Allergie-Halsschmerzen erkennen und behandeln

Halskratzen, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden treten bei Allergiker:innen häufig auf. Dennoch werden sie oft mit einer Erkältung assoziiert und zunächst gar nicht mit der Allergie in Verbindung gebracht. Die wichtigsten Erkennungsmerkmale von Allergie-Halsschmerzen und die besten Hausmittel im Überblick!

Eine Frau hält sich den Hals
Halsschmerzen können ein Begleitsymptom von Heuschnupfen sein Foto: iStock/Minerva Studio

Wenn eine Allergie Halsschmerzen auslöst, kann es zunächst schwierig sein, den „Übeltäter“ zu identifizieren. Doch mit ein wenig Hintergrundwissen lässt sich herausfinden, ob das Kratzen im Hals auf eine Allergie oder eine andere Ursache zurückzuführen ist.

Heuschnupfen: Halsschmerzen als Begleitsymptom

Halskratzen und Schluckbeschwerden werden in der Regel mit Erkältungen assoziiert – tatsächlich gehören bei der Palette der Pollenallergie-Symptome Halsschmerzen aber häufig ebenfalls dazu. Und auch bei Menschen mit Hausstaubmilben-, Tierhaar- oder Schimmelpilzallergie sowie Allergien auf bestimmte Nahrungsmittel treten sie sie oft als Begleitsymptom auf. Das hat verschiedene Ursachen.

Ursachen von Halsschmerzen bei Allergie

Die Halsschmerzen bei Pollenallergie und Co kommen durch ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren zustande:

  • Verstärkte Mundatmung: Führt der Heuschnupfen oder die Hausstaubmilbenallergie dazu, dass die Nase verstopft ist, atmen Betroffene vermehrt durch den Mund. Dadurch trocknen die Schleimhäute im Hals aus und sind weniger gut vor Keimen geschützt – die Folge ist häufig ein wunder Rachen. Betroffene leiden dann an einem Trockenheitsgefühl im Hals, Jucken und Kratzen im Rachen sowie Halsschmerzen beim Sprechen oder Schlucken.

  • Entzündeter Rachen: Kommt die Rachenschleimhaut beim Einatmen oder Schlucken mit dem Allergen in Berührung, reagiert sie mit der Ausschüttung von Entzündungsbotenstoffen. Die Folge sind Rötungen, Schwellungen und Schmerzen im Hals.

  • Postnasal-Drip-Syndrom: Schließlich kann der Schleim, der durch die verstopften Nasengänge nicht mehr abfließen kann, den Weg über den Rachen nehmen und dort zu Reizungen und Schluckbeschwerden führen. Mediziner:innen bezeichnen dieses für die allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen) typische Phänomen als Postnasal-Drip-Syndrom.

In der Regel ist es die Kombination all dieser Faktoren, die zu Halskratzen, einem Trockenheitsgefühl im Rachen und Halsschmerzen bei Allergien führt.

Halsschmerzen: Allergie als Auslöser?

Da sowohl ein grippaler Infekt als auch eine Allergie Halskratzen und Halsschmerzen auslösen können, fällt die Unterscheidung, ob es sich um eine Allergie oder Erkältung handelt, nicht immer leicht.

Hinweise gibt jedoch häufig die Situation, in der die Beschwerden typischerweise auftreten – ist das beispielsweise ausschließlich drinnen oder nur draußen, liegt eine Hausstaubmilben- oder Pollenallergie als Ursache nahe. Sind die Beschwerden dagegen durchgehend spürbar, spricht das eher für einen Infekt.

Zudem können Begleitsymptome Hinweise geben: Tränende und juckende Augen sprechen für eine Allergie, während Fieber ein sicheres Zeichen für einen Infekt ist.

Halsschmerzen durch Allergie: So fühlen sie sich an

Folgende Beschwerden sind typisch, wenn die Halsschmerzen von einer Allergie verursacht werden:

  • Schmerzen, Kratzen und Trockenheitsgefühl im Hals 

  • Schluckbeschwerden

  • Ständige Heiserkeit

  • Juckreiz im Rachen, am Gaumen oder im gesamten Mundraum

  • Häufiges Räuspern

Halsschmerzen durch Allergie mit Schluckbeschwerden

Wenn es zu plötzlichen starken Schluck- und Atembeschwerden kommt, sofort den Notruf absetzen! Denn: In seltenen Fällen können allergische Reaktionen etwa durch Nahrungsmittel oder Insektenstiche den Rachen so stark anschwellen lassen, dass es zu lebensbedrohlicher Atemnot kommt.

Folgende Begleitsymptome sind außerdem typisch, wenn Halsschmerzen und trockener Hals auf eine Allergie zurückzuführen sind:

  • Brennende, juckende und gerötete Augen

  • Verstopfte Nase oder Fließschnupfen

  • Niesattacken

  • Allergischer Husten

Allergie-Halsschmerzen: Hausmittel

Neben antiallergischen Arzneimitteln wie Antihistaminika oder gegebenenfalls Cortison können Hausmittel ergänzend helfen, bei einer Allergie das Kratzen im Hals zu bekämpfen:

  • Viel trinken: Mindestens zwei Liter Flüssigkeit täglich (am besten Wasser oder Kräutertee) halten den Rachen feucht und schützen ihn so vor Reizungen.

  • Gurgeln: Wer mehrmals täglich mit einer Kochsalzlösung gurgelt, befeuchtet seine Schleimhäute und desinfiziert den Rachen – das wirkt Reizungen und wunden Stellen entgegen.

  • Ingwertee: Ingwer wirkt betäubend und antientzündlich – das perfekte Getränk bei Halsschmerzen, egal welcher Ursache. Dazu ein daumengroßes Stück frischen Ingwers in dünne Scheiben aufschneiden und mit kochendem Wasser übergießen.

  • Honig: Auch Honig kann den Hals beruhigen – einfach einen Esslöffel in einem Glas warmem Wasser auflösen und die Mischung trinken. Allerdings sollte der Honig nicht wärmebehandelt sein, da beim Erhitzen die meisten seiner antientzündlichen und antibakteriellen Inhaltsstoffe verloren gehen. Aus diesem Grund sollte das Honigwasser auch nicht wärmer als 40 Grad sein.

Ständig Halskratzen: Allergie-Test bringt Klarheit

Wer bisher keine diagnostizierte Allergie hat, aber häufig an einem Kratzen im Hals oder Halsschmerzen leidet, sollte die Ursache abklären lassen. Denn neben einer Allergie kommt beispielsweise auch eine Refluxkrankheit als Ursache in Frage, bei der der Rachen durch den ständigen Rückfluss von Magensäure gereizt wird.

Während bei einer Pollenallergie die Halsschmerzen in der Regel von brennenden und juckenden Augen begleitet werden, stehen bei dieser Erkrankung aber Schluckbeschwerden, Räuspern, Heiserkeit und Sodbrennen im Vordergrund. Die genaue Diagnose kann jedoch nur ein:e Ärzt:in stellen.

Steht die Diagnose Allergie fest, können die Halsschmerzen mit Hausmitteln und Medikamenten behandelt werden – zusätzlich sollten Betroffene darauf achten, die Allergie-Auslöser möglichst zu meiden.

Quellen:

Allergie oder Erkältung?, in: daab.de

Hay fever, in: mayoclinic.org