Aloe-Vera-Pflanze züchten

Anne Körbel
Aloe Vera ist ein wahrer Alleskönner
© iStock/Cottonfioc
Inhalt
  1. Aloe Vera anbauen
  2. Pflege der Aloe-Vera-Pflanze
  3. Wie man Aloe Vera nutzen kann

Die Aloe-Vera-Pflanze ist ein wahrer Alleskönner und wird zahlreich in der Kosmetik und Naturheilkunde eingesetzt. Sie wirkt nicht nur anti-bakteriell, anti-viral und anti-fungal, sondern hilft auch bei der Behandlung von Wunden, bei Hautkrankheiten, zur Linderung von Sonnenbrand, Magen-Darm-Beschwerden, Zahnfleischentzündungen und vielem mehr.

Wie Sie Aloe Vera einfach selbst anbauen, erklärt PraxisVITA.

 

Aloe Vera anbauen

Die Aloe-Vera-Pflanze ist leicht zu pflegen, daher eignet sich das Anbauen auch für Gartenneulinge oder Hobbygärtner.

Sie brauchen dazu:

• Einen Blumentopf (etwa 30 Zentimeter Durchmesser) mit einem Loch im Boden

• Eine Tonscherbe, die das Loch im Boden abdecken kann

• Etwas groben Kies

• Blumenerde

• Sand und Torf

• Eine Aloe-Vera-Pflanze

Aloe-Vera-Pflanzen können bis zu zehn Jahren alt werden.
Aloe-Vera-Pflanzen können bis zu zehn Jahren alt werden.© iStock/Jerome_Correia

Die Auswahl kann am Anfang schwerfallen, da es über 200 verschiedene Arten von Aloe-Vera- Pflanzen gibt. Großwüchsige Arten sind perfekt, wenn sie reichlich Aloe Vera benötigen (beispielweise für Smoothies). Kleinwüchsige Arten sind flexibler, was den Stellplatz angeht und sinnvoll, wenn Aloe Vera als Naturheilmittel ab und an eingesetzt werden soll (zum Beispiel bei Verbrennungen). 

Aloe-Vera-Pflanzen können bis zu zehn Jahren alt werden und bilden ständig kleine Ableger, weshalb ein kleiner Setzling ideal ist, um eine neue Pflanze aufzuziehen. Idealerweise sollte der Setzling schon etwas größer sein und bereits Wurzeln gezogen haben.

Der Blumentopfboden sollte mit einer Kiesschicht bedeckt sein, um eine sogenannte „Drainageschicht“ zu bilden. Aloe Vera verträgt keine Staunässe. Durch die Kiesschicht und die Tonscherbe, die Sie unter das Loch im Blumentopf legen, kann überschüssiges Wasser vom Gießen ablaufen und eine Wurzelfäulnis verhindern, die die Aloe Vera töten würde. 

Füllen Sie den Topf anschließend mit Erde und setzen Sie die Pflanze in die Mitte. Die Wurzel muss komplett mit Erde bedeckt werden. Um die Erde locker zu halten, können Sie sie mit etwas Sand und Torf mischen. Drücken Sie die Erde schließlich gut an. Beim erste Gießen ist es ratsam, den Topf leicht zu schütteln, bis das Wasser komplett versickert ist. Damit stellen Sie sicher, dass das Wasser auch in die keine Zwischenräume bis zu den Wurzeln gelangt. Um das Anwachsen zu fördern und ein schützendes Klima für die Aloe-Vera-Pflanze zu schaffen, kann in den ersten Wochen ein Gefrierbeutel oder eine Plastiktüte über den Topf gestülpt werden.

 

Pflege der Aloe-Vera-Pflanze

Ursprünglich stammt die Aloe-Vera-Pflanze vermutlich von der arabischen Halbinsel, ist mittlerweile aber auch auf den Kanaren, am Mittelmeer, in Indien, Australien, Mittel- und Südamerika und in Afrika beheimatet. Daher sollten Sie als späteren Standort einen warmen, hellen und trockenen Platz suchen. Ideal wäre zum Beispiel die Fensterbank, die Terrasse oder der Balkon. Bei der Anzucht sollten Sie die Aloe-Vera-Pflanze schrittweise an warme Temperaturen gewöhnen. Die Aloe Vera liebt die Sonne – junge Pflanzen sollten jedoch am Anfang von zu starker Sonneneinstrahlung geschützt werden, da ihre Blätter sonst schnell verbrennen können.

Nach regelmäßigem gießen am Anfang, ist es nicht schlimm nach dem Anwachsen das Gießen auch mal zu vergessen. Im Sommer sollten die Erde immer leicht befeuchtet sein – die fleischigen Blätter dagegen nie direkt mit Wasser in Kontakt geraten. Im Winter reicht das Gießen alle vier bis sechs Wochen. Die Blätter der Aloe-Vera-Pflanze können viel Wasser speichern, da sie in der Natur teilweise monatelang ohne Regen auskommen müssen. Achtung: Wenn sich die Spitzen Ihrer Aloe-Vera-Pflanze braun verfärben, haben Sie der Pflanze zu viel Wasser gegeben. Sie sollten das Gießen in dem Fall reduzieren und darauf achten, dass Staunässe ausbleibt. Ist die Pflanze zu trocken und verliert an ihrer grünen Farbe, bekommt sie zu wenig Wasser.

Im Winter muss Aloe Vera direkt im Haus stehen, da sie überhaupt keine Kälte verträgt. Sicherheitshalber sollte die Pflanze bereits bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius ins Haus geholt werden – ab vier Grad Celsius stirbt sie. Zum Überwintern sind Temperaturen zwischen 12 und 15 Grad Celsius ideal. 

Die Aloe-Vera-Pflanze sollte in regelmäßigen Abständen in größere Töpfe umgepflanzt werden. Ein geeigneter Zeitpunkt ist, wenn die Blätter den Topfrand erreichen und das Gießen umständlich geworden ist. Beim Umsetzen könne Sie auch leicht die kleinen Ableger von ihrer Mutterpflanze trennen. So lässt sich die Zucht leicht vergrößern oder an Freunde, Familie und Bekannte verschenken.

Ist die Farbe Ihrer Aloe-Vera-Pflanze nicht intensiv grün, hat sie zu wenig Wasser
Ist die Farbe Ihrer Aloe-Vera-Pflanze nicht ein intensives Grün, hat sie zu wenig Wasser. © istock/dangdumrong
 

Wie man Aloe Vera nutzen kann

Bis Sie die Blätter Ihrer Aloe-Vera-Pflanze ernten zu können kann es etwa drei bis fünf Jahre dauern. Erst dann haben sich die wertvollen Inhaltsstoffe entfaltet. Die Pflanzenblätter können das ganze Jahr über geerntet werden. Sie bestehen aus drei Schichten: Der Blattrinde, dem Blattsaft und dem Blattmark (Gel). Sie können aus der Aloe Vera zwei Flüssigkeiten gewinnen, die jedoch unterschiedlich wirken: Der Aloe-Vera-Saft und das Aloe-Vera-Gel.

Der Aloe-Vera-Saft

Wird ein Blatt verletzt oder abgeschnitten, tritt zwischen der Blattrinde und dem transparenten Gel der Aloe-Vera-Saft aus. Er enthält den Wirkstoff Aloin, der einen bitteren Geschmack besitzt. Bei zu hoher Dosierung ist Aloin gesundheitsschädlich und wird daher kaum noch eingesetzt. Aloin darf in Absprache mit dem Arzt maximal zwei Mal die Woche als Abführmittel benutzt werden. Bei Schwangerschaften sollte ganz darauf verzichtet werden, da der Wirkstoff vorzeitige Wehen und eine Fehlgeburt auslösen kann.

• Haar: Aloe Vera gibt dem Haar die verlorene Feuchtigkeit zurück. Durch das enthaltene Vitamin E wird das Haar wieder geschmeidig und das Haarwachstum angeregt. Einfach zwei bis drei Esslöffel des Safts nach dem Haarewaschen in die nassen Haare und die Kopfhaut gut einmassieren und zehn Minuten einwirken lassen. Danach sorgfältig ausspülen.

Das Aloe-Vera-Gel

Das Gel der Aloe-Vera-Pflanze wird aus dem Inneren der Blätter gewonnen. Es gibt unterschiedliche Verfahren. Wichtig ist, dass die Blattrinde und somit das Aloin entfernt wird. Dazu schneiden Sie die Außenblätter ab stellen sie eineinhalb Stunden senkrecht auf, damit der gelbe Saft mit dem Aloin herauslaufen kann. Das breite Ende mit einer Länge von drei Zentimetern sollte danach abgeschnitten und entsorgt werden. Das Blatt kann anschließend längs aufgeschnitten und das reine, klare Mark (Gel) herausgelöst werden. Achten Sie darauf, nicht zu nah an die umgebene Innenseite der Rinde zu kommen. Das Blattgel lagern Sie am besten in desinfizierten Glasgefäßen im Kühlschrank. Es sollte frisch verwendet werden, weil es nur wenige Tage haltbar ist.

Das Gel aus der Aloe-Vera-Pflanze wird aus dem Inneren der Blätter gewonnen.
Das Gel aus der Aloe-Vera-Pflanze wird aus dem Inneren der Blätter gewonnen. © IStock/HeikeRau

• Haut: Bei äußerlicher Anwendung hilft das Gel bereits bei kleinstem Verbrennungen (egal ob Brandwunden oder Sonnenbrand) oder auch bei Insektenstichen. Aloe Vera ist für seine direkte Kühlung bekannt. Es mindert gleichzeitig Schmerzen und Rötungen. Bei Sonnenbrand im Gesicht, kann das Gel auch als Maske genutzt werden. Dafür wird das Gel in einer dünnen Schicht auf die Haut aufgetragen. Nach einer Einwirkzeit von zehn Minuten darf das Gel mit kalten Wasser abgewaschen werden.

• Gelenke: Zur Linderung bei Beschwerden und Vorbeugung von Arthrose drei bis fünf Esslöffel des Gels pro Tag pur einnehmen. Sie können das Gel auch alternativ mit Wasser verdünnen oder in einen Obstsalat rühren. Das Gel dürfen Sie nicht erhitzen.

• Zahnfleischentzündungen: Sie können das Gel der Aloe-Vera-Pflanze leicht einsetzen, da es die Schleimhaut mit Feuchtigkeit versorgt und zusätzlich gegen Keime wirkt. Reiben Sie Aloe Vera auf die entzündete Stelle und massieren Sie sie vorsichtig ein. Wiederholen Sie die Behandlung drei bis fünfmal am Tag

 
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