Alternative Dinkel: Gesünder als normaler Weizen?

Alexander Scherb

Dinkel gilt als gesunde Alternative zu herkömmlichem Weizen. Er soll mehr Vitamine und Mineralstoffe besitzen und gilt als wesentlich verträglicher. Doch ist das wirklich so?

Dinkel in verschiedenen Varianten
Foto:  ollo/iStock
Inhalt
  1. Dinkel im Anbau
  2. Der Geschmack von Dinkel
  3. Dinkel: Die Inhaltsstoffe
  4. Die Sache mit dem Gluten
  5. Video: Ist Dinkel eine gesunde Alternative?

Zunächst einmal muss gesagt werden, dass Dinkel auch zur Gattung des Weizens gehört. Die beiden Getreidearten liegen also sehr nahe beieinander. Können Weizen und Dinkel dann mit den Inhaltsstoffen so weit auseinanderliegen? PraxisVITA macht den Vergleich.

 

Dinkel im Anbau

Dinkel wurde schon vor 7000 Jahren in Asien angebaut. Vor knapp 3000 Jahren kam der Dinkel nach Europa und im Mittelalter wurde er in den weiten Teilen Mittel- und Südeuropas angebaut. Dinkel entstand aus den Urkörnern Einkorn und Emmer. Im Anbau ist er wesentlich anspruchsloser als herkömmlicher Weizen. Regen, Schnee, Sonne; das alles macht Dinkel nicht viel aus. Ist der Boden nährstoffreich, gedeiht das Korn prächtig. Trotzdem sind die Mengen bei der Ernte nicht ansatzweise so hoch, wie bei normalem Weizen. Deshalb wurde er lange Zeit von der Industrie links liegen gelassen. Erst in den letzten Jahren erlebt der Dinkel eine Renaissance und wird wieder häufiger angebaut. Allerdings liegen die Preise höher. 

 

Der Geschmack von Dinkel

Dinkel ist etwas kräftiger und süßlicher als herkömmlicher Weizen. Er schmeckt etwas vollmundiger, was bei Brötchen und Brot durchaus positiv sein kann. Beim Backen verhält es sich anders. Hier kann Dinkelmehl den Geschmack des Kuchens oder der Plätzchen verfälschen.

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Dinkel: Die Inhaltsstoffe

Wie schon erwähnt liegen Dinkel und herkömmlicher Weizen recht nah beieinander. Deshalb sind auch die Inhaltsstoffe ähnlich. Der Gehalt von Vitaminen und Mineralstoffen sind nur unwesentlich höher als bei Weizen. Die Unterschiede sind so gering, dass sie kaum über die natürlichen Schwankungen hinausgehen. Die Frage ist auch, ob diese Unterschiede bei unseren Essgewohnheiten heutzutage überhaupt zum Tragen kommen. Einzig bei Eiweiß kann Dinkel punkten. Hier ist der Gehalt wesentlich höher als bei Weizen. Dinkelbrot oder -brötchen vom Discounter oder Back-Shop weisen allerdings häufig überhaupt keine Verschiedenheiten zu Weizenbrötchen auf. 

Weizenfeld
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Die Sache mit dem Gluten

Immer mehr Menschen leiden an einer Glutenunverträglichkeit und sind auf der Suche nach Alternativen. Gerade deshalb wird auch oft zu Dinkel gegriffen, weil das Korn von vielen Personen besser vertragen wird, als herkömmlicher Weizen. Darauf vertrauen sollten Sie aber nicht. Denn auch Dinkel enthält Gluten. Sogar mehr als herkömmlicher Weizen. Deshalb eignet sich Dinkel auch hervorragend zum Backen. Allerdings fehlt Dinkel ein bestimmtes Gluten, nämlich das Protein Omega-Gliadin (?-Gliadin). Dieses ist oftmals für die allergischen Reaktionen bei Unverträglichkeit verantwortlich. Bei einer schweren Glutenunverträglichkeit hilft das nicht. Denn ?-Gliadin ist nicht der einzige Auslöser für die Nebenwirkungen. Leidet jemand unter einer schweren Unverträglichkeit, stellt Dinkel keine Alternative dar.

 

Video: Ist Dinkel eine gesunde Alternative?

 

Um es vorweg zu sagen: Eine bessere Alternative zu herkömmlichen Weizen ist Dinkel allemal. Er besitzt einen etwas höheren Anteil an Nähr- und Inhaltsstoffen und ist wesentlich verträglicher als herkömmlicher Weizen. Die Frage ist, ob man Dinkel als gesund bezeichnen kann. Und für diese Bezeichnung bietet Dinkel zu wenig positive Eigenschaften im Gegensatz zu normalem Weizen. Die enthaltenen Nährstoffe liefern bei unserer heutigen Ernährung kaum Vorteile. Dinkel ist also im Wesentlichen nur für Allergiker eine vernünftige Alternative. Alle anderen müssen sich entscheiden, ob sie für die wenig mehr enthaltenen Inhaltsstoffe mehr Geld ausgeben möchten. Zusätzlich sollten Sie aufpassen, wo sie Dinkelbrötchen oder -brot kaufen. Billig-Brot aus dem Discounter oder aus Back-Shops enthalten oftmals nicht einmal die wenigen Vorteile des Dinkels.

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