Altersbedingte Makuladegeneration: Therapiedurchbruch?

Vivien Rumstieg

Hoffnung für Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration (AMD): Einem Forscherteam ist es kürzlich gelungen aus menschlichen Stammzellen ein Netzhaut-Gewebe zu züchten. Erste Tests an Tieren verliefen vielversprechend.

Menschliches Auge
Menschliches Auge Foto:  iStock/ Olga Ignatova
 

Häufigste Ursache einer Erblindung

Bei der sogenannten altersbedingten Makuladegeneration werden die lichtempfindlichen Zellen der äußeren Schicht der Netzhaut nach und nach zerstört. Diese Erkrankung ist die häufigste Ursache einer Erblindung.

Schon lange versuchen Forscher zerstörte Netzhautzellen durch aus Stammzellen gewonnenes Gewebe zu ersetzen. Dafür werden Patienten Blutzellen entnommen und in sogenannte pluripotente Stammzellen umgewandelt. Sie können sich in unterschiedliche Arten von Körperzellen differenzieren. Ein Problem dabei bisher: solche Stammzellen neigen zu krebserregenden Mutationen. Einem amerikanischen Forscherteam ist es nun gelungen, die Spreu vom Weizen zu trennen und nur gesunde und mutationsfreie Netzhaut-Zellen auszuwählen. Diese Zellen züchteten und vermehrten die Forscher und konnten sie Schweinen und Ratten einpflanzen, die an einer fortgeschrittenen AMD litten. 

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Deutlich verbesserte Sehfähigkeit

Nach der Transplantation hatte sich ein Großteil der Netzhaut-Zellen gut integriert. Die Tiere zeigten normale Reaktionen und eine deutlich verbesserte Sehfähigkeit. Nach den erfolgreichen Tierexperimenten haben die Forscher nun begonnen die Methode an AMD-Patienten zu erproben.

Quelle: Sharma, R. et al. (2019): Clinical-grade stem cell–derived retinal pigment epithelium patch rescues retinal degeneration in rodents and pigs, in: Science Translational Medicine. DOI: 10.1126/scitranslmed.aat5580 

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