3. Der Zugang
  4. Das Treppenhaus
  5. Die Dusche/Badewanne
  6. Bad/Waschtisch/WC
  7. Das Wohnzimmer
  8. Die Küche
  9. Das Schlafzimmer
  10. Allgemeines

Wer möchte nicht einen notwendigen Umzug in ein Pflegeheim so lange wie möglich hinauszögern? Die richtige Wohnungsanpassung hilft dabei.


Die meisten Menschen, die pflegebedürftig werden oder eine Behinderung haben, teilen sich einen Wunsch: Sie möchten den Umzug in ein Pflegeheim so lange wie möglich hinauszögern. Denn in den gewohnten vier Wänden zu bleiben gibt ihnen ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit. Doch dafür muss die Wohnung sich an die Lebenssituation anpassen. Das muss sie auch, wenn man als Angehöriger einen pflegebedürftigen Verwandten zu sich nimmt, um ihn zu betreuen.
„Baulich lässt sich vieles machen“, weiß der Architekt Frank Opper. Wie groß Aus- und Umbau ausfallen, ist natülich zunächst eine Frage der finanziellen Mittel. Hier gibt es mögliche Hilfen, die man in Anspruch nehmen kann.

 

Kosten und Nutzen gut abwägen

„Aber es sind von baulicher Seite her auch Grenzen gesetzt. Nicht jede Tür lässt sich verbreitern, nicht überall ein Treppenlift einbauen.“ Zudem sollte man genau abwägen: Stehen Kosten und Nutzen in einem akzeptablen Verhältnis? „Manchmal ist ein Umzug in eine bereits altersgerechte Wohnung doch die bessere Alternative“, so der Bau-Experte Frank Opper.


Umbau vorausschauend planen
„Wenn man sich aber für bauliche Veränderungen entscheidet, sollte man das vorausschauend planen“, rät der Architekt. „Wenn ich das Bad anpasse, zum Beispiel eine bodengleiche Dusche einbauen lasse, sollte ich auch daran denken, dass ich vielleicht irgendwann auf einen Rollstuhl angewiesen sein werde. Sonst muss das Bad womöglich nach einigen Jahren erneut teuer umgebaut werden.“ Geld, das man bei guter Planung sparen kann.

 


Checkliste: Wie altersgerecht ist die eigene Wohnung?

 

Der Zugang

  • Sind der Eingangsbereich, die Terrasse oder Balkon frei von Schwellen und Stufen, die man überwinden müsste?
  • Hat der Wohnungsflur eine Mindestbreite von 120 cm, damit man sich auch mit Gehwagen bequem darin bewegen kann?
  • Sind Zuwege zum Haus gut beleuchtet, frei von Stolperfallen?
 

Das Treppenhaus

  • Gibt es, wenn man in einem höheren Stockwerk lebt, einen Aufzug oder andere Lösungen zur Überwindung des Höhenunterschieds?
  • Sind die Treppen für einen besseren Halt beidseitig durchgängig mit Handläufen versehen?
 

Die Dusche/Badewanne

  • Bietet das Bad Komfort mit einer bodengleichen Dusche oder kann man diese problemlos bei Bedarf nachrüsten?
  • Passt in die Dusche ein Duschhocker oder kann man einen klappbaren Sitz an der Wand befestigen?
  • Sind der Boden der Dusche und/oder Badewanne gegen Ausrutschen gesichert, z. B. durch eine Badematte?
  • Besteht die Möglichkeit eines erleichterten Einstiegs in die Badewanne?
  • Gibt es Haltegriffe oder sind die Wände so stabil, dass man sie eventuell unkompliziert damit nachrüsten kann?
 

Bad/Waschtisch/WC

  • Öffnet sich die Badezimmertür nach außen und kann sie im Notfall von außen entriegelt werden?
  • Ist die Tür breit genug, dass ein Rollator hindurchpasst?
  • Hat das Badezimmer eine Größe von mindestens 120 x 180 cm?
  • Gibt es vor WC und Waschtisch eine Bewegungsfläche von mindestens 120 x 120 cm, um sich mit einem Rollator oder einer Pflegekraft darin bewegen zu können?
  • Passt die Höhe des Toiletten-Sitzes zu Ihren Bedürfnissen?
  • Gibt es Haltegriffe, um das Aufstehen zu erleichtern oder zumindest die Möglichkeit, bei Bedarf Griffe anzubringen?
  • Ist der Waschtisch so angebracht, dass man sich notfalls auch davorsetzen kann? Hat der Spiegel dann die richtige Höhe?
Zwei Senioren planen mit einem Berater bei sich zu Hause
Soll das Zuhause umgebaut werden, lohnt es sich die Neugestaltung ausführlich zu planen und sich ggf. Rat zu holen. © iStock/Wavebreakmedia
 

Das Wohnzimmer

  • Sind mögliche Stolperfallen beseitigt und lose liegende Teppiche gegen Verrutschen gesichert?
  • Gibt es einen bequemen Sessel, der eventuell auch das Aufstehen mechanisch unterstützt? Reichen die eingesetzten Lichtquellen aus, um z. B. in der Leseecke das Lesen zu erleichtern?
  • Besteht genügend Bewegungsfreiheit, um eventuell mit einem Rollator im Wohnzimmer zu manövrieren?
  • Könnten einige kleinere Möbelstücke bei Bedarf einfach und schnell ausrangiert werden?
 

Die Küche

  • Hat die Küche eine Sitzgelegenheit, damit man Arbeiten im Sitzen ausführen kann?
  • Sind Arbeitsplatte und Kochzeile unterfahrbar, falls man eines Tages auf einen Rollstuhl angewiesen ist oder besteht die Möglichkeit, die Küche dann entsprechend anzupassen?
  • Ist der Zugang zur Küche breit genug für einen Rollator, bietet sie genügend Bewegungsfreiheit?
  • Wie gut kommt man an die Küchenschränke, sind die Küchenutensilien/Küchengeräte so eingeräumt oder auf der Arbeitsfläche verteilt, dass die wichtigsten ganz schnell zur Hand und einfach zu bedienen sind?
  • Wurden der Herd und der Backofen bereits mit einer Abschaltautomatik ausgerüstet?
 

Das Schlafzimmer

  • Entspricht das Bett in seiner Höhe den Anforderungen an ein altersgerechtes Bett, sodass man sich leicht hineinlegen und wieder aufstehen kann?
  • Ist der Lattenrost verstellbar?
  • Sind die Lichtverhältnisse so, dass man im Bett blendfrei lesen kann?
  • Sind die Lichtschalter vom Bett aus gut erreichbar?
  • Gibt es, falls man nachts mal auf die Toilette muss, ein Nachtlicht, um den Weg zu zeigen?
  • Kommt man im Kleiderschrank noch gut an seine Kleidung?
  • Kann man das Zimmer problemlos abends abdunkeln, lassen sich z. B. Rolladen elektrisch öffnen und schließen?
 

Allgemeines

  • Kommt man bequem an die Fenster, damit man sie auch bei eingeschränkter Bewegungsfähigkeit noch öffnen und schließen kann?
  • Gibt es ein Hausnotrufsystem und ist das Telefon überall gut erreichbar, sind Tasten und Klingelton bedienerfreundlich?
  • Wie steht es mit den Bodenbelägen in der Wohnung: Sind sie rutschfest und auch leicht zu reinigen?
  • Wurden die Lichtschalter und Steckdosen in der Wohnung in der richtigen Höhe angebracht?
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